(Registrieren)

"Verkehrsinnovation europäischen Ranges": Müll macht Wuppertaler Wasserstoffbusflotte mobil (FOTO)

Geschrieben am 19-06-2020

Wuppertal (ots) - Haus- und Gewerbemüll treibt ab Samstag, den 20.06.2020, die Wasserstoffbusflotte der WSW Wuppertaler Stadtwerke an. In einer Kooperation zwischen Abfallwirtschaft, ÖPNV und Energieversorgung wird die Sektorenkopplung damit auf eine neue Ebene gehoben.

Im Wuppertaler Müllheizkraftwerk der Abfallwirtschaftsgesellschaft AWG wird aus dem biogenen Anteil des Mülls Grünstrom erzeugt. Dieser wiederum wird genutzt, um in einem Elektrolyseur Wasserstoff zu produzieren, mit dem vor Ort die neuen Wasserstoffbusse der WSW mobil betankt werden. Im Vergleich zu rein batterieelektrischen Bussen haben die Wasserstoffbusse eine deutlich höhere Reichweite von rund 300 Kilometern. Die energiewirtschaftliche Optimierung verantwortet die WSW Energie & Wasser AG. So wird Wasserstoff primär dann produziert, wenn viel Wind- und Solarstrom im Netz vorhanden sind.

Für NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst ist das Wuppertaler Modell mehr als nur eine lokale Lösung. Wüst bewertet das Projekt von WSW und AWG als Innovation, "die Kreislaufwirtschaft neu und weiterdenkt." Wüst: "Im Jahr 120 nach Inbetriebnahme der Schwebebahn bringt Wuppertal erneut eine Verkehrsinnovation europäischen Ranges auf die Strecke."

Rein optisch unterscheiden sich die 12 Meter langen blauen Busse kaum von ihren dieselbefeuerten Kollegen. Der zentrale Unterschied kommt aus dem Auspuff, der Wasserstoffbus produziert weder Stickoxid noch CO2. Die Busse stoßen stattdessen reinen Wasserdampf aus. Im Bus wird der Wasserstoff in einer Brennstoffzelle in Strom umgewandelt. Mit dem Strom wird der Elektromotor betrieben, der 285 PS auf die Straße bringt. Wie bei allen Elektrofahrzeugen steht das volle Drehmoment sofort zur Verfügung. Dieser Vorteil kommt insbesondere auf den Berg- und Talstrecken in Wuppertal zum Tragen.

Neben dem nicht vorhandenen Schadstoffausstoß sticht für Fahrgäste und Anwohner der Buslinien eine zweite Eigenschaft der Wasserstoffbusse positiv heraus: Die Busse haben kein Motorengeräusch. Sie sind auch bei laufendem Motor an der Haltestelle fast lautlos, im Fahrbetrieb ist nur das Abrollgeräusch der Reifen zu hören.

Da es noch keine Serienfertigung von Wasserstoffbussen, Elektrolyseuren oder Wasserstoff-Tankstellen gibt, wurde das Projekt umfangreich gefördert. Mit insgesamt 6,5 Millionen Euro haben die Europäische Union, der Bund, das Land NRW und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr das Projekt unterstützt. Die Gesamtkosten für das Wasserstoffprojekt betragen 12 Millionen Euro.

Die Wasserstoffbusse des belgischen Herstellers Van Hool bieten Platz für 75 Fahrgäste. Die 12 Meter langen Fahrzeuge wiegen 14 Tonnen. Sie sind mit einer 85-Kilowatt-Brennstoffzelle und einer Lithium-Titanat-Oxyd-Batterie ausgerüstet. Die maximale Leistung beträgt 210 Kilowatt. Ein Bus kostet rund 650.000 Euro und damit fast dreimal so viel wie ein herkömmlicher Dieselbus. Aktuell besteht die Wasserstoffbusflotte aus zehn Fahrzeugen, weitere zehn Busse werden im kommenden Jahr geliefert. Die WSW mobil GmbH betreibt mit rund 300 eigenen Bussen eine der größten kommunalen Busflotten Deutschlands. Sie beförderte 2019 mit ihren Bussen und der Wuppertaler Schwebebahn rund 86 Millionen Fahrgäste.

Pressekontakt:

WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH
Elmar Thyen Konzernkommunikation
E-Mail: Elmar.thyen@wsw-online.de
Telefon: 0202 569-5770

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/128710/4628574
OTS: WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH

Original-Content von: WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH, übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

737600

weitere Artikel:
  • Kaurimuschel und Kryptowährung: Neue Serie zum Geld vom Wirtschaftsjournalisten Lucas Zeise startet am Sonnabend Berlin (ots) - Ob Rettungspakete der Bundesregierung oder Staatsanleihenkäufe der EZB: Geld ist in der Coronakrise das bestimmende Thema. In der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "junge Welt" startet aus diesem Anlass ab Sonnabend, 20. Juni, die zehnteilige Serie "Der schöne Schein. Eine kurze Geschichte des Geldes". Autor ist Lucas Zeise, früherer Journalist der "Börsen Zeitung", Mitbegründer der "Financial Times Deutschland" und langjähriger "junge Welt"-Kolumnist. "Ernsthaft leugnet niemand, der die unglaublich rasante Geldvermehrung betrachtet, mehr...

  • Preisniveaus: Unterschiede fast bis zum Dreifachen zwischen den EU-Mitgliedstaaten (FOTO) Luxemburg (ots) - Im Jahr 2019 gab es bei den Preisniveaus für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen in der Europäischen Union der 27 Mitgliedsstaaten (EU) erhebliche Unterschiede. In Dänemark (141% des EU-Durchschnitts) war das Preisniveau am höchsten. Darauf folgten Irland (134%), Luxemburg (131%), Finnland (127%) und Schweden (121%). Deutschland lag bei 107%. Die niedrigsten Preisniveaus fand sich dagegen in Bulgarien (53%) und Rumänien (55%). Mithin unterschieden sich die Preisniveaus für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen in der EU zwischen mehr...

  • Forstbasierte Industrien verbessern CO2-Bilanz der EU um 20 Prozent Brüssel (ots) - Die forstbasierten Industrien sorgen in Europa für eine jährliche Verbesserung der CO2-Bilanz um 806 Megatonnen. Das entspricht rund 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in der EU. Diese Bilanz zieht eine unter Federführung des Verbandes der Europäischen Papierindustrie erstellte Studie, an der sich neun weitere Verbände aus Forst-, Holz-, Holzverarbeitungs- und Bioenergie-Industrie beteiligt haben. Laut Studie stoßen die forstbasierten Industrien in ihren Produktionsprozessen 51 Megatonnen CO2 aus. Auf der Habenseite stehen mehr...

  • Forstbasierte Industrien verbessern CO2-Bilanz der EU um 20 Prozent Brüssel/Bonn (ots) - Die forstbasierten Industrien sorgen in Europa für eine jährliche Verbesserung der CO2-Bilanz um 806 Megatonnen. Das entspricht rund 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in der EU. Diese Bilanz zieht eine unter Federführung des Verbandes der Europäischen Papierindustrie erstellte Studie, an der sich neun weitere Verbände aus Forst-, Holz-, Holzverarbeitungs- und Bioenergie-Industrie beteiligt haben. Laut Studie stoßen die forstbasierten Industrien in ihren Produktionsprozessen 51 Megatonnen CO2 aus. Auf der Habenseite stehen mehr...

  • Leistungsstarke globale Lieferkette verhilft Suning zu Erfolg auf dem 618 Mid-Year Shopping Festival in China Nanjing, China (ots/PRNewswire) - Das erste 618 Shopping-Festival in der Zeit nach COVID konnte den Bedeutungsgehalt der Bezeichnung "Mid-Year Shopping Festival" bereits übertreffen. Als führender intelligenter O2O-Einzelhandelsbetrieb in China in Besitz der Suning Holdings Group verfolgte Suning.com das Ziel, Chinas Konsum-Motor anzukurbeln und Verbrauchern zu Vorteilen zu verhelfen. Am 25. Mai kündigte Gu Wei, Vizepräsident von Suning.com, auf Suning.coms 618 Cloud-Konferenz die Einführung der "J-10%"-Sparstrategie, einen weiteren Plan für mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht