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Börsen-Zeitung: Flaute wegen Griechenland, Kommentar zum deutschen IPO-Markt von Dieter Kuckelkorn

Geschrieben am 01-07-2015

Frankfurt (ots) - Da sage noch einer, die sich immer weiter
verschärfende Griechenland-Krise habe kaum Auswirkungen auf die
Kapitalmärkte. Zumindest was den deutschen Markt für Initial Public
Offerings (IPO) betrifft, sieht es schlecht aus: Es droht zumindest
kurzfristig ein echter Kahlschlag. Reihenweise sagen derzeit
Börsenkandidaten ihren Sprung aufs Parkett ab. Zu diesen zählen der
Modehändler CBR, der Berliner Wohnimmobilien-Investor Ado Properties
und die Deutsche Pfandbriefbank. Chorus Clean Energy hat die
Erstnotierung von diesem Freitag auf den 13.Juli verschoben. Nur
Elumeo will geht mit halber Kraft an die Börse.

Damit haben sich die Perspektiven für den deutschen IPO-Markt
eingetrübt, auch wenn Banken und Berater weiter Optimismus
ausstrahlen. Dass es ausgehend von den 19 Börsengängen im vergangenen
Jahr 2015 zu einer nennenswerten Belebung kommt, ist zweifelhaft
geworden. Letztlich wird es davon abhängen, wie lange die
Spitzenpolitiker der Eurozone noch brauchen, bis sie sich im
griechischen Schuldenstreit zu einer für alle Seiten tragfähigen
Lösung durchringen.

Ein Blick über die deutschen Grenzen zeigt indes Erstaunliches: In
anderen europäischen Ländern ist man mutiger - sogar in
Peripherieländern wie Spanien. Am Mittwoch hat sich dort die
baskische Telefongesellschaft Euskatel erfolgreich an die Börse
gewagt.

Dies lässt vermuten, dass neben den Griechenland-Ängsten
strukturelle Probleme den deutschen IPO-Markt am Boden halten. Darauf
deuten auch Marktdaten hin: In Europas bedeutendster Volkswirtschaft
fanden im ersten Halbjahr gerade einmal 9% aller europäischen
Börsengänge statt.

Dass hierzulande bei Börsengängen sehr schnell der Stöpsel gezogen
wird, hat unter anderem damit zu tun, dass oft reife Gesellschaften
an die Börse gebracht werden. Bei diesen Transaktionen wollen
Familienaktionäre, Private Equity oder sonstige Finanzinvestoren hohe
Summen herausschlagen und überreizen daher leicht. In den USA
hingegen sehen kleinere und jüngere Firmen den Börsengang mehr als
eine Eintrittskarte - in der Überzeugung, dass die Gründer in
weiteren Platzierungen auf ihre Kosten kommen, wenn der Auftakt eher
verhalten lief. Auch in vielerlei anderer Hinsicht präsentiert sich
der deutsche IPO-Markt deutlich rigider als beispielsweise der
amerikanische.

Derzeit ist in Europa der Ruf nach Strukturreformen en vogue. Hier
ist ein Bereich, wo sie wirklich vonnöten sind.



Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de


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