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Lebensmittelindustrie - ein Restrisiko bleibt

Geschrieben am 05.12.2007 - [Nächster Artikel]

München (ots) - Deloitte-Studie "Erfolgsfaktor Risikomanagement"
zeigt Schwächen bei der Implementierung auf und analysiert die
Effizienz von Risikomanagementsystemen

Die Implementierung eines effektiven Risikomanagements wird von
deutschen Unternehmen der Lebensmittelbranche - auch kleineren und
mittelständischen - mehrheitlich als unverzichtbar angesehen. Doch
etwa ein Fünftel der Studienbefragten ist nicht von der Wirksamkeit
ihres Risikomanagementsystems überzeugt. Der hohe organisatorische
Aufwand bei der Systemeinführung wird von vielen Unternehmen als
belastend empfunden. Generell ist das Risikomanagement in nahezu
allen Unternehmen Chefsache - die Geschäftsführung definiert dabei
Ziele und Strategien gemäß den allgemeinen Unternehmenszielen.

"Wer erfolgreich sein will, muss Risiken kalkuliert eingehen.
Dafür ist ein funktionierendes Risikomanagement notwendig", erklärt
Dr. Stefan Huckemann, Partner Consumer Business bei Deloitte. "Als
integriertes, wertorientiertes Steuerungsinstrument leistet ein
Risikomanagementsystem weit mehr, als nur den allgemeinen Vorgaben zu
entsprechen - so bietet es zum Beispiel die Basis zur Identifikation
von Frühwarnindikatoren und ist eine wichtige Entscheidungshilfe für
risikoreduzierende Maßnahmen."

Risikostrategie ist Vorstandssache

Die Mehrheit aller Studienteilnehmer (81 Prozent) richtet die
Risikostrategie nach den Unternehmenszielen aus - jedoch können nur
34 Prozent dies realisieren. Die Gründe dafür sind unter anderem in
der Formulierung der Unternehmensziele zu suchen. Die Risikostrategie
obliegt dem Vorstand und der Geschäftsleitung, jedoch spielt auch die
jeweilige Fachabteilung eine bedeutende Rolle. Die Verantwortung für
Implementierung und Umsetzung der Strategie trägt in den meisten
Fällen ein zentraler Risikomanager. Hier gilt: Je größer das
Unternehmen, desto eher gibt es einen solchen.

Neben der Definition von Zielen und Maßnahmen muss der
Risikomanagementbeauftragte vor allem die Mitarbeiter für das Thema
sensibilisieren. Tatsächlich erfolgt eine solche Sensibilisierung in
vielen Fällen erst bei der Anwendung des implementierten Systems.
Knapp drei Viertel der Befragten glauben, die Einführung eines
Frühwarnsystems habe die Sensibilität bei den Mitarbeitern erhöht.
Ein Viertel sieht trotz bestehendem System keinen signifikanten
Fortschritt.

Bewertungsinstrumente: Checklisten und Prozessanalysen

Die Herausforderung bei der Implementierung eines leistungsfähigen
Risikomanagementsystems besteht in der Bewertung, Messung und
Festlegung von relevanten Risiken. Laut den Studienergebnissen setzt
die Mehrheit der Nahrungsmittel- und Getränkeunternehmen hier auf
Prüf- und Checklisten sowie auf Prozessanalysen. Workshops und
Expertenbefragungen finden weniger Beachtung. Die Nutzung von
Kennzahlen hängt von der Unternehmensgröße ab: Je größer das
Unternehmen, desto eher wird dieses Instrument eingesetzt.

Gängige Praxis bei den Unternehmen ist die Identifizierung und
Bewertung der Risiken durch die Geschäftsführung - ein Umstand, der
aufgrund deren taktischer Auswirkungen kritisch erscheint. Der
Risikomanager kommt hier nur bei knapp der Hälfte der befragten
Unternehmen zum Einsatz. Allerdings: je größer die Firma, desto eher
übernimmt der Risikomanager auch die Verantwortung für die
Risikoidentifizierung und -bewertung.

Die Berichterstattung bzw. Kommunikation der
Risikomanagementerkenntnisse sollte nach Angaben der befragten
Unternehmen zentralisiert sein - ein Prinzip, das aber nur die Hälfte
der Studienteilnehmer auch wirklich befolgt. Ähnlich sieht das Bild
bei der regelmäßigen Abfassung eines Risikoberichts sowie bei der
Nutzung von Kennzahlen und Schwellenwerten aus: Hier ist es ebenfalls
knapp die Hälfte, die den formulierten Anspruch erfüllt.

Einordnung bzw. Zielsetzung des Risikomanagements

Die meisten der Befragten (83 Prozent) sehen im Risikomanagement
eine sinnvolle Ergänzung bestehender Systeme. 71 Prozent wollen damit
in erster Linie gesetzliche Vorschriften erfüllen, insbesondere die
börsennotierten Kapitalgesellschaften. Für 59 Prozent bedeutet das
Risikomanagementsystem vor allem eine Verbesserung des
Unternehmenswertes. Ungeachtet dieser individuellen Zielsetzung sind
ganze 20 Prozent nicht von der Wirksamkeit des implementierten
Risikomanagements überzeugt - eine hohe Zahl angesichts der komplexen
Prozesse, die mit der Ein- und Durchführung eines solchen Systems
verbunden sind. Als größte Hürden werden der organisatorische
Aufwand, die realistische Bewertung von Risiken sowie deren Messung
gesehen. Auch die Mitarbeitersensibilisierung ist für die Hälfte der
Befragten schwierig. Die Akzeptanz beim Management und die
Kommunikation zwischen Risikoverantwortlichen und Geschäftsführung
hingegen sind unproblematisch.

"Bereits 2005 haben wir eine ähnliche Studie durchgeführt. Der
Vergleich zeigt: Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist
zwar nach wie vor vorhanden, doch vor zwei Jahren waren noch fast 30
Prozent davon überzeugt, ihr Risikomanagement bleibe hinter den
Erwartungen zurück. Auch bei der Sensibilisierung der Mitarbeiter
gibt es sichtbare Fortschritte. Im Großen und Ganzen haben sich die
Perspektiven jedoch kaum verschoben", kommentiert Dr. Stefan
Huckemann.

Die komplette Studie erhalten Sie auf Anfrage.

Ende

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und
Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum
umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate
Finance-Beratung. Mit 3.700 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen
betreut Deloitte seit 100 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder
Rechtsform und Größe aus allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund
Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit rund 150.000 Mitarbeitern
über 140 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein
schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich
der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen
Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen
Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils
anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und
unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte &
Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen
Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen
Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche
Tohmatsu erbracht. Copyright © 2007 Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Originaltext: Deloitte
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/60247
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_60247.rss2

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
PR Manager
Tel +49 89 29036-8825
imilojevic@deloitte.de
 
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