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Berliner Morgenpost: Was sich in Deutschland immer noch ändern muss - Kommentar zur Gehaltskluft zwischen Männern und Frauen

Geschrieben am 22-02-2009

Berlin (ots) - Die Situation ist grotesk: Mädchen machen im
Schnitt häufiger Abitur als Jungs, Frauen verlassen mit besseren
Abschlüssen als ihre männlichen Kommilitonen die Hochschulen - und im
Berufsleben verdienen sie dann deutlich weniger. Das ist seit
Jahrzehnten so, und während sich in Deutschland in vielen Bereichen
einiges beim Thema Chancengleichheit getan hat, liegen die Löhne
berufstätiger Frauen weiter spürbar unter denen der Männer.
Lohnlücke nennen Experten das, 23 Prozent beträgt sie derzeit, und
damit hat sich das Einkommensgefälle im Vergleich zum Vorjahr sogar
noch ein wenig vergrößert. Das überrascht, schließlich hatte sich die
Bundesregierung das Thema Entgeltgleichheit schon 2001 auf die Fahnen
geschrieben, die Europäische Union handelt es als Schwerpunktthema.
Doch weiterhin gilt: Frauen die beruflich erfolgreich sein wollen,
verzichten am besten auf Kinder.
Zwar ist dieses Phänomen nicht auf Deutschland beschränkt, aber
hierzulande besonders ausgeprägt. Andere Nationen haben längst
versucht, kräftig gegenzusteuern. Norwegen beispielsweise. Dort hat
die Regierung den börsennotierten Unternehmen verordnet, ihre
Aufsichtsräte zu mindestens 40 Prozent mit Frauen zu besetzen.
Allerdings sind Quoten kein Allheilmittel. Und ebenso wenig macht es
Sinn, nur nach der Politik zu rufen, damit die für Gleichheit der
Bezüge sorgt - die Gründe für die Lohnunterschiede sind zu
vielschichtig, um sie allein per Gesetzerlass in den Griff zu
bekommen.
Gefordert ist die Politik, wenn es darum geht, bessere Möglichkeiten
der Kinderbetreuung zu schaffen. Denn ein Grund für das Gefälle der
Gehälter sind lange Babypausen. Weil es weiterhin nicht genügend
Betreuungsmöglichkeiten gibt, bleiben viele junge Mütter über Jahre
zu Hause oder arbeiten Teilzeit. Dass es anders geht, zeigt das
Beispiel Belgien: Dort sind Frauen in der Rekordzeit von zehn Monaten
nach der Geburt wieder im Job - aber Belgien hat eben auch ein
umfassendes Kinderbetreuungssystem.
Bewegen müssen sich zudem die Arbeitgeber. Flexiblere
Arbeitszeitmodelle sind ebenso nötig, wie die Bereitschaft, Frauen
überhaupt auf dem Niveau von Männern zu entlohnen. Oft genug verdient
eine Frau noch immer weniger als ihr männlicher Kollege in derselben
Position.
Gesetzlich regeln lässt sich das nur schwer, ebenso wie der Umgang
von Personalchefs mit Frauen, die sich bei der Besetzung von
Spitzenpositionen häufiger für Männer entscheiden. Ändern muss sich
aber auch etwas in der Gesellschaft, im Denken von Männern und
Frauen. Das Stigma, wonach eine Frau, die sich nicht Jahre um den
Nachwuchs kümmert, eine schlechte Mutter ist, lebt noch immer fort,
ein Unding.
Einen Hebel, die Lohnunterschiede einzuebnen, haben allerdings nur
die Frauen in der Hand: die Berufswahl. Frauen entscheiden sich öfter
als Männer für unterdurchschnittlich dotierte Jobs. In sozialen
Berufen verdient man generell schlechter als beispielsweise in der
hoch bezahlten aber von Männern dominierten IT- Branche.

Originaltext: Berliner Morgenpost
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/53614
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_53614.rss2

Pressekontakt:
Berliner Morgenpost
Chef vom Dienst
Telefon: 030/2591-73650
bmcvd@axelspringer.de


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