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Raststättentest 2013: Autohöfe zweifeln an der Neutralität des ADAC (FOTO)

Geschrieben am 20-01-2014

Regensburg (ots) -

Regelmäßig führt der ADAC einen großen Autobahn-Raststättentest
durch. Dieser wurde immer mehr vom ADAC zu einem Wettbewerb zwischen
Autobahn-Raststätten auf der Autobahn und Autohöfen neben der
Autobahn aufgeschaukelt. 2013 titelte der ADAC in der
Hauptpressemitteilung, die dann bundesweit von den Medien übernommen
wurde: "Raststätten im ADAC Test besser als Autohöfe". Diese Aussage
entspricht ganz und gar nicht der Meinung der Kunden, wie es auch ein
Verkehrsgutachten feststellt, das im gleichen Zeitraum des Tests
umfangreiche Kundenbefragungen durchführte. Eine neutrale Haltung
des ADACs wird ernsthaft bezweifelt, da die Raststätten und der ADAC
seit Jahren in weitreichenden geschäftlichen Beziehungen stehen und
sich öffentlich regelmäßig und in großer Aufmachung als
Premiumpartner präsentieren.

"Tank&Rast und ADAC bauen erfolgreiche Partnerschaft aus,
Kooperation bis 2014 verlängert", so eine Pressemeldung der Tank&Rast
mit eingeblendeter ADAC Werbung. Tank&Rast betreibt rund 350
Autobahn-Raststätten und hat seit der Privatisierung durch den Bund
eine Monopolstellung erhalten. Im ADAC Raststättentest 2013 werden
nun der große ADAC-"Premiumpartner" mit den meist mittelständisch
geführten Autohöfen neben der Autobahn verglichen. Dies kann wohl für
die Autohöfe nicht gut ausgehen. So titelte der ADAC dann auch mit
großer Textüberschrift "Raststätten besser als Autohöfe", die von der
ADAC Redaktion festgelegt wurde und nicht von den Testern kam. In
Ausgaben der ADAC Motorwelt werden ganzseitig und sogar auf der
Titelseite die geschäftlichen Kooperationen mit dem Raststätten
Premiumpartner Tank&Rast dargestellt. Von Autohofseite wird deshalb
die Neutralität des ADAC in Frage gestellt. Die Vereinigung Deutscher
Autohöfe hat diesen Zustand schon mehrmals schriftlich beim ADAC
angemahnt, öffentlich gemacht und Gespräche geführt, aber keine
grundlegenden Verbesserungen erreicht.

Hermann Zahner, Pächter in einem Shell-Autohof an der A3: "Die
Prüfkriterien beim ADAC Raststättentest stammen aus einer Zeit, in
der die Autohöfe noch gar nicht getestet wurden und sind deshalb
einseitig auf Autobahn-Raststätten ausgelegt. Beispielsweise sind
Autohöfe um ein vielfaches verkehrssicherer als Autobahn-Raststätten.
Unfallstatistiken weisen dies eindeutig nach, die veralteten
Kriterien des ADAC ergeben aber eine völlig gegensätzliche
Bewertung."

Viele Ungereimtheiten beim ADAC Raststättentest

Es mag alles Zufall sein, aber die Aneinanderkettung der
Geschehnisse beim Raststättentest 2013 lässt bei dem einen oder
anderen doch gehörige Zweifel aufkommen.

Zuerst wird ein Pressetermin von Seiten des ADAC´s im SVG Autohof
Lohfelder Rüssel gesucht, normalerweise ein sicheres Zeichen dafür,
dass dieser Autohof den Raststättentest gewonnen hat. Auch möchte man
von Seiten des ADAC die Toilettensituation an der deutschen Autobahn
thematisieren, da diese in der Öffentlichkeit rege Diskussionen
ausgelöst hat. Beides kam aber nicht zustande, beides wären
Katastrophen für die Tank&Rast, ein Tochterunternehmen eines
britischen Private Equity Fonds. Schon wieder einen Sieger aus dem
Autohofbereich beim ADAC Raststättentest, wo es um die
"Familienfreundlichkeit" geht, wäre eine gewaltige Niederlage der
Tank&Rast und mit dem Toilettengeld hat man so auch schon ein
gewaltiges Öffentlichkeitsproblem, seit man 70 Cent verlangt und nur
noch 50 Cent rückvergütet.

Bei der Ergebnisverkündung liegt dann der Autohof nur an zweiter
Stelle, an erster Stelle natürlich eine Autobahn-Raststätte. Der
"Lohfelder Rüssel", ein komfortabler gerade erst fertig gestellter
Autohof, war bei vielen Kriterien vorne, wenn da nicht eine
außergewöhnliche und unüblich schlechte Hygienebewertung vorgelegen
wäre.

Alexander Ruscheinsky, Vorstand der Vereinigung Deutscher
Autohöfe: "Der Aufmacher des ADACs "Raststätten besser als Autohöfe",
ist eine vernichtende Verallgemeinerung, die nicht im Ansatz für das
Gesamtergebnis der beiden Gruppen steht. Wir bemängeln schon seit
Jahren, dass der Test nicht neutral ist. Insbesondere die
Testkriterien privilegieren einseitig die Autobahn-Raststätten und
die Auswahl der Autohöfe ist nicht repräsentativ. Kriterien nach
denen ausgewählt wird sind uns auch auf Anfrage nicht genannt worden.
Auch werden immer wieder Eigenschaften, die im Test Punkte bringen,
bei den Autohöfen nachweislich übersehen."

Autohöfe sind nicht nur wegen ihres besonders guten
Preis-/Leistungsverhältnis beliebt. Dies hat erst 2013 die
unabhängige und anerkannte Verkehrsplanungsgesellschaft INOVAPLAN
GmbH in einem Gutachten herausgearbeitet: Autohöfe schneiden, mit
Ausnahme der besseren Erreichbarkeit der Raststätten, bei der
Kundenbefragung besser ab als die Raststätten. 49% aller
Fahrtunterbrechungen werden an Autohöfen durchgeführt und nur 36% an
Raststätten. Autohöfe sind damit die von den Verkehrsteilnehmern am
meisten wahrgenommene und nachgefragte Infrastruktureinrichtung an
den Autobahnen.

Ein Team des bayerischen Fernsehens wollte über einen Autohof, der
beim ADAC-Test besonders schlecht benotet wurde, eine Reportage
machen. Als sie dort angekommen waren glaubten sie sich verfahren zu
haben, da Ambiente, Warenpräsentation und freundliche Atmosphäre,
sowie eine Vielzahl von sichtlich zufriedenen Gästen nicht auf einen
Testverlierer schließen ließen. Als das BR-Team dann erfuhr, dass man
sich schon beim "Übeltäter" befindet, wurde die Reportage
entsprechend den vorgefundenen Eindrücken eher ein Werbefilm.



Pressekontakt:
Autohof.net Redaktion
Kay Kossak

B.A.L.L.S Management KG
Osterhofenerstrasse 12
93055 Regensburg

Tel 0160 4457045
Email info@balls-management.de


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