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Pandemievorsorge: Unternehmen ignorieren Warnungen der Experten

Geschrieben am 01.04.2008 - [Nächster Artikel]

Hamburg (ots) - Experten sind sich einig: Der Ausbruch einer
Pandemie in Deutschland ist nur eine Frage der Zeit. Doch das
Risikomanagement vieler Unternehmen ist nach wie vor unzureichend:
Noch immer arbeitet ein Viertel der Geschäftsführer in der
Pandemieplanung nicht mit einem Betriebsarzt zusammen. Dabei fungiert
er als Schnittstelle zu den Behörden und leistet medizinische
Aufklärung im Unternehmen. Auch der Nutzen von antiviralen
Medikamenten in der Pandemievorsorge wird unterschätzt: Im Ernstfall
können in deutschen Unternehmen aufgrund fehlender Bevorratung nur
zehn bis 30 Prozent der Belegschaft mit Medikamenten versorgt werden.
Das sind Ergebnisse der Studie Themenkompass Pandemie, die im Auftrag
des IMWF Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung und des
F.A.Z.-Instituts erstellt wurde.

Bisher hat nur jedes vierte Unternehmen die Bevorratung von
antiviralen Medikamenten geplant. Fachleute empfehlen allerdings
insbesondere Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern, hohen
Umsätzen oder Betrieben mit öffentlichen Aufgaben, eine ausreichende
Menge bereit zu stellen. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen
Arbeitgeber ihren Mitarbeitern antivirale Arzneimittel auch zur
Langzeitprophylaxe zur Verfügung stellen. Dadurch lässt sich im
Ernstfall der wirtschaftliche Schaden im Unternehmen erheblich
eindämmen. Der Grund: Im Pandemiefall sind die enormen Ausfallquoten
der Mitarbeiter einer der Hauptrisikofaktoren für die
Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes. Die Altersgruppe der
berufstätigen 20 bis 45-Jährigen gilt als besonders gefährdet. Zwar
gehört die klassische Schutzimpfung nach wie vor zu den wichtigsten
Maßnahmen, ein Ansteckungsrisiko zu minimieren. Da ein Impfstoff
jedoch erst produziert werden kann, wenn das Virus bekannt ist,
bleibt die Therapie mit antiviralen Medikamenten die einzig wirksame
Vorbeugung. Mit den so genannten Neuraminidase-Hemmern steht ein
Arzneimittel zur Verfügung, mit dem bei rechtzeitiger Behandlung die
Auswirkungen einer pandemischen Grippewelle erfolgreich eingedämmt
werden können. Die Medikamente verkürzen nicht nur die
Erkrankungsdauer, sondern minimieren auch die Krankheitsfälle mit
tödlichem Verlauf. Bei einer Therapie aller Erkrankten können bis zu
80.000 Todesfälle vermieden werden, schätzen Mediziner des Robert
Koch Instituts.

Unterstützung im Pandemiefall erhalten Unternehmen bei der
Erstellung eines Notfallplans unter anderem von den obersten
Landesgesundheitsbehörden. Checklisten zur Vorbereitung auf eine
Influenza-Pandemie gibt es zudem auf den Internetseiten des
Robert-Koch-Instituts oder vom Verband deutscher Betriebs- und
Werksärzte. Die Pandemieplanung sollten hochrangige Entscheider des
Unternehmens übernehmen und dabei mit dem Betriebsarzt
zusammenarbeiten. Darüber hinaus ist in der Pandemieplanung die
Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt oder anderen Unternehmen
ratsam. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen kooperieren in
dieser Frage mit Schlüsselkunden und Zulieferern.

Hintergrundinformationen:
Das Marktforschungsinstitut forsa hat im Januar 2008 im Auftrag des
IMWF Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung und des
F.A.Z.-Instituts 100 Verantwortliche für das Krisenmanagement aus der
Deutschen Wirtschaft zu ihren Vorbereitungen auf den Fall einer
Influenzapandemie befragt. Die Ergebnisse werden in der Studie
"Themenkompass 2008 Pandemie" veröffentlicht.

IMWF - Institut für Management- und Wirtschaftsforschung
Das IMWF wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass die
Ergebnisse wissenschaftlicher Ausarbeitungen und Marktanalysen für
Entscheider in der Wirtschaft oftmals nicht die hinreichende
Praxisnähe und Relevanz haben. In Folge dessen bleibt die
Unterstützung wissenschaftlicher Institutionen durch Unternehmen
oftmals hinter den Erwartungen der Lehrstühle zurück. Vor diesem
Hintegrund versteht sich das IMWF als Plattform, auf der Kontakte
zwischen Wissenschaft und an fundierter Aufarbeitung relevanter
Management- und Wirtschaftsthemen interessierter Unternehmen geknüpft
werden.

Dieses Netzwerk wird wesentlich durch Wilhelm Alms aufgebaut. Er hat
als ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Mummert Consulting
vielfältige Erfahrungen mit der Umsetzbarkeit von
Forschungsergebnissen in der Managementpraxis gesammelt und hat es
sich zur Aufgabe gemacht, Brückenschläge zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft zu initiieren.

Wenn Sie an diesem Netzwerk partizipieren wollen, freut sich das IMWF
über Ihre Nachricht. Von wissenschaftlichen Partnern wird erwartet,
nachweislich praxisorientierte Forschung leisten zu wollen. Im
Gegenzug hierzu obliegt es den eingebundenen Unternehmen, relevante
Fragestellungen zu formulieren und die Freiräume für die Aufarbeitung
dieser Themen zu gewährleisten

Weitere Informationen finden Sie unter www.imwf.de

Originaltext: IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65649
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65649.rss2

Pressekontakt:
Faktenkontor GmbH
Roland Heintze
Tel.: +49 40 22703-7160
Fax.: +49 40 22703-7961
E-Mail: roland.heintze@faktenkontor.de

 
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