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Bain-Studie zur Zukunft der Elektrizität / EU-Klimaziele: Investitionen nach dem Gießkannenprinzip verursachen 140 Milliarden Dollar Mehrkosten

Geschrieben am 14-06-2015

München, Zürich (ots) -

- Beim Aufbau von Windkraft- und Solaranlagen werden klimatische
Bedingungen bislang nur unzureichend berücksichtigt
- Stärkere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene gefordert

Die Europäische Union verfolgt ambitionierte Klimaziele, geht
dabei aber oft wenig koordiniert vor. Die Folge: Zwischen 2000 und
2010 sind in den EU-Mitgliedsstaaten beim Aufbau erneuerbarer
Energien Mehrkosten von bis zu 140 Milliarden US-Dollar entstanden.
Grund dafür ist eine unzureichende Abstimmung auf EU-Ebene, um die
klimatischen Bedingungen optimal auszunutzen. Zu diesem Ergebnis
kommt die Studie "The Future of Electricity: Attracting investment to
build tomorrow's electricity sector" der internationalen
Managementberatung Bain & Company und des Weltwirtschaftsforums
(WEF).

Die Europäische Union gehört zu den Vorreitern bei der Erreichung
der ambitionierten Klimaziele, die sich die OECD-Staaten gesetzt
haben. Allein in den Aufbau von Windkraft- und Solaranlagen haben die
EU-Mitgliedsstaaten zwischen 2000 und 2010 rund 550 Milliarden
US-Dollar investiert. Doch bei der Umsetzung der notwendigen
Maßnahmen herrscht oft Aktionismus. So treiben die EU-Länder den
Aufbau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien auf nationaler
Ebene voran, ohne ihre Bemühungen untereinander abzustimmen. Darüber
hinaus erfolgt die Auswahl der Standorte für Windkraft- und
Solaranlagen häufig nach dem Gießkannenprinzip, anstatt die
klimatischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und so einen
möglichst effizienten Betrieb der Anlagen zu gewährleisten. So liegt
zum Beispiel die Sonnenleistung in Spanien mit 1.750 Kilowattstunden
pro Quadratmeter rund 65 Prozent über der in Deutschland, während die
Kapazität der Solaranlagen in der Bundesrepublik die aus Spanien um
600 Prozent übertrifft.

Jeder vierte Dollar hätte eingespart werden können

Im Zeitraum von 2000 bis 2010 sind so durch die ineffiziente
Nutzung der Ressourcen Mehrkosten in Höhe von 140 Milliarden
US-Dollar entstanden. "Jeder vierte Dollar, der EU-weit in den Aufbau
von Windkraft- und Solaranlagen geflossen ist, hätte eingespart
werden können, wenn die Anlagen dort aufgestellt worden wären, wo sie
ihre größtmögliche Leistung erzielen können - also Windkraft im
Norden und Sonnenenergie im Süden", bilanziert Dr. Klaus Neuhaus,
Partner bei Bain & Company und Leiter der Praxisgruppe
Industriegüter- und Dienstleistungen im deutschsprachigen Raum.

Auf europäischer Ebene ist daher eine stärkere Zusammenarbeit
erforderlich. "Nur so kann jedes Land seinen größtmöglichen Beitrag
zur Reduzierung der CO2-Emmissionen leisten", sagt Neuhaus. Dadurch
wird die Stromversorgung der Zukunft nachhaltiger, wirtschaftlicher
und verlässlicher - und damit auch interessanter für Investoren, die
notwendig sind, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Zudem
wächst durch die Gewissheit, dass die Anlagen zur Gewinnung
erneuerbarer Energien optimal eingesetzt werden, die Bereitschaft in
der Bevölkerung, sich an den Kosten zu beteiligen.

UN-Klimagipfel in Paris muss klares Signal setzen

Dieser Rückhalt ist gerade für Länder wie Deutschland eine der
maßgeblichen Voraussetzungen, damit die Energiewende zum Erfolg wird.
Die EU-Länder sind somit gefordert, sich gemeinsam für eine stärkere
grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie die Schaffung einheitlicher
Rahmenbedingungen beim Aufbau erneuerbarer Energien einzusetzen.
"Beim Strommarkt der Zukunft steht Europa am Scheideweg", so
Bain-Partner Neuhaus. "Die EU muss zu einer echten
Energiegemeinschaft werden. Ansonsten drohen die Kosten bei der
Erreichung der Klimaziele durch ineffiziente Anlagen und
Versorgungsunsicherheiten auf Länderebene aus dem Ruder zu laufen."
Spätestens auf dem UN-Klimagipfel Ende des Jahres in Paris muss die
EU ein klares Zeichen geben.

Eine interaktive Infografik zur Veranschaulichung der
Analyseergebnisse steht unter
http://widgets.weforum.org/future-of-electricity-2015/ zur Verfügung.

Bain & Company

Bain & Company ist eine der weltweit führenden
Managementberatungen. Wir unterstützen Unternehmen bei wichtigen
Entscheidungen zu Strategie, Operations, Technologie, Organisation,
Private Equity und M&A - und das industrie- wie länderübergreifend.
Gemeinsam mit seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare
Wettbewerbsvorteile zu erzielen und damit den Unternehmenswert
nachhaltig zu steigern. Im Zentrum der ergebnisorientierten Beratung
stehen das Kerngeschäft des Kunden und Strategien, aus einem starken
Kern heraus neue Wachstumsfelder zu erschließen. Seit unserer
Gründung im Jahr 1973 lassen wir uns an den Ergebnissen unserer
Beratungsarbeit messen. Bain unterhält 51 Büros in 33 Ländern und
beschäftigt weltweit 6.000 Mitarbeiter, 700 davon im
deutschsprachigen Raum. Weiteres zu Bain unter: www.bain.de.



Pressekontakt:
Leila Kunstmann-Seik, Bain & Company Germany, Inc., Karlspatz 1,
80335 München
E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com, Tel.: +49 (0)89 5123 1246,
Mobil: +49 (0)151 5801 1246


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