(Registrieren)

BGA: Handel startet optimistisch ins neue Jahr - Solides Wachstum braucht politische Flankierung

Geschrieben am 02-01-2014

Berlin (ots) - "Im neuen Jahr wird es wirtschaftlich weiter
bergauf gehen, sogar mit etwas forcierten Tempo - man ist jedoch
geneigt zu sagen, trotz der politischen Weichenstellung. Denn
Lösungen für die langfristigen Probleme und notwendige Schritte zur
Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit werden, entgegen dem selbst
gesteckten Ziel der Großen Koalition, weiter vertagt." Dies erklärt
Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel,
Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin anlässlich der
Vorstellung der aktuellen Unternehmensbefragung des Verbandes.

Großhandel zum Jahreswechsel - Stimmung deutlich optimistischer

Der Großhandelsindikator hat zum Jahreswechsel einen Sprung
gemacht. Es ist um über 12 Punkte auf fast 125 Punkte angestiegen,
wobei Werte über 100 Punkte eine positive Bewertung zum Ausdruck
bringen. Die aktuelle Geschäftslage hat sich kräftig um 15 Punkte
verbessert auf 122 Punkte. Mit fast 128 Punkten haben die
Geschäftserwartungen nicht nur um 10 Punkte zugelegt, sondern liegen
sogar fast wieder auf dem Niveau der dynamischen Jahre des
Aufholprozesses.

Konkret geht der BGA für 2014 von einem Umsatzanstieg im
Großhandel um rund 1 ¾ Prozent aus. Das bedeutet ein Umsatzvolumen
von 1.159 Milliarden Euro, nachdem die Umsatzentwicklung 2013 eine
Pause eingelegt hat. Im abgelaufenen Jahr 2013 bleiben die Umsätze
mit einem geschätzten Volumen von 1.139 Milliarden Euro knapp - das
heißt um 0,4 Prozent - unter dem Vorjahresrekordwert von 1.144
Milliarden Euro. Hauptursache hierfür ist die Zurückhaltung der
Industriekunden angesichts der Verunsicherung über die weitere
Entwicklung der Weltwirtschaft und Europas.

Der Großhandel bleibt ein wichtiger Beschäftigungsfaktor: Der BGA
rechnet in 2014 mit 5.000 neuen Jobs, auf 1,892 Millionen
Beschäftigte - nach einem Anstieg um 9.000 auf 1,887 Millionen in
2013.

Insgesamt rechnet der BGA mit einem Anziehen der Dynamik im
kommenden Jahr, allerdings erwartet er lediglich ein
gesamtwirtschaftliches Wachstum von rund 1 ½ Prozent für 2014.
Vorausgesetzt, dass sich das Vertrauen in die Märkte, vor allem in
Europa, weiter stabilisiert.

Solides Wachstum braucht politische Flankierung

"Fast drei von vier Unternehmern glauben, dass Deutschland durch
die Verabredungen im Koalitionsvertrag 2017 nicht wettbewerbsfähiger
sein wird, was bedeutet, dass deutsche Unternehmen gegenüber anderen
Anbietern auf der Welt Aufträge verlieren werden. Sie werden dann
auch weniger Steuern und Sozialbeiträge bezahlen können", warnte
Börner.

Die Kernthemen der neuen Regierung, um den bestehenden
Investitionsstau zu lösen, bleiben die Themen der alten:
Haushaltskonsolidierung und mehr öffentliche Investitionen in die
marode Infrastruktur sowie die Begrenzung der Arbeits- und der noch
viel stärker ansteigenden Energiekosten für die Unternehmen.

Genau daran aber zweifeln die Unternehmer. Nicht einmal jeder 20.
gibt an, dass er aufgrund der Koalitionsvereinbarungen mehr zu
investieren gedenkt. Vier von fünf Unternehmen geben an, ihre Pläne
nicht zu ändern und immerhin nahezu jeder siebte beabsichtigt sogar
seine Investitionen zu reduzieren.

"Dieses Ergebnis sollte ein Alarmsignal für die Politik sein. Wenn
es nicht gelingt, bei den Unternehmen mehr Vertrauen zu schaffen,
werden wir uns zwar auf dem hohen wirtschaftlichen Niveau noch eine
Weile bewegen. Aber es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis wir
zurückfallen, weil die erforderlichen Investitionen dann anderswo in
der Welt getätigt werden", so der BGA-Präsident.

Fast neun von zehn Unternehmen glauben nicht, dass die Koalition
ihr Versprechen durchhält, in den kommenden Jahren keine Steuern zu
erhöhen. Auch den Erfolg der Sozialkassen gilt es langfristig zu
sichern. Mit einer reformabgewandten Politik neuer
Leistungsversprechungen kann dies jedoch nicht gelingen.
"Mütterrente", Rückkehr zur Rente ab 63 Jahren und "solidarische
Lebensleistungsrente" sind sämtliche Treibsätze für die
Arbeitskosten.

Die Energiewende ist ebenfalls kein grundsätzliches Thema mehr,
wohl aber deren Umsetzung. Und auch hier glauben nur weniger als 13
Prozent der befragten Unternehmer, dass es durch die vorgesehenen
Maßnahmen im Koalitionsvertrag gelingt, den exorbitanten Preisanstieg
bei den Energiekosten zu stoppen.

"Die Ausgangslage für ein wirtschaftlich gutes Jahr 2014 ist
günstig, die Unternehmen sind zuversichtlich. Nun ist es Aufgabe der
Politik, Vertrauen zu schaffen und damit die Unternehmen zu
motivieren, wieder mehr zu investieren. Das große Aufbruchsignal
wurde mit dem Koalitionsvertrag verpasst, vieles hängt nun von der
Umsetzung ab. Wir steuern daher wirtschaftlich ein Jahr an, das von
weltwirtschaftlichen Impulsen getragen, in Deutschland aber von mehr
Regulierung und steigenden Arbeitskosten begleitet wird. Unser Land
braucht attraktive Investitionsbedingungen und leistungsfähige
Unternehmen mit Bewegungsfreiheit, um die Lasten aus dem
strukturellen und demographischen Wandel bewältigen zu können", so
Börner abschließend.

1, Berlin, 2. Januar 2014



Pressekontakt:
Ansprechpartner:
André Schwarz
Pressesprecher
Telefon: 030/ 59 00 99 520
Telefax: 030/ 59 00 99 529


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

504487

weitere Artikel:
  • Geschäftsklima: Mittelstand geht mit Zuversicht ins neue Jahr Frankfurt (ots) - - Leichte Verbesserung bei Lageurteilen und Erwartungen der Mittelständler - Geschäftsklima bei Großunternehmen knapp stabil - Einzelhandelsklima auf Jahreshoch Die deutschen Firmen gehen zuversichtlich ins neue Jahr. Mit 19,8 Saldenpunkten (plus 0,4 Zähler gegenüber November) beendet das mittelständische Geschäftsklima das abgelaufene Jahr auf dem höchsten Stand seit Februar 2012. Beide Klimakomponenten, Geschäftslage und -erwartungen, sind noch einmal leicht im Plus: - Die Urteile zur mehr...

  • dena unterstützt Kommunen beim Energiesparen im Verkehrsbereich / Neuer Leitfaden und Online-Tool für energieeffiziente Mobilität veröffentlicht Berlin (ots) - Energie- und Klimaschutzmanagement hilft Kommunen, ihren Energieverbrauch dauerhaft zu reduzieren. Mit einem neuen Leitfaden und einem Online-Tool bietet die Deutsche Energie-Agentur (dena) Kommunen Informationen und Hilfestellungen, wie sie Einsparungen im Verkehrsbereich erreichen können. Der neue Leitfaden "Energie- und Klimaschutzmanagement: Handlungsfeld Verkehr." informiert über die Grundzüge des kommunalen Energie- und Klimaschutzmanagements. Er beschreibt, wie eine Bestandsaufnahme erfolgen kann, in der mehr...

  • Spritpreise 2013 deutlich unter Vorjahresniveau / Trotz Rückgang zweitteuerstes Jahr aller Zeiten München (ots) - Erstmals seit 2009 lagen die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen im abgelaufenen Jahr wieder unter denen des Vorjahres. Trotz der für die Autofahrer erfreulichen Entwicklung war 2013 das zweitteuerste Tankjahr aller Zeiten, wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise an Markentankstellen und freien Stationen zeigt. Danach kostete ein Liter Super E10 im Durchschnitt des vergangenen Jahres 1,549 Euro. 2012 musste für einen Liter 1,598 Euro bezahlt werden und damit 4,9 Cent mehr als 2013. Noch stärker mehr...

  • Kölner Stadt-Anzeiger: Transparency International zu Pofalla: "Wechsel zum Staatsunternehmen Deutsche Bahn ist weiteres Beispiel für den Verfall politischer Sitten" Köln (ots) - Köln. Der Geschäftsführer von Transparency Deutschland, Christian Humborg, hat sich kritisch zu einem möglichen Wechsel des ehemaligen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla (CDU) in den Vorstand der Deutschen Bahn geäußert. "Angela Merkel unterzeichnet den Koalitionsvertrag mit Plänen zu Regelungen zum Drehtüreffekt und dann erlaubt sie ihrem Vertrauten Pofalla, zu einem Staatsunternehmen zu wechseln", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe). "Dieser Wechsel zum Staatsunternehmen Deutsche Bahn ist unseres Erachtens mehr...

  • Trends Media Group veröffentlicht Weißbuch China Trends Index 2013 -- Medienkonzern stellt "Fünf Kräfte"-Modell und wichtige Erkenntnisse zur chinesischen Modeindustrie vor -- Peking (ots/PRNewswire) - Chinas führender Mode- und Lifestyle-Verlag Trends Media Group hat auf einer Pressekonferenz das Weißbuch China Trends Index (CTI) 2013 präsentiert. In dem Weißbuch geht die Trends Media Group auf wichtige Erkenntnisse aus der Modewelt ein und gibt das 2013er CTI-Ranking der attraktivsten Marken, der begehrtesten Luxusmarken, der begehrtesten chinesischen Designermarken, der führenden chinesischen mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht