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LVZ: zum Werben der SPD-Spitze um FDP Koalitionsfrage ist kein Wunschkonzert

Geschrieben am 14-09-2008

Leipzig (ots) - Von Dieter Wonka
Eine allein gegen zwei. Das wird ein schwerer und vielleicht auch
unfairer Kampf für Angela Merkel, den ihr die SPD-Doppelspitze
Steinmeier/Müntefering da aufzwingen möchte. Es sei denn, sie
erfindet sich neu und bedient ab jetzt neben dem Verstand auch das
Herz der eigenen Kundschaft. Nur wenige Tage nach der
Putsch-Vorstellung in der SPDwird deutlich, dass die Union vielleicht
das Schwierigste bis zur Wahl noch vor sich hat.
Von den vielen Strategieplänen, die durch die Medien geistern für die
Zeit nach der nächsten Bundestagswahl, wird ab dem 28. September 2009
allenfalls ein dicker Ordner übrig bleiben, der in die Ablage P wie
Papierkorb gehört. Ob es zur großen, zur bürgerlichen, zur großspurig
roten oder zur bunt gefärbten Ampel-Koalition kommt, ist keine Frage
für ein Wunschkonzert. Schon 2005 stand die große Koalition nicht auf
dem Bestellzettel.
Möglicherweise haben sich Angela Merkel und Guido Westerwelle
tatsächlich in die Hand versprochen, sie wollten gemeinsam die
Fortsetzung der jetzigen Regierung verhindern. Die CDU-Chefin kann
vermutlich nichts anderes als große Koalition, und der
FDP-Vorsitzende meint, nichts anderes wollen zu dürfen, als mit
seiner Duz-Freundin gemeinsame Sache zu machen. Das kann zum Glück
dem Wähler völlig egal sein.
Es ist Westerwelles Problem, dass er beim nächsten Mal um jeden Preis
wird regieren müssen, will er weiter Chef sein. Und würde es nicht
obendrein staatsbürgerlich prächtig klingen, wenn man frühere
Grundsätze deshalb aufgäbe, nur damit Deutschland nicht der
Linkspartei ausgeliefert wird?Politik wird nicht auf dem Basar
verhandelt, aber eines wird von den Parteien erwartet nach dem
Kuddelmuddel, das in Hessen entstanden ist:Vorabfestlegungen müssen
so ausfallen, dass sie für die Wirklichkeit taugen, die der Wähler
anrichtet.
Von der Handlungsunfähigkeit der Traditionsparteien profitiert
tatsächlich doch nur die Linkspartei. Sie wird sich von nichts und
niemandem übertrumpfen lassen, wenn es gilt, Forderungen
aufzustellen. Sie gewinnt an Einfluss ganz ohne Ämter, auch dann,
wenn sie vom Patriarchen deutscher Amtsautorität, Helmut Schmidt, mit
historisch und politisch fehlleitenden Vergleichen belegt wird. Und
wer rote Socken in seine Fenster hängen möchte, wird den Gegner kaum
schwächen, selbst wenn er sich dabei gut fühlt.
Viel spricht dafür, dass auf Bundesebene mit dieser Mischung aus
altem und saarländischem Denken nicht regiert werden kann, zumindest
nicht 2009. Aber gerade, weil das so ist, kann sich Politik nicht auf
die Suppenkasper-Rolle beschränken lassen:Nach der Wahl wird
gegessen, was auf den Tisch kommt.

Originaltext: Leipziger Volkszeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6351
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Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Redaktion

Telefon: 0341/218 11558


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