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Börsen-Zeitung: Debakel in Doha, Kommentar zum Ölmarkt von Christopher Kalbhenn

Geschrieben am 18-04-2016

Frankfurt (ots) - Einigen sich die Ölförderstaaten in Doha nur auf
ein Einfrieren des gegenwärtigen Produktionsniveaus, wird die
Konferenz nichts dazu beitragen, den Ölmarkt einer ausgeglicheneren
Verfassung näher zu bringen, hat die Internationale Energieagentur
kürzlich in ihrem Monatsbericht geschrieben. Doch nicht einmal dieses
Minimalziel - ein Bekenntnis, wenigstens die Förderung nicht noch
weiter hochzufahren - haben die 18 Konferenzteilnehmer, unter ihnen
auch Staaten, die nicht der Opec angehören, zustande gebracht. Mit
dem Debakel von Doha haben die Ölförderer die Chance vertan, den
Prozess der Überangebotsreduzierung zu beschleunigen und damit den
wirtschaftlichen Druck, unter dem die stark von dem Energieträger
abhängigen Länder stehen, zu mindern.

Vor allem ist durch das Scheitern der Konferenz ein erheblicher
Schaden in den Beziehungen der Ölproduzenten untereinander
angerichtet worden. Zwar ist der Ölmarkt bereits auf dem Weg zu einem
ausgeglicheneren Verhältnis von Angebot und Nachfrage, unter anderem,
weil die Schieferölproduktion in den USA stark rückläufig ist. Es
kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Weltwirtschaft
abkühlen und damit die Ölnachfrage erheblich schwächer entwickeln
wird, als dies derzeit angenommen wird. Um in solch einer Lage einen
Absturz des Ölpreises zu verhindern, müssten sich die Förderstaaten
dann auf eine Produktionssenkung einigen. Dass sie dazu in der Lage
wären, kann nach den gescheiterten Doha-Gesprächen wohl
ausgeschlossen werden.

Auch wenn ökonomische Vernunft für einen Erfolg der
Doha-Verhandlungen gesprochen hätte, muss jedoch zur Kenntnis
genommen werden, dass sie aus politischen Gründen zum Scheitern
verurteilt waren. Es gibt eben keine Solidarität unter den
Ölförderern. Im Gegenteil: Saudi-Arabien und Iran kämpfen um die
regionale Vormachtstellung im Mittleren Osten. In Syrien wiederum
sind Saudi-Arabien und Russland in einem Stellvertreterkrieg als
Gegner engagiert. Zudem hat Saudi-Arabien derzeit einfach kein
Interesse an stark steigenden Ölpreisen, obwohl der niedrige Preis
riesige Löcher in den Staatshaushalt des Landes reißt. Denn dann
würden große Teile der Schieferölproduktion in den Vereinigten
Staaten wieder rentabel, womit das teilweise bereits erreichte Ziel,
die neue Konkurrenz aus dem Markt zu verdrängen, konterkariert würde.
Saudi-Arabien ist bereit, für die Verteidigung seiner Marktanteile
einen hohen Preis zu zahlen.



Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de


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