(Registrieren)

Südwest Presse: Kommentar zur Bahn

Geschrieben am 12-09-2008

Ulm (ots) - Hartmut Mehdorn hat die Notbremse gezogen. Mit lautem
Quietschen hat er den geplanten Bedienzuschlag gestoppt. Allerdings
musste der Bahnchef von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) getragen, angehoben und
seine Hand an den knallroten Hebel gelegt werden.
Dabei macht Mehdorn im Führerstand der Bahn seit fast neun Jahren
nicht immer einen schlechten Job. Das ehemals marode
Staatsunternehmen Bahn fährt satte Gewinne ein und ist auch
international gut aufgestellt. Allerdings verliert der 66-Jährige
ganz vorn im Zug mit seinem Tunnelblick auf den geplanten Börsengang
regelmäßig einige Personen aus den Augen, die weiter hinten sitzen:
seine Kunden.
Von denen nimmt Mehdorn wenn überhaupt nur die Passagiere des
prestigeträchtigen Fernverkehrs wahr. Denn nur fünf Prozent der
Bahnkunden fahren IC und ICE, alle anderen sind regional unterwegs.
Trotzdem redet der ehemalige Airbus-Ingenieur Mehdorn immer wieder
von der Konkurrenz zu den Fluggesellschaften. Die nähmen auch eine
Servicegebühr am Schalter. Der verhinderte Chefpilot vergisst dabei,
dass Lufthansa und Co. nicht von Tübingen nach Stuttgart oder
Heidenheim nach Ulm fliegen. Und das die Bahn für alle da sein
sollte, die einfach von A nach B wollen, ohne abschreckende
Zuschläge. Denn mit leeren Zügen fährt es sich schlecht zum
Börsenbahnhof.

Originaltext: Südwest Presse
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/59110
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_59110.rss2

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

158504

weitere Artikel:
  • Neue Westfälische: Bedienungszuschläge bei der Bahn Bielefeld (ots) - Der ungewollte Imageschaden hat auch etwas Positives für die Gegner der Privatisierung. Die Politik hat ihren Einfluss - was selten publik wird - hier einmal konsequent geltend gemacht. Die künftigen Investoren wird diese Erfahrung kaum erfreuen. Denn auch künftig hat der Bund als Mehrheitseigentümer das Sagen und kann die Interessen der Verbraucher durchsetzen, wenn der Vorstand es zu bunt treibt. Originaltext: Neue Westfälische Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65487 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65487.rss2 mehr...

  • WAZ: Staat sammelt immer mehr Daten - Unheimlich - Leitartikel von Peter Szymaniak Essen (ots) - Es wird langsam unheimlich: Das Grundrecht eines jeden Menschen, Herr über seine Daten zu sein, schränken immer mehr Gesetze ein; der Staat weiß immer mehr über jeden einzelnen - das Alptraum-Szenario des "gläsernen Bürgers" droht Wirklichkeit zu werden. Zwangsweise werden immer mehr Daten zentral gespeichert - dafür gibt es in jedem Fall scheinbar gute Gründe: Weniger Bürokratie, weniger Kosten, weniger Steuer- und Sozialvergehen. Doch viele neue Gesetze greifen zu tief in die Rechte des Einzelnen ein und laden zum Missbrauch mehr...

  • WAZ: Pilgern heute - Alle sind dann mal weg - Leitartikel von Angelika Wölk Essen (ots) - Was verbindet den Stammvater Abraham mit den neuen "Touristen" auf dem alten Jakobsweg nach Santiago de Compostela? Sehr viel. Sie sind beide auf einer ganz besonderen Wanderschaft. Sie sind Pilger. Abraham verließ auf Geheiß seines Gottes vor einigen tausend Jahren das sumerische Fleckchen Ur im heutigen Irak. Was er verließ, das wusste Abraham; was er finden sollte, das wusste er nicht. Und das ist geblieben auf jeder Pilgerreise bis in die heutige Zeit: Sie wissen nicht, was sie erwartet, sie wissen nicht, wo sie ankommen. mehr...

  • Mitteldeutsche Zeitung: zu Bahn/Servicezuschlag Halle (ots) - Nicht Einsicht war es, die den Bahnchef zum Rückzug trieb. Wer Hartmut Mehdorn kennt, der weiß, dass er sich durch Volkszorn und Unterschriftensammlungen nicht so leicht von seinem Kurs bringen lässt. Es war allein der Druck der Politik, der dies erreichte. Schließlich ist der Bund immer noch Eigentümer der Deutschen Bahn. Und anders als Mehdorn müssen Politiker wenigstens hin und wieder auf des Volkes Stimme hören, wenn sie wiedergewählt werden wollen. Ausgestanden ist das Thema daher noch längst nicht. Nach wie vor mehr...

  • Rheinische Post: Die Bahn im Imagetief Düsseldorf (ots) - Von Alexander von Gersdorff So dreist, wie sich die Deutsche Bahn gegenüber ihren Kunden aufführt, stellen sich noch nicht einmal Billigflieger an. Die Airlines verstecken ihre Aufschläge wenigstens noch im Kleingedruckten. Der Schienenkonzern hingegen hat allen Ernstes versucht, die wahre Servicegebühr für den Fahrkartenkauf nirgendwo auftauchen zu lassen. Erst beim Ticketerwerb ab Dezember hätten die ersten Fahrgäste gemerkt, dass sie den Bedienzuschlag am Schalter je nach Zahl der Fahrkarten und Ziele zwei-, mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Politiknachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur BND-Affäre

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht