(Registrieren)

Managementbefragung: Regional- und Kantonalbanken reagieren konsequent auf Vertriebserfahrungen in der Corona-Krise

Geschrieben am 03-11-2020

Köln (ots) - Eine Top-Managementbefragung von Simon-Kucher & Partners lässt erwarten, dass sich der digitale Wandel 2021 weiter beschleunigt. Die Erwartungen sind hoch. Ein Maßstab, dem in der Vergangenheit die wenigsten digitalen Veränderungen gerecht werden konnten. Zwischen "Moonshot" und harter Ergebnisrealität gestalten Regional- und Kantonalbanken nun das Vertriebsmodell der Zukunft.

In der Corona-Krise hat sich die Vertriebs-DNA der Regional- und Kantonalbanken erneut bewährt. Kundennähe, pragmatische Lösungen, regionale Verantwortung und ein nachhaltiger Blick auf die Ergebniswirkung waren und sind die richtigen Leitlinien für Entscheidungen in einem fordernden Marktumfeld. Gleichzeitig hat die Corona-Krise einmal mehr gezeigt, dass sich Regional- und Kantonalbanken in einem tiefgreifenden Wandel im Geschäfts- und Vertriebsmodell befinden: Vom Zins- zum Provisionsgeschäft, vom Filial- zum Omnikanalvertrieb, vom Bank- zum Plattformwettbewerb.

Eine aktuelle Top-Managementbefragung von der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners, an der im September 84 Vorstände und Vertriebsentscheider von Regional- und Kantonalbanken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen haben, zeigt: Die Branche geht in die Offensive und investiert in das Vertriebsmodell der Zukunft. "Die Liste an Prioritäten ist lang und die Ergebniswirkung vergangener Investitionen in den digitalen Vertrieb war oft genug fragwürdig. Eine ambitionierte Mischung, an deren Ende jedoch ein wirtschaftlicher Erfolg stehen muss. Denn der Ertragsdruck bleibt aufgrund wegbrechender Zinserträge anhaltend hoch", sagt Matthias Nisster, Partner und Bankenexperte bei Simon-Kucher.

Corona macht Ertragsdruck erlebbar

Die Corona-Krise und der damit verbundene Teilstillstand im Vertrieb im März/April 2020 hat einen Veränderungsprozess in den Fokus gerückt, der Regional- und Kantonalbanken bereits seit Jahren umtreibt: Wie sieht ein modernes Vertriebsmodell aus, das digitale Chancen nutzt, die menschliche Nähe erhält und gleichzeitig die wirtschaftliche Tragfähigkeit besitzt, um fehlende Zinserträge zu kompensieren? Wie wichtig die wirtschaftliche Nebenbedingung ist, unterstreicht die Simon-Kucher-Befragung: 67 Prozent der Entscheider rechnen für 2021 mit einem weiteren strukturellen Rückgang im Zinsergebnis. Ein Rückgang, der nur zum Teil durch den Ausbau des Provisionsergebnisses kompensiert wird. 53 Prozent der Befragten erwarten ein stabiles Provisionsergebnis in 2021, 18 Prozent ein leicht rückläufiges Ergebnis und 29 Prozent erwarten, das Provisionsergebnis steigern zu können. Dr. Christoph Bauer, Partner und Bankenexperte bei Simon-Kucher, sagt: "Der Rückgang im Zinsergebnis führt bereits seit Jahren zu tiefgreifenden Veränderungen in der Preis- und Vertriebspolitik. Die Marktrisiken der Corona-Krise haben diesen Prozess vertieft und gleichzeitig hat die Erfahrung eines Stillstands im Filialvertrieb für notwendige Veränderungen sensibilisiert."

Der Kanalmix im Vertrieb befindet sich im Wandel

Um den Vertriebserfolg zu steigern, bereiten sich Regional- und Kantonalbanken auf ein neues Gleichgewicht in bestehenden und neuen Vertriebskanälen vor. Mit 86 Prozent investiert die große Mehrheit der Befragten in den Ausbau digitaler und telefonischer Vertriebskanäle. 44 Prozent der Teilnehmer erweitern das Vertriebsnetz durch Kooperationen mit Plattformen und Vermittlern. 42 Prozent überarbeiten bestehende Filialkonzepte. Eine Neuausrichtung zeichnet sich ab, bei der die Entscheider auf die Wandlungsfähigkeit der eigenen Organisation setzen. Nur 16 Prozent gaben an, die Anzahl der Kunden pro Berater deutlich erhöhen zu wollen. Vielmehr geht es darum, Effizienzen und Potentiale durch schlanke Produktionsprozesse (47 Prozent), überarbeitete Segmentierungs- und Betreuungskonzepte (37 Prozent) und kundengerechte Werbeformen/Kampagnen (38 Prozent) zu realisieren. "Die Liste an Aufgaben für das Jahr 2021 ist prall gefüllt. Der Ambition stehen jedoch technische Restriktionen, personelle Engpässe und ein notwendiger aber zu langsam vollzogener Kulturwandel gegenüber. Regional- und Kantonalbanken stehen demzufolge vor einer umfassenden Transformation des eigenen Vertriebsmodells", sagt Matthias Nisster.

Vertrieb der Zukunft mit der Erfolgs-DNA der Gegenwart

Die Managementbefragung zeigt, dass Regional- und Kantonalbanken das Vertriebsmodell der Zukunft proaktiv gestalten müssen. Dr. Christoph Bauer dazu: "Um Fehler der Vergangenheit bei digitalen Initiativen zu vermeiden, empfiehlt sich ein klarer Blick für Kundennutzen und Ergebniswirkung. Ebenso notwendig ist ein einsichtiges Verständnis über eigene Schwächen und die Möglichkeiten, die sich in einem erweiterten Ökosystem als Plattform für den Kunden ergeben. Der gegenwärtige Erfolg in der Corona-Krise zeigt, wie wichtig VR-Banken und Sparkassen für die Region und den Wirtschaftsstandort sind. Wenn Kunden anders einkaufen, dann müssen Regional- und Kantonalbanken anders verkaufen. Die Weichen dafür sollten jetzt gestellt werden."

Pressekontakt:

Für Rückfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne
zur Verfügung:
Julia Griep (Public Relations Manager)
Tel: +49 221 36794 486
E-Mail: mailto:julia.griep@simon-kucher.com

http://www.simon-kucher.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/78805/4752473
OTS: Simon-Kucher & Partners

Original-Content von: Simon-Kucher & Partners, übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

754950

weitere Artikel:
  • Das ostchinesische Weifang veranstaltet online eine globale Ausstellung für Nahrungsmittel und Agrarprodukte Weifang, China (ots/PRNewswire) - Vom 23. bis 25. Oktober fand die erste Weifang International Food and Agricultural Products Expo mit dem Thema "Offenheit, Innovation und Integration" in der Weifang National Agricultural Comprehensive Zone in der ostchinesischen Provinz Shandong statt, wie die Pressestelle der Stadtverwaltung Weifang mitteilte. Die Ausstellung fand online statt. Insgesamt 1.030 Unternehmen, darunter führende landwirtschaftliche Unternehmen, auf nationaler Ebene ebenso wie aus der Provinz Shandong, Anbieter für technische Ausrüstungen mehr...

  • Sechs Ausstellungsbereiche bei der dritten Importexpo bieten mehr Dienstleistungen an Shanghai (ots/PRNewswire) - Die dritte Chinesische Internationale Importexpo (CIIE) wird in zwei Tagen eröffnet. Die diesjährige Messe besteht aus sechs Ausstellungsbereichen: einem Bereich für Lebensmittel und Agrarprodukte, einem Bereich für Automobile, einem Bereich für intelligente Industrie und Informationstechnologie, einem Bereich für Konsumgüter, einem Bereich für medizinische Geräte und Gesundheitsprodukte sowie einem Bereich für den Dienstleistungshandel.Mehr als 1000 Unternehmen aus fast 100 Ländern und Regionen werden ihre Lebensmittelprodukte mehr...

  • ,,Nationale Lieferkettenregulierung jetzt stoppen!" Berlin (ots) - Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall fordert, die Überlegungen für ein deutsches Lieferkettengesetz zu stoppen. "Es spricht eigentlich alles dafür, dieses Vorhaben jetzt zu den Akten zu legen. Erstens hat die Regierungskoalition bereits am 22. April ein Belastungsmoratorium während der Corona-Krise versprochen. Zweitens überfordern die bisher bekanntgewordenen Regulierungsideen der Bundesminister Müller und Heil z.B. zur Geltung deutschen Rechts im Ausland, zur Haftung und Verantwortlichkeit für die gesamte Lieferkette die Unternehmen mehr...

  • Viele Lebensmittelhersteller wollen den Nutri-Score verwenden Berlin (ots) - Viele Lebensmittelhersteller planen, den Nutri-Score auf ihre Packungen zu drucken. Bereits Anfang Oktober haben sich 56 Unternehmen für die neue Nährwertkennzeichnung registrieren lassen, teilte eine Sprecherin des Bundesernährungsministeriums dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe) mit. Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat bereits 170 seiner Produkte auf die Nutri-Score-Kennzeichnung umgestellt, bis Ende 2021 sollen alle Produkte mit dem neuen Label gekennzeichnet sein, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel. Die neue Nährwertkennzeichnung mehr...

  • Landgericht Stuttgart verurteilt Daimler auch bei finanziertem Fahrzeugerwerb Hamburg (ots) - Die 29. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart entschied mit Urteil vom 27.08.2020 - 29 O 446/19 -, dass die Daimler AG auch bei einem finanzierten Fahrzeugerwerb Schadensersatz schulde. Laut Landgericht Stuttgart stellt das in dem Fahrzeug verbaute Konstruktionsteil, das die Abgasrückführung abhängig vom Prüfstand beeinflusst, eine unzulässige Abschalteinrichtung dar. Deswegen steht der Klägerin wegen sittenwidriger Schädigung durch die Daimler AG ein Zahlungsanspruch in Höhe von 28.787,36 Euro und ein Freistellungsanspruch gegenüber mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht