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Energiewirtschaft: Kapazitätsabbau gefährdet Versorgungssicherheit

Geschrieben am 01.04.2008 - [Nächster Artikel]

Hamburg (ots) - Vier von fünf Führungskräften der deutschen
Energiewirtschaft halten die Versorgungssicherheit mit Strom in
Deutschland künftig nicht mehr für gegeben. Als Hauptursache wird der
Abbau von Kernkraft- und Kohlekapazitäten im deutschen Stromnetz
gesehen. Ein mangelhafter Ausbau der Netze verschärft die Situation
zusätzlich: Nur etwa jeder zweite Energieversorger (54 Prozent)
plant bis 2010, den Aus- oder Aufbau seines Stromnetzes
voranzutreiben. Im Jahr 2005 lag die Investitionsbereitschaft noch
bei 63 Prozent. Planungsunsicherheiten sowie neue
Regulierungsbestimmungen sind die wichtigsten Gründe für die
Zurückhaltung. Dies ergab die Studie "Branchenkompass 2008
Energieversorger" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit
dem F.A.Z.-Institut.

Überlegungen der EU, eine komplette eigentumsrechtliche Trennung
von Netzbetrieb und Stromversorgung - zumindest für die großen
Versorger - durchzusetzen, verunsichert die Branche. 86 Prozent der
Befragten gehen davon aus, dass es zur Trennung kommen wird.
Zurückhaltung bei Infrastrukturvorhaben ist die Folge. Zwar bleibt
die Infrastruktur mit einem Anteil von rund 50 Prozent der größte
Posten in den Budgets der Versorger, doch die Tendenz ist abnehmend.
Im Vergleich zu 2007 wollen 44 Prozent der Energieversorger die
Ausgaben für den Ausbau und die Modernisierung ihrer Netze
zurückfahren, nur 14 Prozent planen, mehr zu investieren.

Stattdessen haben Investitionen in aufsichts- und kundenrelevanten
Bereichen Priorität. 68 Prozent der Versorger wollen bis 2010 ihr
Regulierungs- und Informationsmanagement ausbauen, 61 Prozent planen
Investitionen in Marketing und Vertrieb. Hieran zeigt sich, dass die
Umsetzung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der
Anreizregulierung offenbar erhebliche Investitionssummen bindet. Die
neuen Regelungen kurbeln den Wettbewerb an und zwingen die
Versorgungsunternehmen, eine an die veränderte Lage angepasste
Geschäftsstrategie zu entwickeln. Ziel ist dabei, sich stärker auf
den Vertrieb, insbesondere außerhalb des eigenen Versorgungsgebietes,
zu konzentrieren sowie die Effizienz des Kundenservice zu stärken.

Hintergrundinformationen
Für den "Branchenkompass 2008 Energieversorger" wurden 100
Führungskräfte aus 100 der größten Energieversorgungsunternehmen
Deutschlands zu den Branchentrends, Investitionszielen und
Unternehmensstrategien befragt. Die befragten Unternehmen
repräsentieren die drei wichtigsten Gruppen der deutschen
Energiewirtschaft: die Stadtwerke, die Regionalversorger und die vier
großen Energiekonzerne. Die Marktforschungsgesellschaft forsa führte
die Erhebung in Telefoninterviews durch. Befragt wurden jeweils die
Vorstandsvorsitzenden, Vorstandsmitglieder, die Geschäftsführer, die
Leiter von Finanzen und Controlling, die Vertriebs- und
Marketingleiter sowie sonstige Führungskräfte.

Originaltext: Steria Mummert Consulting
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/50272
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_50272.rss2

Pressekontakt:
Steria Mummert Consulting
Susanne Theisen-Canibol
Tel.: +49 (0) 40 22703-8568
E-Mail: susanne.canibol@extern.steria-mummert.de

Faktenkontor
Jörg Forthmann
Tel.: +49 (0) 40 22703-7787
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de

 
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