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Gute Konjunktur lässt Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der Wirtschaft kräftig wachsen

Geschrieben am 31.01.2008 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) -

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt steigt 2006 auf 2,53 Prozent -
Stifterverband ruft zu mehr Investitionen in Bildung und Forschung
auf - Hambrecht: "Subventionen für einfache Fertigungstätigkeiten
sind vergeudetes Geld"

"Die Wirtschaft mit ihrer Innovationskraft erbringt einen
Riesenbeitrag, um dieses Land voranzubringen. 2008 werden die
Forschungs- und Entwicklungsausgaben (FuE) der Unternehmen
voraussichtlich erstmals die Schwelle von 55 Milliarden Euro
durchbrechen", sagte Jürgen Hambrecht, Vizepräsident des
Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und Vorsitzender des
Vorstandes der BASF SE, heute in Berlin.

Nach Jahren der Stagnation sind die FuE-Gesamtaufwendungen der
Wirtschaft 2006 gegenüber 2005 deutlich gestiegen, und zwar um 7,4
Prozent von 48,4 Mrd. Euro auf 52,0 Mrd. Euro. Das ergibt die neueste
Erhebung des Stifterverbandes, der regelmäßig die Daten über die
FuE-Tätigkeit der Wirtschaft ermittelt. "Wir sehen hier unmittelbare
Auswirkungen der guten Konjunktur und die Effekte von neuer
Zuversicht und Optimismus der Unternehmen am Standort Deutschland",
sagte Hambrecht.

2007 wuchsen die FuE-Ausgaben weiter, nach den letzten Schätzungen
auf 54,2 Mrd. Euro, das wäre ein weiterer deutlicher Anstieg um 4,2
Prozent gegenüber 2006. Für 2008 rechnen die Unternehmen mit einer
weiteren Anhebung um 2,2 Prozent auf 55,4 Mrd. Euro.

Die Steigerungsraten der Jahre 2006 und 2007 von 7,4 Prozent und
4,2 Prozent übertreffen die allgemeinen Preissteigerungsraten sowie
die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,5 Prozent
und 2,2 Prozent deutlich. Deutsche und ausländische Unternehmen haben
am Standort in den vergangenen zwei Jahren nicht nur nominell,
sondern real mehr Geld in Forschung und Entwicklung eingesetzt.
Erstmals seit 2003 ist der Anteil der FuE-Aufwendungen am
Bruttoinlandsprodukt damit 2006 wieder angestiegen, und zwar auf 2,53
Prozent. Der Anteil des Wirtschaftssektors stieg von 1,72 Prozent am
BIP 2005 auf 1,77 Prozent im Jahr 2006 und erreicht nach den
Prognosen 2007 einen Anteil von ebenfalls 1,77 Prozent.

Hambrecht betonte die Notwendigkeit eines deutlich stärkeren
Engagements von Staat und Wirtschaft für Forschung und Entwicklung:
"Wir wollen am 'Drei-Prozent-Ziel` festhalten." Amtierende und
vorherige Bundesregierung hatten das Ziel ausgegeben, bis 2010 drei
Prozent des Bruttoinlandsproduktes für FuE einzusetzen. Die aktuellen
FuE-Initiativen der Politik gingen in die richtige Richtung, so
Hambrecht. Der BASF-Vorstandsvorsitzende lobte die Hightech-Strategie
der Bundesregierung und den Cluster-Wettbewerb des
Bundesforschungsministeriums. Hambrecht zeigte sich dennoch besorgt,
Deutschland betreibe "zu viel Aufwand für die Gegenwart, anstatt in
die Zukunft zu investieren". Die Politik lasse nachhaltige Strategien
vermissen, die nicht das Bewahren, sondern das Gestalten im Visier
haben. Hambrecht: "Was passiert, wenn die Politik vorrangig auf die
Verteidigung des Status quo setzt, mussten wir schmerzhaft in Bochum
erleben. Dabei wissen wir schon lange, dass einfache
Fertigungstätigkeiten nicht die Zukunftssicherung für Deutschland
sind. Subventionen für solche Produktionen sind vergeudetes Geld, das
an anderer Stelle fehlt. Wir müssen in Bildung und Forschung
investieren - das ist die einzige Chance, die wir haben."

Mit den gestiegenen FuE-Aufwendungen wuchs 2006 und 2007 auch die
Zahl der Forscher, Laboranten und Techniker in den Entwicklungslabors
der Wirtschaft. Im Jahr 2006 waren rund 312 000 Personen in
Unternehmen und Institutionen für Gemeinschaftsforschung (gemessen im
sogenannten "Vollzeitäquivalent") im FuE-Bereich tätig, ein Zuwachs
um 2,5 Prozent gegenüber 2005. Da waren es knapp 305.000, 2004 erst
299.000 Personen. Für 2007 erwarten die Experten der
Stifterverband-Wissenschaftsstatistik einen weiteren Anstieg um 2,2
Prozent auf 320.000.

Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes,
kommentierte die Beschäftigtenzahlen: "Die Verfügbarkeit von
Fachkräften begrenzt das Wachstum des FuE-Sektors." Der
Fachkräftemangel könne sich bald als Wachstumsbremse erweisen, warnte
Schlüter. Der Stifterverbandsgeneralsekretär forderte eine bessere
Betreuung der Studenten an den Hochschulen und mehr Qualität in der
Lehre. "Die Abbrecherquoten in den MINT-Fächern Mathematik,
Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik liegen bei
30 bis 40 Prozent. Gelänge es, diesen Missstand zu beseitigen, hätten
wir auf einen Schlag fast ein Drittel mehr Ingenieure pro Jahr,"
sagte Schlüter. Der Stifterverband legt in diesem Jahr den
Schwerpunkt seiner Programmarbeit auf Verbesserungen in der Lehre.

Hinweis an die Redaktionen:

Redemanuskripte und weiterführende Grafiken finden Sie auf der
Internet-Seite des Stifterverbandes.

www.stifterverband.de/pdf/fue-pk_2008.zip

Originaltext: Stifterverband für die Dt. Wissenschaft
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/18931
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_18931.rss2

Pressekontakt:

Frank Stäudner
Mobil: 0177 / 8401158
E-Mail frank.staeudner@stifterverband.de
 
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