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Roland Berger Stiftung: Unternehmensberater Roland Berger gründet private Stiftung - Ministerpräsident Beckstein überreicht Stiftungsurkunde - Bundespräsident Köhler wird Preis für Menschenwürde verle

Geschrieben am 27.03.2008 - [Nächster Artikel]

München (ots) -

- Querverweis: Bild wird über obs versandt und ist ab 16:30 Uhr
unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs abrufbar -

Sperrfrist: 27.03.2008 15:00
Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der
Sperrfrist zur Veröffentlichung frei gegeben ist.

Im Rahmen der Initiative Stifterland Bayern wurde heute in der
Münchner Residenz die Roland Berger Stiftung ins Leben gerufen.
Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein überreichte Prof. Dr. h.c.
Roland Berger dabei die Stiftungsurkunde. Die Roland Berger Stiftung
verpflichtet sich dem weltweiten Schutz der Menschenwürde und der
Bildungsförderung. Sie fördert zum einen Menschenwürde und
Menschenrechte durch den "Roland Berger Preis für Menschenwürde - zur
Förderung eines friedlichen Miteinanders in der Welt". Mit diesem
Preis werden jedes Jahr Personen oder Institutionen geehrt, die sich
vorbildlich und erfolgreich für Menschenwürde und Menschenrechte
einsetzen. Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler hat die
Schirmherrschaft über den mit einer Million Euro dotierten Preis
übernommen und sich bereit erklärt, diesen auch zu vergeben. Die
Roland Berger Stiftung will zudem begabte junge Menschen aus
bildungsfernen Schichten unterstützen: So sollen ihnen etwa
Stipendien eine hochwertige Ausbildung und dadurch ein
selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Zudem werden Bildungsprojekte
aufgelegt und finanziert. Die Stiftung stattet der 70-jährige
Strategieberater mit zunächst 50 Millionen Euro aus seinem
Privatvermögen aus, das auf einen dreistelligen Millionenbetrag
aufgestockt werden soll. Das Kuratorium unter dem Vorsitz Roland
Bergers besteht aus Staatssekretär Dr. Gert Haller, Chef des
Bundespräsidialamtes, Frau Barbara Lochbihler, Generalsekretärin der
deutschen Sektion von amnesty international, dem
Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der
Freien Universität Berlin, sowie Frau Karin Berger.

In seiner Rede erklärt Roland Berger:

"Die Roland Berger Stiftung hat einen zweifachen Stiftungszweck:

1. Menschenwürde und Menschenrechte fördern und schützen, mit dem
Ziel einer weltweit offenen und friedlichen Gesellschaft, in der alle
Menschen ihre Fähigkeiten frei entfalten und in Würde leben können.

2. Die Bildungschancen begabter junger Menschen, vor allem aus
bildungsfernen Schichten, verbessern, um ihnen so ein
selbstbestimmtes Leben in Würde zu ermöglichen.

Wie kommt man als Stifter auf derartige Stiftungszwecke? Es sind
persönliche Erlebnisse: Geboren im nationalsozialistischen
Deutschland musste ich bereits als kleines Kind den
menschenverachtenden Terror der Gestapo miterleben. Unser Zuhause
wurde regelmäßig unangekündigt von Schergen dieses Unrechtsstaates
durchsucht. 1944 schließlich wurde mein Vater von den Nazis
inhaftiert. Diese Jahre waren der dunkelste Abschnitt deutscher
Geschichte. Die Würde des Menschen galt nichts. Vielen wurde sie
genommen.

Dagegen sagt heute Artikel 1 unseres Grundgesetzes: "Die Würde des
Menschen ist unantastbar". Mittlerweile ist das Bekenntnis zu
Menschenwürde und Menschenrechten ein tragender Grundsatz der
internationalen Ordnung, der Charta der Vereinten Nationen, der
Verfassung der UNESCO sowie ungezählter nationaler Verfassungen.

Fakt ist allerdings, dass Würde und Rechte des Menschen auch heute
noch in vielen Teilen der Welt missachtet werden. Schauen wir nur
nach Somalia, in den Tschad oder den Sudan. Zwei Weltkriege und der
Holocaust in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts verpflichten
uns Deutsche meiner Meinung nach besonders, uns für diese Werte
einzusetzen.

So lobt die Roland Berger Stiftung von nun an jedes Jahr den
"Roland Berger Preis für Menschenwürde - zur Förderung eines
friedlichen Miteinanders in der Welt" aus, über den Bundespräsident
Prof. Dr. Horst Köhler die Schirmherrschaft übernimmt. Der
Bundespräsident wird den mit einer Million Euro dotierten Preis auch
jährlich im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in Berlin
übergeben. Er soll Persönlichkeiten und Institutionen für ihre
Verdienste um die Menschenwürde ehren. Gleichzeitig sollen sie das
Preisgeld verwenden, um ihre Arbeit zu finanzieren. Schließlich soll
die Auszeichnung noch mehr Menschen und Gemeinschaften dazu
inspirieren, sich für Menschenwürde und Menschenrechte einzusetzen.

Auch der Stiftungszweck Bildungsförderung gründet auf persönlichen
Erfahrungen. Letztlich konnte ich nur deswegen im Leben etwas
erreichen, weil ich Zugang zu erstklassiger Bildung hatte. Sie
ermöglichte es mir, meine Fähigkeiten zu entwickeln und dadurch, so
hoffe ich jedenfalls, persönlich und beruflich zum Fortschritt der
Gesellschaft beizutragen. Daher habe ich mich entschieden, mit meiner
Stiftung Bildung zu fördern, vor allem die Ausbildung junger Menschen
aus bildungsfernen Schichten.

"Bildungschancen sind Lebenschancen", so hat es Bundespräsident
Prof. Dr. Horst Köhler in seiner Berliner Rede 2006 formuliert.
Tatsächlich besteht hier auch in Deutschland noch immer großer
Handlungsbedarf und hier wird die Roland Berger Stiftung ansetzen:

In Deutschland studieren heute nur 36 Prozent der Abiturienten
eines Jahrgangs, drei Jahre zuvor waren es noch 39 Prozent. Und
schaut man sich die soziale Herkunft der Studierenden an, so wird
klar, dass der familiäre Hintergrund offenbar die Chancen der jungen
Menschen bestimmt: So studieren heute 83 Prozent aller
Akademikerkinder, aber nur 23 Prozent des Nachwuchses aus Familien
ohne akademische Tradition. Noch schlechter steht es um Kinder aus
Familien mit Migrationshintergrund. Auch diese ,sind Deutschland'.
Deshalb geht es uns alle an, dass jedes fünfte Zuwandererkind die
Schule ohne Abschluss verlässt, vier von zehn Jugendlichen mit
Migrationshintergrund keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen
können, und dass die Chance, eine qualifizierte Ausbildung zu
bekommen, für diese Jugendlichen nur halb so hoch ist wie für ihre
deutschen Kameraden.

Dies verstößt nicht nur gegen die Chancengerechtigkeit, sondern
bedeutet auch, dass wir intellektuelles Potenzial vergeuden, und zwar
in erheblichem Umfang. Und eben dieses Potenzial müssten wir dringend
ausschöpfen, wenn unsere Gesellschaft ihre Zukunft bewältigen und
ihren Bürgern ein lebenswertes Dasein garantieren soll.

Die Roland Berger Stiftung will der ungleichen Verteilung von
Bildungschancen in Deutschland entgegenwirken. Zum einen durch die
Vergabe von Roland Berger Stipendien an begabte junge Menschen aus
bildungsfernen Schichten. Zum anderen, indem sie Bildungsprojekte in
allen Bereichen fördert - von der Vorschule bis hin zur Universität.

Die Roland Berger Stiftung wird zunächst mit 50 Millionen Euro
ausgestattet. Daraus stehen jährlich etwa 4 Millionen Euro für Roland
Berger Preis und Bildungsförderung zur Verfügung. Ich plane darüber
hinaus, das Stiftungskapital mittelfristig auf bis zu 150 Millionen
Euro aufzustocken."

Nähere Informationen sowie Bildmaterial finden Sie ab 15.00 Uhr
auf der Stiftungswebseite:www.rolandbergerstiftung.org

Am 27. März ab 16.00 Uhr steht Ihnen dort auch ein Foto der
Urkundenübergabe zur Verfügung.

Originaltext: Roland Berger Strategy Consultants
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32053
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_32053.rss2

Falls Sie Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte an:
Thorsten Gohlke, Roland Berger Stiftung,
Postfach 402140, 80721 München
T (0 89) 92 30 84 83 | F (089) 54 85 88 05
tg@rolandbergerstiftung.org
www.rolandbergerstiftung.org (online ab 27. März, 15.00 Uhr)
 
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