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Urwaldkiller Holzhandel / Greenpeace veröffentlicht Recherche zu Tropenholz in deutschen Bau- und Holzmärkten

Geschrieben am 07.05.2008 - [Nächster Artikel]

Mainz (ots) - Bundesweit werden in Baumärkten und Holzhandlungen
Produkte aus illegaler Urwaldabholzung verkauft. Das ist das Ergebnis
einer Recherche, die Greenpeace in den vergangenen drei Monaten im
deutschen Holzhandel durchgeführt hat. Die in 700 Geschäften
gefundenen Produkte aus beispielsweise Teak, Bangkirai oder Akazie
stammen zu großen Teilen aus Urwaldraubbau sowie Plantagen, für die
Urwald zerstört wurde. Greenpeace-Aktivisten präsentieren die
Ergebnisse der Recherche heute vor dem Tagungsgebäude der
Umweltministerkonferenz in Mainz. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel
(SPD) will hier mit den Umweltministern der Bundesländer die deutsche
Position zum kommenden UN-Urwaldgipfel (Convention on Biological
Diversity) formulieren. Greenpeace fordert Gabriel auf, sich im
Vorfeld der Konferenz für ein europäisches Urwaldschutzgesetz
einzusetzen, das den Handel mit illegalem Holz unter Strafe stellt.

"Nur ein europaweites Urwaldschutzgesetz kann verhindern, dass die
letzten Regenwaldparadiese Amazoniens und Indonesiens als billige
Holzwaren verkauft werden", sagt Corinna Hölzel, Urwaldexpertin von
Greenpeace. "Von Liegestühlen bis Fensterrahmen - der deutsche
Holzhandel bietet das ganze Sortiment aus Urwaldzerstörung an.
Deutschland trägt damit einen erheblichen Teil zur weltweiten Urwald-
und Klimazerstörung bei."

Das meiste Tropenholz haben die Holzdetektive von Greenpeace bei
Bodenbelägen wie Parkett, Dielen und Terrassenböden gefunden. Auch
für Möbel und Gartenmöbel wird oft Tropenholz ohne
Nachhaltigkeitszertifikat verwendet. Die am häufigsten entdeckten
Holzarten aus Urwaldzerstörung sind Teak, Merbau und Jatoba, gefolgt
von Wengé und Bangkirai. In Deutschland bieten vor allem die Firma
HolzLand und die Baumärkte Hammer und Hagebau unzertifiziertes
Tropenholz an. Nur das von allen Umweltverbänden anerkannte Siegel
des Forest Stewardship Council (FSC) garantiert Holzprodukte aus
ökologisch und sozial gerechter Waldwirtschaft.

Die Europäische Union setzt mit dem Wald-Aktionsplan bisher nur
auf freiwillige, bilaterale Verhandlungen mit einzelnen
Entwicklungsländern. Zwar wird derzeit eine neue Gesetzesvorlage von
der EU-Kommission ausgearbeitet, die diese freiwilligen Abkommen
ergänzen soll. Aber die deutsche Bundesregierung unterstützt diese
Initiative für ein Urwaldschutzgesetz bislang nicht. "Als Gastgeberin
des UN-Urwaldgipfels in Bonn erwarten wir auch von Bundeskanzlerin
Angela Merkel mehr Engagement gegen die illegale Ausbeutung der
Urwälder", sagt Hölzel.

Der illegale Einschlag ist verantwortlich für Korruption,
Menschenrechtsverletzungen sowie organisierte Kriminalität in den
Urwaldländern und sorgt für enorme Umweltprobleme. Seltene Tier- und
Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum und der in den Wäldern
gespeicherte Kohlenstoff gelangt als klimaschädliches Kohlendioxid in
die Atmosphäre. Ein Fünftel der globalen Treibhausgasemissionen
stammt aus der Zerstörung von Urwaldgebieten.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Corinna Hölzel
in Mainz, Tel. 0171-8787 833. Unter www.greenpeace.de/holzrecherche
können Sie die detaillierten Ergebnisse der Holzrecherche
"Urwaldrepublik Deutschland" einsehen. Der Einkaufsratgeber "Holz &
Wald" kann kostenlos bei Greenpeace bestellt werden, Tel. 040-30618
0.

Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6343
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6343.rss2
 
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