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Capri-Sonne erhält Goldenen Windbeutel 2013 - Verbraucher strafen aggressive Vermarktung des Soft-Drinks an Kinder ab - foodwatch-Aktion heute am Firmensitz bei Heidelberg

Geschrieben am 16-05-2013

Berlin/Eppelheim (ots) - Rund 120.000 Verbraucher haben über
aggressive Marketingmethoden bei Kinderprodukten abgestimmt - und
entschieden: Die Werbung für den Soft-Drink Capri-Sonne ist die
schlimmste. Die Verbraucherorganisation foodwatch wird Hersteller
Wild (SiSi-Werke) daher heute Vormittag am Firmensitz in Eppelheim
bei Heidelberg den Goldenen Windbeutel 2013 für die dreisteste
Werbemasche des Jahres verleihen.

Capri-Sonne (in der Geschmacksrichtung Orange) enthält pro
200-Milliliter-Beutel umgerechnet sechseinhalb Stück Würfelzucker und
damit mehr als ein gleich großes Glas Fanta Orange. Da der Konsum
zuckerhaltiger Getränke ohnehin bereits zu hoch ist und Übergewicht
unter Kindern grassiert, forderte foodwatch das Unternehmen auf, alle
Werbe- und Marketingaktivitäten zu stoppen, die sich gezielt an
Kinder richten.

"Capri-Sonne & Co. sind Dickmacher ersten Ranges, das ist
wissenschaftlich erwiesen. Dennoch fixt Wild Kinder auf allen Kanälen
an, immer noch mehr Zuckergetränke zu konsumieren - im Internet,
Fernsehen, in der Schule, bei Sportveranstaltungen und sogar als
Kinderbetreuer in Ferienanlagen", kritisierte Oliver Huizinga,
Experte für Lebensmittelwerbung bei foodwatch. In einer ganzen Reihe
von Studien ist der Zusammenhang zwischen Soft-Drink-Konsum und dem
Risiko für die Bildung von Übergewicht belegt. In Deutschland gelten
15 Prozent der Kinder als übergewichtig, 6 Prozent sogar als
fettleibig (adipös). foodwatch fordert daher ein grundsätzliches
Verbot der Bewerbung unausgewogener Produkte direkt an Kinder.

Bei der von foodwatch ausgerufenen Online-Wahl zum Goldenen
Windbeutel auf www.goldener-windbeutel.de haben sich vom 18. April
bis zum 15. Mai 2013 insgesamt 119.835 Verbraucher beteiligt. Das
Ergebnis im Detail:

1. Capri-Sonne von Wild/SiSi-Werke: 51.054 Stimmen / 42,6 %
2. Paula von Dr. Oetker: 26.231 Stimmen / 21,9 %
3. Kosmostars von Nestlé: 24.710 Stimmen / 20,6 %
4. Monsterbacke Knister von Ehrmann: 11.580 Stimmen / 9,7 %
5. Pom-Bär von funny-frisch (Intersnack): 6.260 Stimmen / 5,2 %

Capri-Sonne richtet sich mit einer ganzen Reihe von
Marketingaktivitäten direkt an Kinder und sucht dabei gezielt die
Nähe zum Sport. Capri-Sonne tritt als Sponsor und Veranstalter von
Sportevents für Kinder auf, betreut Kinder in Hotelanlagen, spricht
diese gezielt mit einer Internetseite an und macht sie über ihre
facebook-Seite zu Markenbotschaftern. Bis Anfang Mai verbreitete der
Hersteller zudem werbliches Unterrichtsmaterial an Grundschullehrer,
in dem Kindern die Ernährungsempfehlung ausgesprochen wurde, "viel"
Capri-Sonne zu verzehren. Nach der foodwatch-Kritik stoppte Wild die
Verbreitung des Materials - ein erster, kleiner Erfolg des Goldenen
Windbeutels 2013.

"Capri-Sonne wirbt, damit Kinder immer mehr zuckrige Soft-Drinks
trinken - aus gesundheitlichen Gründen wäre es jedoch dringend
geboten, sie würden viel weniger davon trinken. Wenn Unternehmen wie
Wild ihr schamloses, gezielt an Kinder gerichtetes Marketing für
ungesunde Produkte bei Kindern nicht endlich einstellen, muss der
Gesetzgeber ein Verbot aussprechen", so Oliver Huizinga von
foodwatch.

Anders als in den Vorjahren hatte foodwatch beim Goldenen
Windbeutel 2013 nicht die Werbelüge des Jahres, sondern die
dreisteste Werbemasche bei einem Kinderprodukt gesucht. Nachdem in
den Jahren 2009 bis 2012 das Thema Etikettenschwindel im Blickpunkt
stand, möchte foodwatch nun das Problem der Fehlernährung bei Kindern
und die Verantwortung der Lebensmittelindustrie in den Fokus rücken.
Bei einem Marktcheck mit mehr als 1.500 Produkten hat foodwatch 2012
belegt, dass drei Viertel der direkt an Kinder vermarkteten
Lebensmittel zur Kategorie der süßen oder fettigen Snacks gehören.
Das Angebot folgt einer ökonomischen Logik: Während die Gewinnmargen
bei Obst und Gemüse unter 5 Prozent liegen, betragen sie bei
Junkfood, Soft-Drinks und Süßwaren bis zu 18 Prozent.
Lebensmittelhersteller haben daher ein finanzielles Interesse daran,
möglichst viele unausgewogene Kinderprodukte zu verkaufen.

Link:

- Ergebnisse der Wahl zum Goldenen Windbeutel:
www.goldener-windbeutel.de

Redaktioneller Hinweis:

- Eine weitere Pressemitteilung folgt nach der Verleihung des
Goldenen Windbeutels.
- Bildmaterial zum Download unter www.foodwatch.de/windbeutel2013
- ab ca. 14 Uhr sind dort auch Fotos von der foodwatch-Aktion
bei Capri-Sonne in Eppelheim abrufbar.



Pressekontakte:


- foodwatch-Büro: Andreas Winkler, Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 - 2 90
- vor Ort in Eppelheim: Martin Rücker, Tel. +49 (0)1 74 / 3 75 16 89
- E-Mail: presse@foodwatch.de


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