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China wird zum wichtigsten Automobilmarkt

Geschrieben am 20-09-2011

Frankfurt am Main (ots) -

China-Day 2011 auf der IAA

China wird zum wichtigsten Automobilmarkt

In diesem Jahr werden in China voraussichtlich zum ersten Mal mehr
Neuwagen deutscher Konzernmarken zugelassen als in Deutschland.
"China ist damit einer der wichtigsten Märkte der deutschen
Automobilindustrie - und wird immer wichtiger", betonte Dr. Kay
Lindemann, stellvertretender VDA-Geschäftsführer, beim China-Day auf
der Internationalen Automobil-Ausstellung.

Lindemann: "Die deutsche Automobilindustrie und die Volksrepublik
China haben sich nicht erst in der Phase des Aufschwungs entdeckt.
Bereits seit Jahrzehnten sind wir in China präsent. Heute haben die
deutschen Automobilhersteller einen Marktanteil von fast 20 Prozent."
Das rasante Wachstum habe China innerhalb weniger Jahre zum "Big
Player" auf der automobilen Weltkarte gemacht. "Während vor zehn
Jahren erst 600.000 Fahrzeuge in China produziert wurden, sind es
heute 11,3 Mio. Einheiten - Tendenz steigend", so Lindemann weiter.
Für das laufende Jahr rechnet er in China mit einem Wachstum von 8
Prozent im Pkw-Segment. Das entspräche einem absoluten Niveau von
über 12 Millionen Einheiten. Dieser Erfolg ist mit steigender
Wertschöpfung vor Ort verbunden. "China ist mittlerweile der größte
Produktions-standort der deutschen Hersteller außerhalb der Heimat",
so Lindemann. Allein im vergangenen Jahr stieg die Pkw-Produktion der
deutschen Hersteller in China um 44 Prozent auf 1,8 Mio. Einheiten.

Wichtig für diese Fortschritte ist auch die zunehmende
Marktöffnung, insbesondere nach dem WTO-Beitritt 1999. Sehr hohe
Zölle wurden mittlerweile auf bis zu 25 Prozent abgebaut. Lindemann:
"China hat seinen Markt in den vergangenen Jahren schrittweise
geöffnet. Dies hat entscheidend dazu beigetragen, dass ausländische
Investitionen in China deutlich gestiegen sind. Die
Automobilindustrie in China wurde dadurch deutlich moderner und
wettbewerbs-fähiger."

"Das Wachstum in China war phänomenal", sagte der in den USA und
in China lebende Verleger Wayne W.J. Xing. Er gibt die
Fachpublikationen China Business Update und China Auto Review zum
chinesischen Automobilmarkt heraus. In den vergangenen 25 Jahren habe
sich die Mobilität in China rasant entwickelt. "Wir hatten 1985 in
China keinen einzigen Streifen Autobahn, heute haben wir 74.000
Kilometer." Xing gab aber auch zu bedenken, dass der chinesische
Markt weiter stark von politischen Entscheidungen beeinflusst sei:
"China ist immer noch ein weitgehend geschützter Markt. China
entwickelt sich aber immer mehr in Richtung Marktwirtschaft." In den
kommenden Jahren erwartet Wayne eine Konsolidierung der chinesischen
Automobilhersteller. Aus den derzeit 14 führenden chinesischen
Automobil-konzernen würden in den Jahren zehn Gruppen werden. Der
Verleger sieht allerdings auch Faktoren, die das weitere Wachstum
gefährden könnten. "Die Emissionen der Autos sind eine Hauptquelle
für Luftverschmutzung geworden. Die Regierung versucht daher
strengere Abgasstandards durchzusetzen."

Björn Hauber, Executive Vice President Sales & Marketing,
Mercedes-Benz China, beleuchtete die Entwicklung aus Sicht eines
Herstellers. Zwischen 2005 und 2010 habe Mercedes-Benz seinen Absatz
in China von 17.000 auf 147.000 Einheiten gesteigert. Vor zehn Jahren
habe das Unternehmen 0,3 Prozent der Fahrzeuge in China verkauft,
2010 lag der Anteil schon bei 12 Prozent. "China ist enorm dynamisch.
Dieses Wachstum zu planen ist nicht einfach, weil die Prognosen nicht
eindeutig sind. Wir werden 2011 sicher das Vorjahresniveau sehr
deutlich übertreffen." Hauber sieht in China noch erhebliches
Potenzial gerade für Premiumhersteller. "Der Anteil der
Premiumfahrzeuge am Gesamtmarkt ist in China noch vergleichsweise
gering", so Hauber. Um den Erfolg im chinesischen Markt fortzusetzen,
sieht der Manager mehrere Faktoren. "Wir können nur dann nachhaltig
erfolgreich sein, wenn die lokale Produktionsbasis weiter gestärkt
wird." Ebenso dringend sei der weitere Ausbau des Händlernetzwerks.
Das Händlernetz in China werde im Wochenrhythmus ausgebaut. Zudem sei
die Gewinnung von Nachwuchstalenten entscheidend. Hauber: "Gute
Mitarbeiter sind unverzichtbar. Sie sind die treibende Kraft hinter
unserem Markterfolg."

Dr. Gerhard Nowak, Geschäftsführer von Management Engineers in
China, erläuterte, welche Alternativen zum Automobil mit
Verbrennungsmotor in China derzeit diskutiert werden. "Das Automobil
ist der Treiber der Entwicklung der Mobilität in China. Aber es gibt
auch ein enormes Potenzial für elektrische Zweiräder." China habe
sich das Ziel gesetzt, in der Zukunft vom Verbrennungsmotor direkt
zur Elektromobilität überzugehen. Allerdings herrsche in der
chinesischen Regierung derzeit Ernüchterung über die Fortschritte
der eigenen Unternehmen bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen.
"Der große Durchbruch bei der Elektromobilität war in China noch
nicht zu erleben", so Nowak. Die Regierung habe aber mit dem 12.
Fünf-Jahres-Plan klare Ziele für die Elektromobilität gesetzt.



Pressekontakt:
Eckehart Rotter
VDA/Abteilung Presse
Tel.: +49 30 897842-120
Mail: rotter@vda.de


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