Dortmund (ots) - ZDF-Polittalkerin Maybrit Illner hat kein Verständnis für den Vorstoß von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der mehr Parlamentsfernsehen und weniger Talk-Shows gefordert hatte. Illner sagte in einem Gespräch mit der in Dortmund erscheinenden Westfälischen Rundschau (Donnerstagsausgabe), sie könne seine Kritik an Talk-Shows "nicht nachvollziehen". Illner: "Politik ist nun mal erklärungsbedürftig. Dass sich ein Politiker dazu aufschwingt, seinen Kollegen eben davon abzuraten, ist mir unbegreiflich. Ich möchte sehr wohl, dass Verantwortungsträger dieses Landes ihre Entscheidungen rechtfertigen, damit ich sie - bestenfalls - nachvollziehen kann."
Ferner übte die 43-jährige TV-Journalistin Kritik an der Programmplanung des Ersten, das Will am Sonntag und Frank Plasberg in seiner Sendung "Hart, aber fair" mittwochs talken lässt: "Die ARD hat ohne Not eine interne Konkurrenz zwischen zwei ähnlichen Formaten hergestellt - schade für die beiden Kollegen."
Über Will sagte Illner: "Anne Will hat immer schon tief Luft geholt und Durchhalte-Vermögen bewiesen. Jedem anderen in ihrer Situation hätte man wohl die berühmten 100 Tage gegönnt."