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Börsen-Zeitung: Kein Vorbild, Kommentar zur Energiewende von Ulli Gericke

Geschrieben am 02-07-2015

Frankfurt (ots) - Ein neues Kapital in den Geschichtsbüchern werde
mit den Eckpunkten für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende
aufgeschlagen, ist sich Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar
Gabriel sicher. Um in gleicher Tonlage anzufügen, das Ergebnis des
Spitzentreffens der Parteichefs von Union und SPD sei ein
"historischer Pakt für neuen Wohlstand", der die Ökonomie mit der
Ökologie versöhne. Für Menschen, die schlichter denken und nicht vom
Atem der Welterkenntnis beseelt sind, ist das beschlossene
Sammelsurium aus Stromreserve, KWK-Förderung, Netzausbau und neuen
(staatlich geförderten) Gaskraftwerken eher ein sündhaft teures
Rumgeflicke an einer hoch subventionierten Energiewende, die längst
ein Eigenleben entwickelt hat. Etwa 24 Mrd. Euro jährlich kostet der
Umbau der herkömmlichen Stromproduktion in eine CO2-arme Erzeugung
Industrie und Bürger schon heute. Mit den jetzigen Beschlüssen werden
in den nächsten Jahren gut 10 Mrd. Euro hinzukommen.

Ausgangspunkt ist das Versprechen Berlins, den Ausstoß des
klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) bis 2020 um 40% gegenüber 1990
zu senken. Mit dem sukzessiven Aus der Atommeiler nach der
Katastrophe in Fukushima geriet dieses Ziel jedoch in Schieflage,
muss CO2-freier Atomstrom doch durch CO2-reiche fossile Energien
ersetzt werden. Um das 40-Prozent-Ziel dennoch zu erreichen, hat die
Koalition der Energiewirtschaft einen Extrasparbeitrag von 22
Millionen Tonnen CO2 verordnet.

Nachdem die vorgeschlagene Klimaabgabe für alte
Braunkohlekraftwerke am Widerstand von RWE und Vattenfall, der
Gewerkschaft IGBCE sowie den betroffenen SPD-regierten Ländern
Nordrhein-Westfalen und Brandenburg gescheitert war, werden diese
Kraftwerke zur Reserve versetzt und dafür entschädigt. Werden alte
Heizkessel mit Staatsgeld durch neue ersetzt. Werden Kraftwerke mit
Kraft-Wärme-Kopplung auf Kosten der Verbraucher neu gebaut oder auf
Gas umgestellt. Und um den sauberen Windstrom aus dem Norden in den
industriestarken Süden zu leiten - wo man allerdings keine hässlichen
Stromautobahnen mag - werden Kabel unter die Erde verlegt.
Netzbetreiber sagen, das koste das Drei- bis Achtfache. Berlin ist
sicher, dass Erdkabel maximal doppelt so teuer sind wie
Freiluftleitungen. Gedacht war die Energiewende als Vorbild für die
Welt, dass der Umstieg in eine CO2-arme Erzeugung möglich ist.
Möglich ist er - doch außer dem reichen Deutschland kann sich kein
anderes Land dies teure Experiment leisten. Ein Vorbild ist diese
Politik nicht.



Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de


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