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Experten warnen vor sinkender Wissensqualität / Ursache liegt im unkritischen Umgang mit Internetsuchmaschinen

Geschrieben am 19-10-2007

Frankfurt am Main (ots) - Zum zwölften "Tag der Bibliotheken" am
24. Oktober ziehen Experten in Deutschland Bilanz: Laut einer
GetInfo-Umfrage unter führenden Bibliothekaren in Deutschland ist die
wichtigste Aufgabe derzeit, den Nutzern ihren Mehrwert gegenüber
Webangeboten anderer Anbieter deutlich zu machen. So konkurrieren
beispielsweise Internetsuchmaschinen mit vermeintlich ähnlichen
Services.

"Wir müssen die Nutzer davon überzeugen, dass ein Brockhaus
wesentlich wertvoller ist als Wikipedia", sagt Christina Michel,
Leiterin der Bibliothek der Fachhochschule Amberg-Weiden. "Fundierte
Informationen sind nicht zum Nulltarif zu haben, das übersieht der
Nutzer nur allzu leicht. Es mangelt oft an Kritikfähigkeit - gerade
bei Schülern und Studenten." Der große Vorteil der Bibliotheken in
Zeiten des World Wide Webs sei es, einen strukturierten Zugang zu
Informationen mittels Datenbanken und Katalogen zu bieten. "Diese
Kompetenz wird von den Nutzern im festen Glauben, man finde "sowieso
alles bei Google", zunehmend verkannt", warnt Michael Schanbacher,
Bibliotheksleiter an der Hochschule Heilbronn.

Stärken im Fokus

Es gilt für die Bibliotheken in Deutschland nicht, in Konkurrenz
zum Internet zu treten. Stattdessen müssen sie sich auf ihre Stärken
konzentrieren. Entscheidende Faktoren, die für ihr Angebot sprechen,
sind nicht nur persönlicher Service, sondern auch
Informationsqualität.

"Fachreferenten und Lektoren wählen in Zusammenarbeit mit den
Lehrstühlen ausschließlich qualitativ hochwertige und seriöse Medien
aus, die in der Regel nicht frei über das Internet verfügbar sind",
sagt Dagmar Hesse, Teamleiterin Informationsvermittlung an der
Universitätsbibliothek Chemnitz. Diese Selektion bereitet das Wissen
auf und macht es übersichtlich zugänglich - ein großer Vorteil
gegenüber dem World Wide Web.

Zwar bieten Suchmaschinen mittels Relevanz-Rankings scheinbar
bewertete Information, allerdings ist dieses Vorgehen fragwürdig. Die
verbleibende Trefferflut bei den Ergebnissen überfordert die Nutzer.
Darüber hinaus mangelt es der Internetrecherche nicht nur an
Qualität, sondern auch an garantierter Wiederauffindbarkeit,
Beständigkeit und Werbefreiheit. "Ein Ziel der Bibliotheken muss es
sein, den Nutzern mehr Informationskompetenz bei der Bewertung von
Medien zu vermitteln", meint Ato Ruppert, Leiter des EDV-Dezernats an
der Freiburger Universitätsbibliothek.

Kompetenzen bündeln mit Portalen

Als verbesserungswürdig stufen viele Bibliotheken ihre
Öffnungszeiten ein. Nutzer wünschen sich rund um die Uhr Zugang zu
den Beständen. Eine Lösung wäre, die Katalogtitel verstärkt digital
zugänglich zu machen. Doch dazu mangelt es vor allem an Personal und
den nötigen Finanzmitteln. Einigkeit herrscht darüber, dass
Online-Plattformen und Meta-Kataloge eine gute Möglichkeit bieten, um
die Angebote der Bibliotheken prominenter zu vertreiben. "Es wäre
hilfreich, wenige Portale richtig gut zu entwickeln und zu
vermarkten", sagt Rainer Pernsteiner, Projektleiter Kommunikation und
Marketing von GetInfo. Das Portal für Fachinformationen aus
Naturwissenschaft und Technik ist seiner Zeit bereits einen Schritt
voraus. So finden Nutzer unter www.getinfo.de die Bibliotheksbestände
der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover sowie die
der deutschen Fachinformationszentren FIZ Technik Frankfurt, FIZ
Karlsruhe und FIZ CHEMIE Berlin. Im Ergebnis bekommen sie qualitativ
hochwertige und von erfahrenen Editoren validierte Fachinformationen,
auf die sie sich verlassen können.

An der Befragung von GetInfo haben die Bibliotheken folgender
Institutionen teilgenommen: RWTH Aachen, Technische Universität
Chemnitz, Universität Freiburg, Hochschule Heilbronn, Fachhochschule
Amberg-Weiden, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung,
Fachhochschule Zittau, Fachhochschule Ingolstadt, Technische
Universität Freiberg und Eidgenössische Technische Hochschule Zürich.

Über GetInfo:

GetInfo ist das Wissensportal für Naturwissenschaften und Technik.
Es ermöglicht die parallele Recherche von qualifizierten
Fachinformationen in verschiedenen Datenbanken sowie die Lieferung
der Volltexte in gedruckter oder elektronischer Form. Das
GetInfo-Portal ist eine Kooperation der Technischen
Informationsbibliothek (TIB) in Hannover und der deutschen
Fachinformationszentren FIZ Technik Frankfurt, FIZ Karlsruhe und FIZ
CHEMIE Berlin. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung gefördert. www.getinfo.de

Originaltext: FIZ-Fachinformationszentrum-Technik-Inform GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/67549
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_67549.rss2

Pressekontakt:
Rainer Pernsteiner
Projektleiter Kommunikation und Marketing GetInfo
c/o FIZ-Technik-Inform GmbH
Tel.: (069) 4308-227
Fax: (069) 4308-200
E-Mail: rainer.pernsteiner@fiz-technik.de


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