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Deutsche Wirtschaft im Jahr 2007 mit robustem Wachstum

Geschrieben am 15.01.2008 - [Nächster Artikel]

Wiesbaden (ots) - Kurzfassung

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2007 erneut kräftig gewachsen.
Um 2,5% war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach
ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) höher
als im Vorjahr. Bei kalenderbereinigter Betrachtung - im vergangenen
Jahr standen 1,6 Arbeitstage weniger zur Verfügung als in 2006 -
ergibt sich eine Wachstumsrate von 2,6% für 2007.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet
Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

1997 1998 1999 2000 2001
+ 1,8% + 2,0% + 2,0% + 3,2% + 1,2%

2002 2003 2004 2005 2006 2007
+ 0,0% - 0,2% + 1,1% + 0,8% + 2,9% + 2,5%

Auf der Verwendungsseite kamen die Wachstumsimpulse sowohl aus dem
Ausland als auch aus dem Inland. Die preisbereinigten Exporte legten
mit einem Plus von 8,3% deutlich stärker zu als die Importe, die um
5,7% zunahmen. Der gestiegene Exportüberschuss (Außenbeitrag)
steuerte 1,4%-Punkte zum BIP-Wachstum bei. Der Wachstumsbeitrag der
inländischen Verwendung belief sich auf einen Prozentpunkt.
Bestimmend dafür waren in erster Linie die Ausrüstungsinvestitionen:
Die Unternehmen investierten auch 2007 wieder deutlich mehr (+ 8,4%)
in neue Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge als im Vorjahr. Die
Konsumausgaben trugen 0,2%-Punkte zum Wirtschaftswachstum bei.
Positive Impulse gingen allerdings ausschließlich von den
Konsumausgaben des Staates aus, die preisbereinigt um 2,0% zulegten.
Die realen privaten Konsumausgaben waren demgegenüber um 0,3%
niedriger als im Vorjahr.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2007 von gut
39,7 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 649 000 Personen
mehr (+ 1,7%) als ein Jahr zuvor.

Der Staatssektor, bestehend aus Bund, Ländern, Gemeinden und
Sozialversicherungen, wies im Jahr 2007 nach noch vorläufigen
Berechnungen einen ausgeglichenen Finanzierungssaldo auf. Bezogen auf
das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich damit
eine "schwarze Null".

Am 14. Februar wird das Statistische Bundesamt erste Ergebnisse
der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das vierte Quartal
2007 und die überarbeiteten Ergebnisse für das Jahr 2007
veröffentlichen (nur BIP); am 26. Februar folgen die detaillierten
Ergebnisse.

Deutsche Wirtschaft im Jahr 2007 mit robustem Wachstum

Langfassung

Die deutsche Wirtschaft ist 2007 wiederum kräftig gewachsen. Um
2,5% war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten
Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) höher als im
Vorjahr.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet
Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

1997 1998 1999 2000 2001
+ 1,8% + 2,0% + 2,0% + 3,2% + 1,2%

2002 2003 2004 2005 2006 2007
+ 0,0% - 0,2% + 1,1% + 0,8% + 2,9% + 2,5%

Bei kalenderbereinigter Betrachtung - im Jahr 2007 standen 1,6
Arbeitstage weniger zur Verfügung als in 2006 - ergibt sich eine
Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 2,6% für das Jahr 2007.

Bruttoinlandsprodukt, preis- und kalenderbereinigt, verkettet
Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

1997 1998 1999 2000 2001
+ 1,8% + 1,8% + 1,9% + 3,5% + 1,4%

2002 2003 2004 2005 2006 2007
+ 0,0% - 0,2% + 0,6% + 1,0% + 3,1% + 2,6%

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2007 von gut
39,7 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 649 000 Personen
mehr (+ 1,7%) als ein Jahr zuvor. Die Erwerbstätigkeit erreichte
damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der
Erwerbslosen (internationale Abgrenzung) sank nach vorläufigen
Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung um 641 000 (- 15,1%) auf 3,6
Millionen Personen.

Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes
Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen beziehungsweise je
Erwerbstätigenstunde, stieg im Jahr 2007 jeweils um 0,8% und blieb
damit deutlich hinter den in 2006 erreichten Zuwachsraten (+ 2,2%
beziehungsweise + 2,4%) zurück.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts
(preisbereinigt) trugen alle Wirtschaftsbereiche positiv zum Wachstum
bei. Ein kräftiges Plus verzeichnete insbesondere das Produzierende
Gewerbe, dessen Bruttowertschöpfung im Vorjahresvergleich um 5,2%
zulegte. Deutlich gestiegen ist die Wirtschaftsleistung auch in den
Bereichen Handel, Gastgewerbe und Verkehr (+ 2,3%), Finanzierung,
Vermietung und Unternehmensdienstleister (+ 3,1%) sowie in der Land-
und Forstwirtschaft, Fischerei (+ 2,7%). Die Wirtschaftsleistung des
Baugewerbes verbesserte sich um 1,7%. Der im Jahr 2006 einsetzende
Aufschwung - die preisbereinigte Bruttowertschöpfung stieg seinerzeit
um 5,4% - hat sich damit allerdings deutlich abgeflacht. Die
Bruttowertschöpfung der öffentlichen und privaten Dienstleister nahm
gegenüber dem Vorjahr um 0,6% zu.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen 2007 die
Wachstumsimpulse sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland. Die
ungebrochene Nachfrage des Auslands nach deutschen Waren und
Dienstleistungen bescherte dem Export einen Zuwachs von 8,3%. Das
Wachstum der Importe blieb mit einem Plus von 5,7% deutlich hinter
dem der Exporte zurück. Der daraus resultierende preisbereinigte
Exportüberschuss (Außenbeitrag) trug mit 1,4%-Punkten zum
BIP-Wachstum bei. Die inländische Verwendung lieferte einen
Wachstumsbeitrag von einem Prozentpunkt, der in erster Linie von den
Bruttoanlageinvestitionen getragen wurde; sie waren preisbereinigt um
4,9% höher als 2006. Als Wachstumstreiber erwiesen sich erneut die
Ausrüstungsinvestitionen: Die Unternehmen investierten in Maschinen,
Anlagen und Fahrzeuge 8,4% mehr als im Jahr zuvor. Die
Bauinvestitionen stiegen demgegenüber lediglich um 2,0%. Dieser
Zuwachs geht fast ausschließlich auf das Konto der Investitionen in
Nichtwohnbauten, die mit einem Plus von 4,3% an das gute Ergebnis des
Jahres 2006 (ebenfalls + 4,3%) anknüpfen konnten. Die
preisbereinigten Wohnungsbauinvestitionen stiegen demgegenüber
lediglich um 0,3% und blieben deutlich hinter der Zuwachsrate des
Vorjahres (+ 4,3%) zurück.

Die Konsumausgaben trugen mit 0,2%-Punkten zum BIP-Wachstum bei.
Dass vom Konsum positive Wachstumseffekte ausgingen, war allerdings
ausschließlich den Konsumausgaben des Staates zu verdanken, die
preisbereinigt um 2,0% zulegten. Die privaten Konsumausgaben
verringerten sich 2007 im Vorjahresvergleich um 0,3%, was zu einem
negativen Wachstumsbeitrag von 0,2%-Punkten führte. In 2006 leistete
der private Konsum demgegenüber noch einen positiven Wachstumsbeitrag
von 0,6%-Punkten. In diesen beiden Ergebnissen dürfte sich indessen
auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer widerspiegeln, die im Jahr 2006
zu Vorzieheffekten geführt hat.

Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den
Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, stieg 2007 auf 1
825 Milliarden Euro (+ 4,2%). Während das Arbeitnehmerentgelt mit 1
180 Milliarden Euro um 2,6% höher war als im Jahr zuvor,
verzeichneten die Unternehmens- und Vermögenseinkommen einen Zuwachs
von 7,2% auf 645 Milliarden Euro. Die Lohnquote, die den Anteil des
Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen misst, fiel auf 64,6%; das war
ein Prozentpunkt weniger als im Jahr zuvor.

Die Bruttolöhne und -gehälter stiegen 2007 um 3,1% auf 954
Milliarden Euro. Einen höheren Zuwachs gab es zuletzt im Jahr 2000 (+
3,4%). Die Nettolöhne und -gehälter, die sich nach dem Abzug der
Lohnsteuer und der Sozialbeiträge der Arbeitnehmer ergeben, lagen mit
knapp 620 Milliarden Euro um 2,3% über dem Niveau des Vorjahres.
Während die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer mit einem Plus von 2,7%
vergleichsweise moderat angestiegen sind, legte die Lohnsteuer nach
ersten vorläufigen Ergebnissen um 6,2% zu. Zurückzuführen ist dieser
starke Anstieg unter anderem auf die deutliche Zunahme voll
sozialversicherungs-pflichtiger Beschäftigungsverhältnisse und auf
Änderungen des Einkommensteuerrechts (unter anderem Abschaffung oder
Einschränkung der Pendlerpauschale).

Die Anzahl der Arbeitnehmer hat im vergangenen Jahr um 1,7%
zugenommen. Deren durchschnittliche Bruttolöhne und -gehälter (je
Arbeitnehmer) stiegen um 1,3%, die durchschnittlichen Nettolöhne und
-gehälter um 0,5%.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte nahm im Jahr 2007
um 1,6% auf 1 518 Milliarden Euro zu. Im Unterschied zum Jahr 2006
zeigten die Haushalte wieder eine stärkere Kaufzurückhaltung, so dass
das Wachstum der in jeweiligen Preisen berechneten Konsumausgaben der
privaten Haushalte von 1,4% noch hinter dem moderaten Anstieg des
verfügbaren Einkommens zurückblieb. Die Sparquote kletterte
dementsprechend auf 10,8%, das waren 0,3%-Punkte mehr als im Jahr
zuvor.

Der Staatssektor, bestehend aus Bund, Ländern, Gemeinden und
Sozialversicherungen, wies im Jahr 2007 nach noch vorläufigen
Berechnungen einen ausgeglichenen Finanzierungssaldo auf. Bezogen auf
das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich eine
"schwarze Null".

Am 14. Februar 2008 wird das Statistische Bundesamt erste
Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das vierte
Quartal 2007 und die überarbeiteten Ergebnisse für das Jahr 2007
veröffentlichen (nur BIP); am 26. Februar 2008 folgen die
detaillierten Ergebnisse.

Die im August 2007 veröffentlichten Ergebnisse für die Jahre 1991
bis 2006 wurden - wie immer zum jetzigen Zeitpunkt - nicht
überarbeitet.
Diese und weitere Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnungen können im Internet (http://www.destatis.de)
abgerufen werden. Außerdem werden in der Fachserie 18
"Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.1 "Erste
Jahresergebnisse" (Bestellnummer 2180110) tiefer gegliederte
Ergebnisse veröffentlicht. Diese und weitere Veröffentlichungen sind
online im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/publikationen kostenfrei erhältlich.

Eine methodische Kurzbeschreibung zum Bruttoinlandsprodukt bietet
die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt: VGR-Infoteam,
Telefon: (0611) 75-2626,
E-Mail: bip-info@destatis.de

Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_32102.rss2

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de
 
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