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Laut Experten aus aller Welt sind Innovationen zur Bewältigung globaler Gesundheitsprobleme entscheidend

Geschrieben am 12-12-2013

Doha, Katar (ots/PRNewswire) -

Regierungschefs und politische Entscheidungsträger kamen heute im
Rahmen des erstmals veranstalteten World Innovation Summit for Health
(WISH) in Doha zusammen, um über innovative Lösungen zur Bewältigung
der dringlichsten globalen Gesundheitsprobleme zu beraten.

(Photo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20131210/658697 )

Unter der Schirmherrschaft von Ihrer Hoheit Scheicha Moza bint
Nasser, der Vorsitzenden der Qatar Foundation for Education, Science
and Community Development, kamen nahezu 1000 internationale
Innovatoren aus dem Gesundheitswesen sowie politische
Entscheidungsträger, darunter Staatsoberhäupter, Minister,
hochrangige Regierungsvertreter, Akademiker und einflussreiche
Wirtschaftsführer aus 67 Ländern, im Rahmen der Gipfelkonferenz WISH
zusammen.

Auf der Gipfelkonferenz wird eine praxisnahe Auswahl neuer
Innovationen aus aller Welt präsentiert, darunter technologische
Fortschritte, neue Geschäftsmodelle und konzeptionelle Lösungen, die
diverse Gesundheitsfragen wie Fettleibigkeit, psychische Gesundheit,
eine verlässliche Gesundheitsversorgung, Big Data im
Gesundheitswesen, antimikrobielle Resistenz, Sterbebegleitung, die
Einbeziehung von Patienten und Verletzungen im Strassenverkehr
betreffen. Zudem wird sich ein Sonderausschuss mit den Themen
Gesundheit und Ethik befassen.

Die Innovationen werden nach neuestem Stand der Technik in
entsprechenden "Innovations-Pods" vorgestellt, in denen auch die
jeweiligen Personen anzutreffen sind, die aus diesen neuen Ideen
praxisnahe Lösungen gemacht haben.

Zudem werden Teilnehmer auf der Gipfelkonferenz auch Reden von
renommierten Keynote-Referenten verfolgen können. Neben Simon
Stevens, dem Leiter der Global Health Division der United Health
Group, und Daw Aung San Suu Kyi, dem Parteivorsitzenden der
Nationalen Liga für Demokratie (NLD) in Myanmar, zählen hierzu auch
der Londoner Bürgermeister Boris Johnson sowie John Dineen, der
Präsident und CEO von GE Healthcare.

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson erklärte: "Zahlreiche
Probleme im Gesundheitswesen sind von globaler Tragweite, aber jedes
Land der Welt hat auch seine eigenen Herausforderungen zu bewältigen.
Im Zuge dieser Zusammenkunft bedeutender Führungskräfte aus dem
internationalen Raum bietet sich die grossartige Gelegenheit, Ideen
auszutauschen und Lehren aus der hervorragenden und innovativen
Arbeit zu ziehen, die andernorts geleistet wird."

Lord Darzi of Denham, der kraft seines Amtes den Namenszusatz
Right Honourable Professor trägt und zudem als Vorstandsvorsitzender
von WISH fungiert, erklärte: "Das Gesundheitswesen steht vor einigen
der grössten Herausforderungen, die es jemals gegeben hat. Wenn wir
diese Herausforderungen bewältigen wollen, müssen alle Nationen bei
der Behandlung und Prävention von Krankheiten neue und innovative
Wege beschreiten. Wir möchten Menschen dazu anregen, die besten Ideen
zu übernehmen und in allen Ländern der Welt umzusetzen, um so die
bestehende Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schliessen. Und indem
wir Menschen, die echte Veränderungen bewirken können, an einen Tisch
bringen, möchten wir die Gesundheit von Menschen in allen Teilen der
Welt verbessern."

Am zweiten Tag des Gipfeltreffens wird auch der Global Innovation
Diffusion Report (dt. Bericht zur globalen Innovationsdiffusion)
vorgestellt. Im Zuge dieser bahnbrechenden Initiative wird untersucht
und verglichen, wie die Gesundheitssysteme acht verschiedener Länder
medizinische Innovationen fördern, umsetzen und teilen. Die
innovative Untersuchung zeigt, wie Katar, Indien, Brasilien, das
Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten, Australien, Spanien
und Südafrika die besten neuen Ideen zur Verbesserung der
Gesundheitsversorgung ihrer Bevölkerung weiterverbreiten.

WISH unterstützt die Absichten und Ziele der Qatar Foundation und
stärkt Katars Stellung als aufstrebendes Zentrum für Innovationen in
der Medizin. Mit der Einführung einer visionären landesweiten
Gesundheitsstrategie hat Katar bei der Reformierung des
Gesundheitswesens in der Region eine Vorreiterrolle eingenommen. Die
Qatar Foundation hat im Rahmen ihrer Mission eine Reihe verschiedener
Gesundheitsinitiativen umgesetzt, die neben der wissenschaftlichen
Forschung in der Medizin auch die Müttergesundheit und die klinische
Versorgung betreffen.

Ingenieur Saad Al Muhannadi, der Präsident der Qatar Foundation,
erklärte: "Die Qatar Foundation hat Katars Vision 2030 verinnerlicht
und unterstützt Initiativen, die zum Aufbau einer gesunden und
starken Gesellschaft beitragen. Die Förderung von
Gesundheitsinnovationen in Katar und im Ausland ist ein integraler
Bestandteil der Bemühungen der Qatar Foundation und es ist mir eine
grosse Freude, unsere verehrten Gäste aus diversen Teilen der Welt
bei WISH und in Katar begrüssen zu dürfen."

Hinweise an die Redaktion:

1. Das Sidra Medical and Research Center, die Qatar National Bank
und Qatar Petroleum unterstützen WISH als sogenannte
Diamond-Sponsoren.

2. Die acht Berichte sind:

Verlässliche Gesundheitsversorgung

In allen Teilen der Welt steigen die Gesundheitskosten schneller,
als Länder sie auffangen können. Die Herausforderung besteht in der
Frage, wie man diesen Anstieg der Ausgaben bremsen kann, während man
die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessert. Um Innovationen
fördern, Effizienzen verbessern und Kosten einsparen zu können, ist
ein grundlegender Wandel der Art und Weise erforderlich, wie
Pflegeleistungen erbracht und bezahlt werden. Anstatt sich auf die
Erbringung von Leistungen zu konzentrieren und sich beispielsweise
mit der Frage zu beschäftigen, wie viele chirurgische Eingriffe ein
Krankenhaus durchführt, sollten Gesundheitsbeauftragte ihre
Aufmerksamkeit auf Ergebnisse richten und sich die Frage stellen, wie
die Genesung vieler Patienten zu verbessern ist - und Krankenhäuser
sowie sonstige Leistungserbringer für erbrachte Leistungen in die
Verantwortung nehmen. Seit 2008 leistet Singapur mit einem häuslichen
Pflegeprogramm für unheilbar kranke Menschen und einem "medizinischen
Gemeinschaftszentrum" für Menschen mit chronischen Erkrankungen
Pionierarbeit. Durch diese Bemühungen konnten erneute
Krankenhausaufnahmen um 40 Prozent reduziert, Kosten in Höhe von 11
Millionen USD eingespart und die Auslastung von Notaufnahmen und
Unfallstationen zudem halbiert werden. Die Ergebnisse haben sich
verbessert und die Anzahl der "Behandlungen" ist zeitgleich gesunken.
Am schwedischen Krankenhaus Ryhov führen mittlerweile 60 Prozent
aller Dialysepatienten ihre Dialyse in den eigenen vier Wänden durch,
was zu besseren Behandlungsergebnissen und weniger Nebenwirkungen
führt. Zudem stehen dem Krankenhaus mehr Betten und den Ärzten mehr
Zeit zur Verfügung. Der Expertengruppe zufolge müssen Regierungen
damit beginnen, für Behandlungsergebnisse zu bezahlen und
Kooperationen zwischen Einrichtungen zu unterstützen, was weniger
Auswahl und Konkurrenz bedeuten kann.

Big Data im Gesundheitswesen

Die Übertragung von wissenschaftlichen Fortschritten in der
Medizin in neue Formen der Behandlung hat sich aufgrund der massiven
Verhaltensunterschiede der Menschen als schwierig erwiesen.
Angefangen bei Mobiltelefonen bis zu Kundenkarten - durch die
Beobachtung der Datenströme elektronischer Geräte, auf die wir uns
verlassen, ergibt sich aber ein deutlich vollständigeres Gesamtbild
als je zuvor. Forscher des Massachusetts Institute of Technology in
den Vereinigten Staaten haben eine Karte ihres Universitätsgeländes
erstellt, aus der hervorgeht, in welchen Bereichen die höchste
Infektionsgefahr besteht. Dies gelang ihnen durch die Ortung der
Mobiltelefone von Menschen, die zuvor in einem Gespräch angegeben
hatten, an einer Erkältung oder Grippe erkrankt zu sein. Im
pakistanischen Lahore kämpften Experten gegen einen schwerwiegenden
Ausbruch des Dengue-Fiebers an, indem sie grafisch darstellten, in
welchen Stadtteilen die Infektionsrate am höchsten war. Dabei setzten
sie Mobiltelefone zur Aufzeichnung der Standorte von stehendem
Gewässer ein, das daraufhin entweder beseitigt oder mit Fischen
versehen wurde (um die Mückenlarven zu fressen).

"Reality Mining" - das Zurückverfolgen "digitaler Spuren" unserer
elektronischen Geräte, gemeinhin auch als "Big Data" bezeichnet -
sorgt jedoch für Beunruhigung, da es ein massives Eindringen in unser
Privatleben suggeriert. Die Expertengruppe fordert eine
internationale Charta, um eine gemeinsame Datennutzung zum Wohle der
globalen Gesundheit zu fördern - in Kombination mit überarbeiteten
Datenschutz- und sonstigen Richtlinien bezüglich der Eigentümerschaft
von Daten.

Psychische Gesundheit

Weltweit leiden Hunderte Millionen Menschen an geistigen
Erkrankungen - und dennoch handelt es sich um eines der am meisten
vernachlässigten globalen Gesundheitsprobleme. In den meisten Ländern
mit niedrigem und mittlerem Einkommen entfallen weniger als 2 Prozent
des gesamten Gesundheitsetats auf die Prävention und Behandlung
mentaler Gesundheitsprobleme. Eine der grössten Herausforderungen
besteht in der Frage, wie dem Pflegebedarf im Bereich der geistigen
Gesundheit mit beschränkten Ressourcen beizukommen ist. Im
Vereinigten Königreich sind 1,7 Millionen Patienten ergänzend zur
ärztlichen Behandlung von speziell ausgebildeten Psychotherapeuten
behandelt worden. Zwei Dritteln geht es besser - und durch den
Rückgang der Anzahl arbeitsunfähiger und daher Krankengeld
beziehender Arbeitnehmer trägt sich das Modell von selbst. In Chile
hat ein Modell zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung von
Depression, das auf eine Kooperation zwischen Psychiatern und Ärzten
der Primärversorgung ausgelegt ist, zu einer 30- bis 70-prozentigen
Steigerung der Heilungsquote geführt und sich zudem als kostendeckend
erwiesen. Mancherorts wird auf neue Technologie gesetzt, um die
Reichweite des behandelnden Psychiaters zu steigern. In Australien
nutzen über 7.000 Patienten ein internetgestütztes Verfahren der
kognitiven Verhaltenstherapie, das eine Heilungsquote von 30 Prozent
aufweist und im Vergleich zu persönlichen Behandlungen zehn Mal
günstiger ist. Die Expertengruppe fordert die Zusammenstellung eines
vielseitigen Arbeitskräftepools im Bereich der psychischen Gesundheit
sowie die Nutzung neuer Technologien für bessere Zugangsmöglichkeiten
und zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Problemen.

Das Ende des Lebens

Tod und Sterben sind in vielen Ländern Tabuthemen. Jahr für Jahr
bedürfen über 100 Millionen unheilbar kranke Patienten einer
palliativen Versorgung, aber weniger als 8 Prozent erhalten sie.
Dieses völlig unnötige Leid im letzten Lebensjahr kommt einer
globalen Tragödie gleich. Der Expertengruppe zufolge sollten Länder
im Bereich der Sterbebegleitung eine landesweite Strategie
ausarbeiten, die Palliativversorgung zu einem festen Bestandteil des
Gesundheitswesens machen und Beschränkungen hinsichtlich der Vergabe
von Opiaten an unheilbar kranke Menschen aufheben. Im Anschluss an
einen Workshop, in dessen Rahmen Spezialisten aus dem Bereich der
Schmerztherapie verschiedene Probleme identifizierten, erliess
Kolumbien im Jahr 2007 eine landesweite Richtlinie, die innerhalb von
drei Jahren eine Verdreifachung des Absatzes morphinähnlicher
Medikamente zur Folge hatte. In der Ukraine benötigen jedes Jahr etwa
500.000 Menschen Palliativmedizin, dabei gibt es nur neun Hospize mit
650 Plätzen. Im Mai 2013 lockerte die Regierung eine gesetzliche
Bestimmung, derzufolge Rezepte für starke Medikamente von vier Ärzten
unterzeichnet werden müssen, und bot Patienten so die Möglichkeit,
einen 15-tägigen Vorrat an Opiaten am Heimatort aufzubewahren. Im
indischen Kerala haben Freiwillige ein Netzwerk für häusliche Pflege
aufgebaut. Der Bundesstaat gilt als "Hoffnungsträger", weil er zwei
Drittel der gesamten Palliativversorgung Indiens erbringt, obwohl er
einen Bevölkerungsanteil von nur 3 Prozent stellt. Bei
eingeschränktem Zugang zu westlicher Medizin empfiehlt die
Expertengruppe, traditionelle Heiler aufzusuchen.

Antimikrobielle Resistenz

Da Bakterien Resistenzen gegen moderne Medikamente entwickeln,
sind wir im Begriff, den Kampf gegen Infektionskrankheiten zu
verlieren. Wenn wir nichts gegen diese zunehmende Resistenz
unternehmen, könnten gewöhnliche chirurgische Eingriffe wie
beispielsweise die Implantation eines Hüftgelenkersatzes schon in
wenigen Jahren zu gefährlich sein.

"Was ich in Erfahrung gebracht habe, macht mir Angst - nicht nur
als Ärztin, sondern auch als Mutter, Ehefrau und Freundin", erklärte
Professor Dame Sally Davies, Englands Chief Medical Officer und
Vorsitzende des Gremiums. Jahr für Jahr fallen weltweit über 500.000
Millionen Menschen Infektionen zum Opfer, die durch resistente
Erreger hervorgerufen werden. Das Gremium fordert eine umfangreichere
Reglementierung bezüglich der Verwendung von Antibiotika bei Menschen
und Tieren, die Schaffung von Anreizen zur Entwicklung neuer
Arzneimittel und pocht zur Überwachung der Ausbreitung resistenter
Organismen auf internationale Kooperation, um die "besorgniserregende
Zahl" der Todesfälle weltweit zu senken. Über 70 Prozent aller
Antibiotika werden für Tiere produziert - und drei Viertel davon zur
Wachstumsförderung eingesetzt. Das Gremium vertritt den Standpunkt,
dass diese Form der nicht-therapeutischen Anwendung grundsätzlich
verboten werden sollte. Impfungen können helfen - in Norwegen führte
die Impfung von Lachsen dazu, dass der Einsatz von Antibiotika um 98
Prozent sank. Aufgrund der schwachen Ertragslage ist die Anzahl der
Antibiotika entwickelnden Pharmaunternehmen drastisch gesunken - von
ursprünglich 18 Firmen im Jahr 1990 sind heute noch fünf übrig
geblieben. Dem Gremium zufolge müssen höhere Preise, ein längerer
Patentschutz und garantierte Einnahmen für Innovatoren in Erwägung
gezogen werden.

Fettleibigkeit

Die Pandemie der Fettleibigkeit ist ein globales Problem, dem
jährlich drei Millionen Menschen zum Opfer fallen. Sie gilt als
ausschlaggebender Faktor für Herzkrankheiten, Schlaganfälle,
Typ-2-Diabetes und einige Krebsarten. Prognosen zufolge wird die Zahl
der Todesfälle, die mit diesen nicht übertragbaren Krankheiten in
Verbindung stehen, von 1990 bis 2020 um 77 Prozent steigen. Dies
stellt nicht nur eine Bedrohung für die seit 50 Jahren im Bereich der
Lebenserwartung erzielten Fortschritte, sondern auch eine enorme
Belastung für nationale Gesundheitssysteme dar. Die Konsequenzen
einer reduzierten Kalorienaufnahme und eines erhöhten
Aktivitätsniveaus gehen über den Gesundheitsbereich hinaus und machen
sich auch im Bildungswesen, im Einzelhandel sowie in der
Landwirtschaft und im Finanzsektor bemerkbar. In Frankreich hat eine
über 12 Jahre in zwei Städten durchgeführte Studie gezeigt, dass die
Fettleibigkeit in jener Stadt, die Schulen, Eltern, die städtische
Gemeinschaft und die Medien im Kampf gegen die Krankheit in die
Pflicht genommen hat, deutlich geringer ausfiel als in der
Kontrollgruppe der anderen Stadt. Die Initiative ist seither auf 275
europäische Klein- und Grossstädte ausgedehnt worden. Das Programm
eines sozialen Unternehmens, das im Nahen Osten, Australien,
Neuseeland, den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten
Königreich umgesetzt wird, hat zu einer deutlichen Senkung des
Hüftumfangs geführt. Im Rahmen des "Mind Exercise Nutrition Do
It"-Programms klären ausgebildete Fachkräfte Familien, die das
Essverhalten ihres Kindes ändern möchten, neun Wochen lang über eine
aktive Lebensweise und gesunde Ernährungsgewohnheiten auf. Dem
Gremium zufolge müssen Gesundheitsminister im öffentlichen Kampf
gegen die Fettleibigkeit eine Führungsrolle einnehmen, überdies Ziele
festlegen, um Veränderungen bezüglich der Ernährung und Aktivität zu
bewirken, und neben einer Lebensmittelkennzeichnungsverordnung auch
Ernährungsrichtlinien vorgeben.

Verletzungen im Strassenverkehr

Jedes Jahr fallen über eine Million Menschen Verkehrsunfällen zum
Opfer und viele weitere Millionen werden verletzt. Die sich rasant
entwickelnden Wirtschaftsräume im Nahen Osten zählen zu den am
schwersten betroffenen Ländern: In Katar übertrifft die Zahl der
Unfallopfer im Strassenverkehr die Zahl der Todesfälle infolge von
Krebs oder Herzerkrankungen. Obwohl die Wirkung von Sicherheitsgurten
seit 40 Jahren bekannt ist, sind nur 69 Prozent der Weltbevölkerung
durch eine entsprechende Anschnallpflicht umfassend geschützt. Zu den
erörterten Innovationen zählen Alkoholtester in Fahrzeugen,
schützende Schaumstoffvorrichtungen in Kindersitzen für den Kopf, ein
SMS-Verbot während des Fahrens sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen in
Wohngebieten. Im australischen Victoria hat die 2001 gestartete
"Arrive-Alive"-Strategie, in deren Rahmen man die Polizeipräsenz
erhöhte und zusätzliche Radarkameras installierte, die Zahl der
Todesopfer innerhalb von drei Jahren um 16 Prozent und in den
verkehrsberuhigten Zonen Melbournes gar um 40 Prozent gesenkt. Eine
Kooperation zwischen Gemeinde, Regierung und lokalen Unternehmen zur
Verbesserung der Strassenverkehrssicherheit, zur Schärfung des
öffentlichen Bewusstseins und zur Verschärfung der Strafverfolgung
führte im brasilianischen Sao Jose dos Campos von 2010 bis 2011 zu
einem 41-prozentigen Rückgang der Anzahl von Unfällen mit Todesfolge,
obwohl die Zahl der Fahrzeuge während dieses Zeitraums um 9 Prozent
zunahm. Das Gremium legt allen Regierungen nahe, die WHO-Vorgaben
bezüglich der Sicherheit im Strassenverkehr zu befolgen,
entsprechende Gesetze zu erlassen und diese auch durchzusetzen, und
die Bevölkerung auf bestehende Risiken hinzuweisen.

Einbeziehung von Patienten

Gesundheitsminister verfügen über unzählige Möglichkeiten zur
Verbesserung des Gesundheitswesens ihrer Nationen. Die wichtigsten
Experten - gewöhnliche Menschen, die sich eigenverantwortlich um ihre
Gesundheit kümmern - bleiben aber zumeist aussen vor. Durch die
zunehmende Verbreitung elektronischer Kommunikationsmittel, des
Internets sowie sozialer Medien verschaffen sich Patienten jedoch
immer mehr Gehör. In den Bereichen psychische Gesundheit,
Sterbebegleitung und antimikrobielle Resistenz tragen sie bereits
wirksam zu qualitativen Verbesserungen und Kostensenkungen bei. In
Australien, Europa und Nordamerika ergab eine im Jahr 2011 unter 11
Ländern durchgeführte Umfrage, dass Patienten, die in ihre
medizinische Versorgung aktiv miteinbezogen werden, von erhöhter
Qualität und weniger Fehlern berichteten und das Gesundheitssystem
grundsätzlich positiver bewerteten. Mit ihrer "Just Ask"-Kampagne
ging die Dänische Gesellschaft für Patientensicherheit gegen die
Wortkargheit der "Weisskittel" vor und ermutigte Patienten, Fragen zu
ihrer medizinischen Versorgung zu stellen. Aus einer Studie ging
hervor, dass 86 Prozent der Befragten von einem verbesserten
Austausch mit medizinischem Personal berichteten. Die WHO entwickelt
eine Checkliste, damit Mütter während der sehr riskanten ersten 7
Tage im Leben ihrer Babys besser entscheiden können, in welchen
Fällen dringende medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen ist. Das
Gremium fordert Organisationen aus dem Gesundheitswesen dazu auf,
Berater für Patienten und Familien einzusetzen, die in
Qualitätsverbesserungen und die Festlegung von Richtlinien
eingebunden sind. Darüber hinaus wird die Auffassung vertreten, dass
das Gesundheitspersonal Patienten und ihre Familien grundsätzlich in
die Entscheidungsfindung einbinden sollte.

3. Die im Rahmen des Forums behandelten Berichte sind auf
http://www.wish-qatar.org/reports/2013-reports zu finden.

4. Weitere Presseanfragen richten Sie bitte an
media@wish-qatar.org.

5. Informationen zu WISH:

Im Rahmen des erstmals veranstalteten World Innovation Summit for
Health (WISH) versammeln sich Staatsoberhäupter, Minister,
hochrangige Regierungsvertreter, Akademiker, Vordenker und die
einflussreichsten Wirtschaftsführer vom 10. bis 11. Dezember 2013 in
Doha (Katar), um die Einführung praktischer, nachhaltiger und
innovativer Lösungen zur Bewältigung globaler Gesundheitsprobleme
voranzutreiben.

Der eigentliche Zweck von WISH besteht darin, zu Zusammenarbeit
und Innovation in den Bereichen Gesundheitspolitik,
Gesundheitssysteme und Gesundheitsversorgung anzuregen, um so die
bestehende Lücke zwischen Theorie und Praxis auf dem Gebiet der
Gesundheitspflege und Medizin zu schliessen.

WISH liegt mit der Aufgabe und Vision der Qatar Foundation und
Katars Vision 2030 auf einer Linie und soll Katars wachsenden
Stellenwert als aufstrebendes Zentrum für Gesundheitsinnovationen
hervorheben. Da die Nation bei der Reformierung des Gesundheitswesens
eine Vorreiterrolle einnimmt, hat die Qatar Foundation diverse
vielversprechende Initiativen im Forschungs- und Gesundheitsbereich
umgesetzt, darunter Partnerschaften mit dem Weill-Cornell Medical
College, der Biobank Qatar, dem Qatar Robotic Surgery Centre, dem
Qatar Cardiovascular Research Centre, der Virgin Health Bank sowie
dem Sidra Medical and Research Center.

Nähere Informationen zu WISH erhalten Sie auf:
http://www.wish-qatar.org

6. Informationen zur Qatar Foundation

Die Qatar Foundation for Education, Science and Community
Development ist eine privat geführte gemeinnützige Gesellschaft, die
Katar bei dessen Vorhaben unterstützt, von der Industriewirtschaft
Abstand zu nehmen und stattdessen auf eine wissensbasierte Wirtschaft
zu setzen. Geschehen soll dies durch die Nutzung menschlichen
Potenzials zum Wohle Katars und der ganzen Welt. Die QF wurde 1995
von Seiner Hoheit Scheich Hamad bin Khalifa al Thani, dem Emir von
Katar, ins Leben gerufen. Den Vorsitz über die Organisation hat Ihre
Hoheit Scheicha Moza bint Nasser inne.

Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe konzentriert sich die QF auf drei
strategische Schwerpunkte: Bildungsarbeit, Wissenschaft und Forschung
sowie Gemeinwesenarbeit. Im Rahmen des Schwerpunkts Bildungsarbeit
lädt die QF Weltklasse-Universitäten nach Katar ein, um so zum Aufbau
eines Bildungssektors beizutragen, der jungen Menschen neben der
nötigen inneren Einstellung auch jene Fähigkeiten vermittelt, die in
einer wissensbasierten Wirtschaft unabdingbar sind. Durch die
Entwicklung und Vermarktung von Lösungen mittels wissenschaftlicher
Methoden fördert der Schwerpunktbereich Wissenschaft und Forschung
indessen die Innovations- und Technologiekompetenz Katars. Und im
Rahmen des Schwerpunkts Gemeinwesenarbeit trägt die Stiftung
schliesslich zum Aufbau einer fortschrittlichen Gesellschaft bei,
wertet das Kulturangebot auf, schützt das kulturelle Erbe Katars und
befasst sich zudem mit dringenden sozialen Bedürfnissen der
Gemeinschaft.

Eine vollständige Auflistung aller Initiativen und Projekte der QF
ist auf http://www.qf.org.qa zu finden.

Nähere Informationen zur Qatar Foundation erhalten Sie auf Anfrage
an unsere Pressestelle: pressoffice@qf.org.qa

7. Informationen zum Sidra Medical and Research Center

Das derzeit in Doha (Katar) errichtete Sidra Medical and Research
Center wird ein wegweisendes Krankenhaus mit eigenem Forschungs- und
Bildungsinstitut sein, das sich in erster Linie mit der Gesundheit
und dem Wohlbefinden von Frauen und Kindern auf regionaler und
globaler Ebene befasst. Sidra wird eine vollständig digitale
Einrichtung sein, die im Klinik-, Forschungs- und geschäftlichen
Bereich mit fortschrittlichsten IT-Anwendungen aufwartet. Sidras
Bettenkapazität liegt zunächst bei 400 Betten. Die vorhandene
Infrastruktur gestattet es jedoch, die Kapazität in einer
nachfolgenden Phase auf 550 Betten zu erhöhen.

Sidra ist aus der Vision Ihrer Hoheit Scheicha Moza bint Nasser
hervorgegangen, die auch als Vorsitzende der Einrichtung fungiert.
Die High-Tech-Einrichtung wird künftig nicht nur weltweit
erstklassige Patientenpflege bieten, sondern auch zum Ausbau der
wissenschaftlichen Kompetenzen und Ressourcen Katars beitragen.
Finanziert wird Sidra durch Stiftungsgelder in Höhe von 7,9
Milliarden USD der Qatar Foundation - eine der umfangreichsten
finanziellen Zuwendungen, die es weltweit in diesem Bereich je
gegeben hat.

Sidra ist Teil eines dynamischen Forschungs- und Bildungsumfeldes
in Katar, dem verschiedene international führende Institute
angehören. Hierzu zählt beispielsweise das Weill Cornell Medical
College in Qatar, Sidras akademische Partnereinrichtung. Durch starke
Partnerschaften mit führenden Instituten aus aller Welt schafft Sidra
ein Bildungsumfeld, das durch Investitionen in die medizinische
Forschung zu wissenschaftlichen Entdeckungen beiträgt.

Sidra wird über eine völlig einzigartige Arbeitsstruktur verfügen,
deren Mittelpunkt die interprofessionelle Zusammenarbeit bildet, um
Patienten die bestmögliche ganzheitliche Betreuung und seinen
medizinischen Fachkräften eine beispiellose Lernumgebung bieten zu
können. Dabei wird Sidra das Beste aus Design, Technologie, Betrieb
und Praxis von medizinischen Zentren aus aller Welt übernehmen, um
für Mitarbeiter eine Umgebung zu schaffen, die ihnen sofort vertraut
erscheint und dennoch aussergewöhnlich ist.


Für nähere Informationen wenden Sie sich an:
Doha, Katar (EST +7 Stunden)
Frau Noor Al Kobaisi
nalkobaisi@sidra.org
http://www.sidra.org




Photo:
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Pressekontakt:
Durchwahl: +974-4404-2383


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