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Erwerbstätigkeit verliert für den Lebensunterhalt an Bedeutung

Geschrieben am 26-04-2006

Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt zum Tag der
Arbeit mitteilt, gaben im März 2004 lediglich 39% der Bevölkerung in
Deutschland (32,5 Millionen von insgesamt 82,5 Millionen) die eigene
Erwerbstätigkeit als wichtigste Unterhaltsquelle an; 1991 hatte
dieser Anteil noch bei gut 44% gelegen. Insbesondere für den
Lebensunterhalt von Männern verlor die Erwerbstätigkeit in dieser
Zeit an Bedeutung. In 2004 lebten weniger als 47% der Männer von
ihrem Lohn und Gehalt, 1991 waren es noch 56% gewesen. Bei den Frauen
sank der Anteil im gleichen Zeitraum von 34% auf knapp 33%. Das
zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus 2004, der größten amtlichen
Haushaltsbefragung in Europa.

Sowohl im früheren Bundesgebiet als auch in den neuen Ländern und
Berlin-Ost war 2004 für 39% der Bevölkerung die Erwerbstätigkeit die
bedeutsamste Einnahmequelle. Damit haben sich die Anteile im
Vergleich zu 1991 angeglichen. Damals finanzierten sich 44% der
Westdeutschen und 48% der Ostdeutschen hauptsächlich über ihr
Erwerbseinkommen. Gründe für die rückläufige Bedeutung der
Erwerbstätigkeit als Unterhaltsquelle sind unter anderem die Zunahme
der Arbeitslosigkeit und der steigende Bevölkerungsanteil von
Ruheständlern. So lebten knapp 5% der Bevölkerung in Deutschland im
März 2004 überwiegend von Arbeitslosengeld/-hilfe (1991: 2%). Während
im früheren Bundesgebiet gut 3% der Bevölkerung auf diese
Einnahmequelle angewiesen waren, traf dies für jeden zehnten
Ostdeutschen zu. Der Anteil der Bevölkerung, der überwiegend von
Rente und Pension lebte, vergrößerte sich bundesweit um 4
Prozentpunkte von 19% (1991) auf 23% (2004).

Leistungen durch Angehörige stellten im früheren Bundesgebiet eine
wichtige Unterhaltsquelle dar. Knapp 32% der westdeutschen
Bevölkerung waren 2004 darauf angewiesen; in den neuen Ländern und
Berlin-Ost galt dies dagegen für nur 18% (Bundesdurchschnitt 29%).
Mit einem Anteil von 36% ist in Deutschland die Abhängigkeit der
weiblichen Bevölkerung von Leistungen durch Angehörige wesentlich
häufiger als bei den Männern. Von denen war nur gut jeder vierte in
erster Linie auf finanzielle Unterstützung durch Angehörige
angewiesen.


Bevölkerung nach überwiegendem Lebensunterhalt
- Ergebnisse des Mikrozensus –
in 1 000
Deutschland


Mit überwiegendem Lebensunterhalt durch
Erwerbs- Arbeits- Unter-
tätig- losen- halt Rente, Sons-
Ins- keit geld/ durch Pen- ti-
gesamt -hilfe Ange- sion ges 2)
höri-
ge 1)


2004


Bevöl-
kerung
insgesamt 82 491 32 482 3 805 24 080 19 089 3 034


männlich 40 330 18 775 2 345 9 049 8 749 1 411
weiblich 42 161 13 707 1 460 15 031 10 341 1 623


darunter:
verhei-
ratet 19 658 7 728 709 6 618 4 151 453


1991


Bevöl-
kerung
insgesamt 79 829 35 521 1 722 25 095 14 910 2 581


männlich 38 548 21 380 877 9 146 5 943 1 202
weiblich 41 281 14 141 845 15 949 8 966 1 379


darunter
verhei-
ratet 19 817 8 479 540 7 643 2 697 458

1) Zum Beispiel Eltern/Ehepartner. 2) Eigenes Vermögen,
Vermietung, Zinsen, Altenteil; Sozialhilfe; Leistungen aus einer
Pflegeversicherung; Sonstige Unterstützungen (zum Beispiel BAföG,
Vorruhestandsgeld, Stipendium).


Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Mikrozensus,
Telefon: (01888) 644-8955,
E-Mail: mikrozensus@destatis.de

ots-Originaltext
Statistisches Bundesamt

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
Email: presse@destatis.de


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