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Börsen-Zeitung: Allianz schmieden, Kommentar zum Vorhaben der Europäischen Kommission, den Wettbewerb bei Strom und Gas durch eine Aufspaltung der Energiekonzerne zu stärken von Christof Roche

Geschrieben am 19-09-2007

Frankfurt (ots) - Zuletzt war es Microsoft aus den USA, jetzt sind
Europas Energiekonzerne dran. Die Europäische Kommission macht Druck,
um über mehr Wettbewerb, mehr Wahlfreiheit und niedrigere Preise beim
Bürger zu punkten. Zu stark, so ihr Vorwurf, ist die Vormachtstellung
von Eon, EdF oder Eni, um die Konkurrenz in die nationalen Gas- und
Stromnetze zu lassen. Geht es nach dem Willen der EU-Behörde, sollen
die Platzhirsche eingefangen und zerlegt werden.

Doch ein Selbstläufer wie Microsoft wird der Aufmarsch gegen die
Energiekonzerne nicht werden. Hatte die Kommission bei der
Softwareschmiede das alleinige Sagen, müssen bei der angepeilten
Marktöffnung Regierungen und Parlament mitspielen. Schon jetzt haben
Deutschland und Frankreich unmissverständlich klargemacht: Mit ihnen
ist die eigentumsrechtliche Entflechtung der Versorger nicht zu
machen. Doch für diese klassische Allianz ist höchste Vorsicht
geboten. Zum einen, weil es an anderer Stelle mächtig knirscht, wie
die Attacken aus Paris auf den Sparkonsens in Euroland und die EZB
zeigen, die Berlin nicht akzeptiert. Zum anderen, weil Frankreichs
Staatspräsident Nicolas Sarkozy unberechenbar ist. Nur zur
Erinnerung: Der französische Staat hält an EdF sowie GdF/Suez hohe
Beteiligungen, die auch über eine Aufspaltung nicht ausgehebelt
werden. Anders als in Deutschland, wo nach einer Entflechtung von Eon
& Co die abgetrennten Netze allein dem Renditebestreben unterlägen,
ist Paris über seine Kontrollanteile in der Lage, den Gleichlauf
seiner Energieunternehmen fortzuschreiben.

Einem Machtpolitiker wie "Super-Sarko", der seine Versorger
selbstredend als europäische Champions sieht, kann ohnehin nichts
Besseres widerfahren, als die deutsche Konkurrenz über die
europäische Schleife auszuschalten. Zumal, und das ist ein echter
Trumpf, er und alle anderen die Karten zur Entflechtung erst nächstes
Jahr auf den Tisch legen müssen, wenn das Energiepaket zur
Verabschiedung ansteht - und Paris mit der EU-Präsidentschaft die
Fäden zieht.

Die Zeiten, in denen sich ein Kanzler Gerhard Schröder blind auf
die Unterstützung seines Pariser Pendants, Jacques Chirac, verlassen
konnte, sind passé. Berlin muss rechtzeitig eine neue Allianz
schmieden, um bei dem Versuch, den Wettbewerb auf Europas
Energiemärkten zu forcieren, am Ende nicht ohne Mitstreiter
dazustehen.

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

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Rückfragen bitte an:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


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