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ots.Audio: Deutsche Wirtschaft im Jahr 2007 mit robustem Wachstum

Geschrieben am 15.01.2008 - [Nächster Artikel]

Wiesbaden (ots) -

- Querverweis: Audiomaterial ist unter
http://www.presseportal.de/audio und
http://www.presseportal.de/link/multimedia.mecom.eu abrufbar -

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat heute die erste
Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt 2007 bekannt gegeben. Danach
ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Jahr hintereinander kräftig
gewachsen. Deutliche Wachstumsimpulse kamen im vergangenen Jahr
sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland. Über die
wirtschaftliche Entwicklung 2007 in Deutschland sprechen wir mit
Walter Radermacher, dem Präsidenten des Statistischen Bundesamtes.

Frage 1: Herr Radermacher, wie hat sich die deutsche Wirtschaft im
abgelaufenen Jahr entwickelt?

O-Ton 24 sec: "Ich würde sagen: gut. Die deutsche Wirtschaft ist
im vergangenen Jahr nämlich wieder kräftig gewachsen. Unsere erste
Schätzung für 2007 ergab, dass das preisbereinigte
Bruttoinlandsprodukt um 2,5% höher war als im Jahr zuvor. Die
Wirtschaftsleistung ist damit im zweiten Jahr hintereinander deutlich
gewachsen. Für das letzte Jahr möchte ich deswegen den Begriff
'robustes' Wachstum verwenden, weil doch die Umstände schwieriger
waren als im Jahr zuvor."

Frage 2: Inwieweit hat denn die Binnenkonjunktur zu diesem
kräftigen Wirtschaftswachstum beigetragen?

O-Ton 27 sec: "Die 'good news' zuerst: Die Unternehmen haben ihre
Investitionen in Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge gegenüber dem
Vorjahr um gut 8% erhöht.
Nun die 'bad news': Die privaten Haushalte haben sich beim Konsum
deutlich zurückgehalten. Denken Sie aber an die
Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007, die dazu geführt hat, dass die
Verbraucher viele Anschaffungen bereits in das Jahr 2006 vorgezogen
haben."

Frage 3: Welche Rolle für das Wachstum spielte der Außenhandel?

O-Ton 29 sec: "Die Nachfrage aus dem Ausland nach Produkten 'Made
in Germany' ist weiter ungebrochen und hat uns beim Export einen
Zuwachs von 8,3% beschert. Die Importe sind deutlich schwächer
angestiegen, nämlich nur um 5,7%. Die deutsche Wirtschaft hat 2007
wieder einen Exportüberschuss erzielt, der mehr als die Hälfte des
Wirtschaftswachstums getragen hat. Von Verkäufen auf dem Weltmarkt
gingen also größere Wachstumsimpulse aus als von Konsum und
Investitionen in Deutschland."

Frage 4: Hat das Wirtschaftswachstum alle Branchen gleichermaßen
erfasst oder gibt es Unterschiede?

O-Ton 17 sec: "Wir haben für alle Wirtschaftsbereiche eine
erfreuliche Entwicklung festgestellt. Ein kräftiges Plus verzeichnete
aber insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, dessen
Bruttowertschöpfung um 6,2% angestiegen ist. Eine ähnlich hohe
Zuwachsrate erreichte dieser Bereich zuletzt im Jahr 2000."

Frage 5: Hat die positive Wirtschaftsentwicklung denn auch zu
einem Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt geführt?

O-Ton 21 sec: "Eindeutig ja. Die Zahl der Erwerbstätigen ist im
vergangenen Jahr um rund 650 000 Personen auf insgesamt
39,7 Millionen angestiegen. Das ist der höchste Stand seit der
Wiedervereinigung. Gleichzeitig sank die Zahl der Erwerbslosen
gegenüber dem Vorjahr um rund 640 000 Personen auf 3,6 Millionen."

Frage 6: Inwieweit kommt dieser Wirtschaftsaufschwung denn auch
bei den normalen Arbeitnehmern an?

O-Ton 24 sec: "Die Bruttolöhne und -gehälter sind in der Summe
gegenüber dem Vorjahr um 3,1% und die Nettolöhne und- gehälter um
2,3% gestiegen. Das sind deutlich höhere Zuwachsraten als im Jahr
2006. Aber auch die Zahl der Arbeitnehmer ist gewachsen, nämlich um
1,7%. Die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer
waren deshalb nur um 0,5% höher als im Vorjahr."

Frage 7: Wie hat sich denn im vergangenen Jahr das Staatsdefizit
entwickelt?

O-Ton 28 sec: "Unsere Berechnungen - die sind im Moment allerdings
noch vorläufig - haben ergeben, dass Bund, Länder, Gemeinden und
Sozialversicherungen im Jahr 2007 einen ausgeglichenen
Finanzierungssaldo haben. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt ergibt
sich daraus eine schwarze Null. Seit 1991 war der Saldo immer negativ
gewesen. Nur im Jahr 2000 sorgten die Einnahmen aus der Versteigerung
der UMTS-Lizenzen für einen positiven Saldo."

Frage 8: Wie schätzen Sie das deutsche Wachstum 2007 im
internationalen Vergleich ein?

O-Ton 26 sec: "Die Europäische Kommission hat für die Eurozone ein
Wachstum von 2,6% und für die 27 Mitgliedstaaten von 2,9%
vorausgesagt. Für die USA rechnet die Kommission im Jahr 2007 mit
einem Wachstum von 2,1% und für Japan von 1,9%. Mit den von uns
berechneten 2,5% Wachstum liegt Deutschland - so meine ich - auf
einem guten Mittelfeldplatz."

Frage 9: Herr Radermacher, wie beurteilen Sie zusammenfassend die
Wirtschaftslage in Deutschland?

O-Ton 31 sec: "Überwiegend positiv: Wir hatten im zweiten Jahr
hintereinander ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Die Zahl der
Erwerbstätigen ist stark angestiegen und hat den höchsten Stand seit
der Wiedervereinigung erreicht. Der Staat weist einen ausgeglichenen
Finanzierungssaldo auf.

Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: die Entwicklung der
Verbraucherpreise. Die Preise lagen um 2,2% höher als im Vorjahr.
Eine so hohe Preissteigerung hatten wir seit 1994 nicht mehr.

Insgesamt ist aber mein Fazit: Mehr Licht als Schatten."

Vielen Dank, Herr Radermacher, für Ihre Einschätzung der
wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Weitere Details können auf der
Internetseite www.destatis.de nachgelesen werden.

Weitere Auskünfte gibt:
Petra Kucera,
Telefon: (0611) 75-2838
E-Mail: petra.kucera@destatis.de

ACHTUNG REDAKTIONEN:

Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Wir bitten jedoch
um einen Hinweis, wie Sie den Beitrag eingesetzt haben
an desk@newsaktuell.de.

Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_32102.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de
 
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