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Gewinner und Verlierer 2019 / WWF blickt zurück: Wenig Licht und viel Schatten im Tierreich - Klimakrise und Artensterben sind "Zwillingskrisen"

Geschrieben am 27-12-2019

Berlin (ots) -

- Pressebilder:
https://hive.panda.org/Share/l640j7b1338734305r404x8ul14uqq7l

- Footage zum Download:
https://hive.panda.org/Share/f81ny03m67ltm802x2qwtq3jky4264q7 &
https://media.wwf.de/pinaccess/showpin.do?pinCode=tAGa9ofKrgUT

Der Mensch schlägt immer sichtbarere Schneisen in die biologische Vielfalt der
Erde. Davor warnt die Naturschutzorganisation WWF zum Jahreswechsel und spricht
vom "größten Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier". Insgesamt verbucht
die Internationale Rote Liste mittlerweile mehr als 30.000 Tiere- und
Pflanzenarten als bedroht. In einem Blick zurück benennt der WWF -
stellvertretend für das globale Artensterben - die tierischen Verlierer 2019.
Dazu zählen das Sumatra-Nashorn, Jaguar und Koala, Kaiserpinguine und Eisbären.
Kaum einen Funken Hoffnung mehr gibt es für die Jangtse-Riesenweichschildkröte.
Das letzte bekannte Weibchen verstarb 2019 in einem Zoo. Allerdings konnten 2019
auch einige Erfolge verzeichnet werden: In Myanmar werden kaum noch Elefanten
gewildert. Die Saiga-Antilopen, im vergangenen Jahr noch ein großer Verlierer,
konnten sich von einer Seuche erholen. Und womöglich kann der Bestand des
Sehuencas-Wasserfroschs durch den Fund eines Weibchens gerettet werden.

"Klimakrise und Artensterben sind Zwillingskrisen. Beides hängt zusammen und
beschleunigt sich gegenseitig. Die Erderhitzung verändert Ökosysteme in
dramatischem Tempo. Viele Tiere und Pflanzen können sich nicht schnell genug
anpassen. Wir müssen diese gefährliche Entwicklung auch um unserer selbst willen
stoppen, denn die Biodiversität ist unsere entscheidende Lebensgrundlage", warnt
WWF-Vorstand Eberhard Brandes. "Wilderei, Lebensraumzerstörung und immer mehr
Plastikmüll in den Ozeanen kommen zu den Folgen der Klimakrise noch einmal oben
drauf."

Doch der Mensch kann das Schicksal bedrohter Arten durch konsequenten Natur- und
Artenschutz zum Positiven verändern - das zeigen die Gewinner. "Wir haben es in
der Hand. Wir können einen Unterschied bewirken. Wenn wir denn dazu bereit
sind", so Brandes. Die Klimakonferenz in Madrid bezeichnete er als "gruseligen
Fehlstart" in das für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens so entscheidende
Jahr 2020. "Wir stehen vor einem Jahr der Entscheidungen. Nach Madrid gilt:
Jetzt erst recht! Die internationale Staatengemeinschaft hat 2020 die Chance
beim Klimaschutz und dem Erhalt der biologischen Vielfalt große,
ausschlaggebende Schritte voranzukommen. Deutschland und Europa haben hier eine
Schlüsselrolle auf internationaler Ebene, der sie endlich gerecht werden
müssen."

Verlierer 2019:

Eisbären: Dem Eisbären geht es in einigen Regionen deutliche schlechter.
Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Population bis 2050 verschwinden.
Schuld daran ist vor allem die Klimakrise. So leben beispielsweise in der
nördlichen Hudson Bay mit 842 Tieren etwa 18 Prozent weniger als 2011. In der
südlichen Hudson Bay gibt es noch etwa 780 Tiere. Diese Population ist damit
seit 2011 um 17 Prozent geschrumpft. In beiden Populationen gibt es auch
wesentlich weniger Nachwuchs.

Jangtse-Riesenweichschildkröte: Das letzte bekannte Weibchen der
Jangtse-Riesenweichschildkröte verstarb dieses Jahr in einem chinesischen Zoo.
Nun lebt im Zoo in Suzhou nur noch ein männliches Exemplar. Lediglich zwei
weitere Tiere gibt es noch in freier Wildbahn - Geschlecht unbekannt.

Sumatra-Nashorn: Malaysias letztes Sumatra-Nashorn ist 2019 eines natürlichen
Todes gestorben. Damit gibt es nach WWF-Schätzungen nicht einmal mehr 80 Tiere -
und zwar nur noch in Indonesien, verteilt auf neun isolierte Population. Der
Lebensraum der Tiere schwindet, da der Wald für Palmölplantagen,
Papierproduktion und Bergbau gerodet wurde.

Koalas: Den verheerenden Buschbränden in Australien sind wohl hunderte Koalas
zum Opfer gefallen. Große Flächen an Eukalyptuswäldern, Lebensraum und
gleichzeitig Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt. Doch auch ohne
Großfeuer wird es für die Tiere immer enger: Jedes Jahr werden in Australien
schätzungsweise 500.000 Hektar Wald gerodet. In den vergangenen 25 Jahren ist
die Population um rund ein Drittel eingebrochen.

Jaguar: Den Buschbränden am Amazonas sind auch die Jaguare zum Opfer gefallen.
Insbesondere Jaguar-Reviere in Brasilien und Bolivien sind betroffen. Mindestens
500 Raubkatzen sind entweder unmittelbar verbrannt oder aus ihren Revieren
vertrieben worden. Dadurch nehmen Konflikte zu. Die Tiere fliehen in andere
Gebiete unter anderem auch menschliche Siedlungen, wo sie häufig erschossen
werden.

Kaiserpinguine: Schreitet die Erderwärmung weiterhin in diesem Tempo voran,
könnte laut einer Studie die Population der Kaiserpinguine bis 2100 um 86
Prozent abnehmen. Bereits jetzt beobachten Forscher massive Bestandsrückgänge
und weniger überlebende Jungtiere.

Gewinner 2019:

Elefanten in Myanmar: Noch 2017 wurde in Myanmar wöchentlich fast ein Elefant
wegen seiner Haut, die zu Hautcremes verarbeitet wird, getötet. Daher hat der
WWF die Ausbildung von Rangern erweitert und 22 Stationen mit 220 Rangern
errichtet. Mit Wirkung: In den Regionen Bago und Yangon wurden keine Elefanten
mehr gewildert, in Irrawaddy hat sich die Fallzahl von 16 auf 7 mehr als
halbiert.

Goldschakal: Die nahen Verwandten der Wölfe verlassen immer mehr den warmen
Südosten Europas und besiedeln Gebiete im zunehmend milderen Mitteleuropa. Eine
Konsequenz der Erderhitzung und ein Beleg für die enorme Anpassungsfähigkeit der
Schakale. So übersteigt ihr Bestand in Europa den des Wolfes um das Siebenfache.

Sehuencas-Wasserfrosch: Ein männlicher Sehuencas-Wasserfrosch lebte fast zehn
Jahre alleine, als letzter seiner Art im Naturhistorischen Museum "Alcide
d'Orbigny" in Bolivien. Jetzt fand man im Rahmen einer gezielten Suchaktion in
den Nebelwäldern des Landes ein weibliches Pendant. Durch zahlreiche Nachkommen
könnte die schwindende Art nun also doch überdauern.

Saiga: Anfang 2017 wurden tausende mongolische Saiga-Antilopen Opfer eines
tödlichen Virus, der von Schaf- und Ziegenherden übertragen wurden. Die Seuche
und der folgende harte Winter waren fatal: der Bestand schrumpfte von 11.000 auf
3.000 Tiere. Zwar ist der Bestand immer noch stark geschwächt, doch es gibt
einen Silberstreifen am Horizont: Mittlerweile zeigen die ersten Saigas
Immunität gegen das gefährliche Virus. Das ist die Chance, dass sich die Art
erholen kann.

Hirschferkel: Im November 2019 sind mehrere Vietnam-Kantschile aus der Familie
der Hirschferkel in Südosten Vietnams in Kamerafallen getappt. Das hasengroße
Huftier galt für fast 30 Jahre als verschollen. Die Region gehört zum
Annamitengebirge, einer der artenreichsten Regionen der Erde. Der WWF ist dort
bereits seit Jahren für den Artenschutz aktiv.

Pressekontakt:

WWF World Wide Fund For Nature
Pressestelle
Roland Gramling
Telefon: 030-311 777 425
Mobil: 0151-1885 4980
E-Mail: Roland.Gramling@wwf.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/6638/4478353
OTS: WWF World Wide Fund For Nature

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell


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