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Boersen-Zeitung: Der Goldman-Konflikt, Kommentar zum Beratungsmandat und (un)erwünschtem Private-Equity-Gebot von Norbert Hellmann

Geschrieben am 18-04-2006

Frankfurt (ots) - Rund um Unternehmensübernahmen ist keine
Investmentbank so gut aufgestellt wie Goldman Sachs. Bei
Beratungsmandaten für Angreifer oder Verteidiger, bei der
Fremdfinanzierung wie auch dem Private-Equity-Geschäft auf eigene
Rechnung gehört sie zu den großen "Playern". Dass dies
Interessenkonflikte zeitigt, steht völlig außer Frage. Bislang
versteifte sich Goldman auf ein Mantra, dem zufolge nicht die
Existenz der Interessenkonflikte entscheidend sei, sondern das
Management derselben.

Angesichts des immer aggressiveren Auftretens der Bank, die schon
mal als Berater auf beiden Seiten einer Transaktion auftaucht oder
via Private Equity vom Berater des Zielobjekts zu dessen Käufer
mutiert, kam das hehre Prinzip vielen Marktbeobachtern wie eine leere
Worthülse vor. Nun hat mit Hank Paulson der oberste Goldman-Manager
der weisen Maxime auch Taten folgen lassen, um eine immer lauter
tickende Zeitbombe zu entschärfen.

Konkreter Anlass ist der Fall BAA, also jener britische
Flughafenbetreiber, der sich einer unerwünschten Offerte der
spanischen Ferrovial gegenübersieht und dem sich Goldman als Berater
anbot. Jüngst aber empfahl sich Goldman über den hauseigenen
Private-Equity-Fonds zum "Weißen Ritter", der eine Gegenofferte für
BAA einbringt. Da vom BAA-Board nicht unterstützt, steht der
vermeintliche Ritter plötzlich wie ein feindlicher Angreifer da.
Paulson pfeift jetzt von New York aus allzu forsche Truppen in London
mit der Direktive zurück, sich in Zukunft genau zu überlegen, ob
Goldman mit eigenen Mitteln feindliche Übernahmen finanzieren soll.
Zuvor hatte Goldman alle Mühe bei Offerten für britische
Gesellschaften wie AB Ports, ITV oder Mitchells & Butlers, saubere
Trennlinien zwischen Beratungsmandat und (un)erwünschtem
Private-Equity-Gebot zu finden.

Wenn Paulson intern dazu aufruft, die Finger von besonders
haarigen Transaktionen zu lassen, um wachsendem Unmut im Markt zu
begegnen, ist dies eine geschäftsorientierte Entscheidung. Sie soll
verhindern, dass schnelle Profite bei Private Equity langfristiges
Geschäftspotenzial bei der Unternehmensberatung kannibalisieren.
Goldman will aber weiterhin auf allen Hochzeiten tanzen. Es geht also
noch lange nicht um die Vermeidung von Interessenkonflikten, sondern
lediglich um eine winzige Korrektur beim Management derselben.

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30377
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

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Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


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