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Mittelbayerische Zeitung: Parallelmobilität

Geschrieben am 10-02-2013

Regensburg (ots) - Von Martin Anton

Das Bahn-Monopol auf Fernreisen war eine deutsche Einmaligkeit,
historisch gewachsen aus der Teilung. Dass diese Besonderheit nun
weggefallen ist, schien im europäischen Zusammenhang nur logisch.
Allerdings birgt die Liberalisierung die Gefahr, die
Zwei-Klassen-Mobilität in Deutschland zu verschärfen. In den USA,
deren Busnetz im Zusammenhang mit der Liberalisierung immer wieder
als positives Beispiel erwähnt wird, fahren nur diejenigen Bus, die
sich keinen Flug leisten können, kein Auto besitzen und die Zeit
haben - eine Art mobile Parallelgesellschaft. Auch in Deutschland ist
das Hauptargument, von der Bahn in den Bus umzusteigen, der Preis.
Gerade zu Anfang werden sich die neuen Busfirmen einen
Unterbietungswettkampf leisten. Die Bahn wird ihre Ticketpreise
allerdings kaum senken. Ihr Vorteil ist nämlich auch ganz klar: Die
Geschwindigkeit. Nur auf wenigen Strecken können die Busse gleich
schnell oder gar schneller am Ziel sein. Hinzu kommen Staus und
andere Unwägbarkeiten des Straßenverkehrs. Wenn aber Schnelligkeit
das Gebot ist, wird noch mehr vor allem in die Haupttrassen
investiert, damit man auf der Strecke München Berlin vielleicht eine
Viertelstunde sparen kann. Das wiederum treibt die Preise nach oben.
Auf den günstigeren Regionalstrecken werden sich die Reisenden
hingegen fragen, ob sie Lust haben, dreimal umzusteigen, wenn sie mit
dem Bus durchfahren können. Vor allem der Regionalverkehr der Bahn
wird daher unter der Buskonkurrenz leiden und es ist gut möglich,
dass zugunsten der Hauptstrecken Nebenstrecken wegfallen. So ist es
möglich, dass es künftig drei Kategorien von Mobilität gibt:
Autofahrer, Busfahrer, Bahnfahrer. Es wäre schade, wenn die
Zugehörigkeit nur vom Geld abhinge und nicht von der Vorliebe für die
Transportart.



Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de


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