(Registrieren)

Flexible Arbeitsmodelle fördern Frauen-Karrieren / Neue McKinsey-Studie untersucht Aufstiegschancen weiblicher Führungskräfte - Deutschland nur Mittelmaß in Europa -Auch Männer müssen umdenken

Geschrieben am 15-06-2007

Berlin (ots) - Starre Arbeitsmodelle über das gesamte Berufsleben
hinweg und der damit verbundene geringe Anteil von Frauen an der
Gesamtarbeitszeit sind Hauptgrund für die niedrige Zahl weiblicher
Führungskräfte in Deutschland. Umgekehrt: Je größer der Anteil von
Frauen an der Gesamtarbeitszeit, desto besser sind ihre beruflichen
Aufstiegschancen. Das belegt eine aktuelle Studie der
Unternehmensberatung McKinsey & Company. Sie beruht auf Analysen aus
23 Ländern in Europa. In der Rangfolge der Nationen mit den besten
Karriereaussichten für Frauen liegt Deutschland im Mittelfeld. An der
Spitze stehen Finnland, Schweden und Norwegen. Schlusslichter sind
Spanien, Italien und Luxemburg. Die Untersuchung hat McKinsey am
Freitag beim 13. Global Summit of Women in Berlin vorgestellt. Die
Konferenz mit mehr als 900 weiblichen Führungskräften aus Politik und
Wirtschaft aus 90 Ländern findet vom 14. bis 16. Juni 2007 erstmals
in Deutschland statt. Im Mittelpunkt der McKinsey-Analyse stehen die
ökonomische Situation von Frauen in Europa und die Frage, wie sich
die Zahl von Frauen in Führungspositionen erhöhen lässt.

Der Begriff der Gesamtarbeitszeit umfasst nach McKinsey die Summe
der von der Bevölkerung insgesamt geleisteten Arbeitsstunden über
einen bestimmten Zeitraum. "Die Studie belegt erstmals den
Zusammenhang zwischen dem Anteil von Frauen an dieser
Gesamtarbeitszeit und der Anzahl von Frauen in Führungspositionen",
sagt McKinsey-Direktorin Claudia Funke, Co-Autorin der Untersuchung.
In Deutschland beträgt der Anteil von Frauen an der Gesamtarbeitszeit
38 Prozent, in Finnland 46 Prozent, in Schweden 44 Prozent und in
Norwegen 43 Prozent, wo jeder dritte Topmanagementposten von einer
Frau besetzt wird - der Spitzenwert in den von McKinsey untersuchten
Ländern. Deutschland kommt auf einen mittleren Rang mit 11 Prozent
Frauenanteil. Dagegen ist in Italien nur jede dreißigste
Top-Führungsposition mit einer Frau besetzt. Dort beträgt deren
Anteil an der Gesamtarbeitszeit entsprechend nur 33 Prozent.

Flexible Arbeitsmodelle auch für Männer

Drei Gründe sind der McKinsey-Untersuchung zufolge ausschlaggebend
für den geringen Anteil von Frauen an der Gesamtarbeitszeit: Erstens
behindern fehlende flexible Arbeitsmodelle Frauen-Karrieren.
"Flexibilität wird häufig als Teilzeitarbeit missverstanden", sagt
Katrin Suder, Partnerin bei McKinsey und Co-Autorin der Studie. "Dazu
zählen aber auch unterschiedliche Aufgaben und
Verantwortungsbereiche, variierende Einsatzorte oder
unproblematische Wiedereinstiegsmodelle nach der Elternzeit." Egal ob
Mann oder Frau - künftig sollten Auszeiten für Kinderbetreuung und
Phasen von Teilzeitarbeit für alle Erwerbstätigen selbstverständlich
möglich, aber nicht von Dauer sein. Dies komme einer Revolution auf
dem gesamten Arbeitsmarkt gleich, sei aber ein zentraler Aspekt bei
dem Bemühen, den Anteil weiblicher Führungskräfte langfristig
deutlich zu erhöhen, so Suder.

Zweitens erschwert das Fehlen von Angeboten an guter und
gesicherter Kinderbetreuung den Aufstieg weiblicher Führungskräfte.
"Weil es zu wenig Kita-Plätze gibt, verzichten wir auf das Potenzial
vieler hochqualifizierter Frauen", sagt McKinsey-Direktorin Claudia
Funke. Dabei könnten gerade sie zu einem erheblichen Teil dazu
beitragen, den dramatisch steigenden Bedarf an Fach- und
Führungskräften in Europa auszugleichen. Allein in Deutschland werde
sich bis 2020 die Nachfrage nach Fachhochschul- und
Hochschulabsolventen um zwei Millionen erhöhen. Dies entspricht einem
Anstieg von 30 Prozent.

Talentmanagement ist Chefsache

Drittens unternimmt die Wirtschaft nach Ansicht von McKinsey immer
noch zu geringe Anstrengungen, weibliche Talente zu gewinnen und
systematisch zu entwickeln. "Talentmanagement von Frauen muss
Chefsache sein", sagt Funke. "Der Vorstand selbst sollte für sein
Unternehmen konkrete Ziele etwa bei der Erhöhung des Frauenanteils
bei Einstellungen anstreben." Als Maßstab dabei gelte der so genannte
Fair Share, also der jeweilige Anteil von Hochschulabsolventinnen aus
den für eine Branche relevanten Studienfächern. Quantitative Ziele
seien auch für die Entwicklung der bereits beschäftigten
Mitarbeiterinnen notwendig. Transparenz über aktuelle Zahlen könne
gezielt zur Förderung des Kulturwandels im eigenen Unternehmen
eingesetzt werden. Außerdem sei es erforderlich, weibliche Mentoring-
und Rollenmodelle auf allen Führungsebenen zu etablieren.

Das Engagement von McKinsey ist Teil einer Women &
Family-Initiative. Die Unternehmensberatung startete dieses Programm
Anfang 2005 mit dem Ziel, den Anteil der Beraterinnen von damals 14
auf mittelfristig 30 Prozent zu erhöhen sowie Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu
unterstützen. McKinsey ist die einzige Unternehmensberatung, die an
ihren sieben Standorten in Deutschland Kinderbetreuung anbietet und
firmeneigene Krippen unterhält.

Originaltext: McKinsey&Company
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=14454
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_14454.rss2

Pressekontakt:
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Rolf Antrecht,
Tel.: 0211 136-4690, E-Mail: rolf_antrecht@mckinsey.com


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

76378

weitere Artikel:
  • Auf den Inhalt kommt es an Allensbach-Studie belegt: Der Text einer Rede entscheidet über Wirkung und Erfolg. Ein smarter Auftritt allein reicht nicht. (Berlin, 15.06.2007) (ots) - Nach einer populären Ansicht wird der Redeerfolg vor allem durch das Auftreten des Redners bestimmt, weniger durch den Inhalt der Rede. Eine neue wissenschaftliche Studie widerlegt diesen Irrglauben. Auftraggeber der Studie sind der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) und die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG). Sie wurde durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach und dem Institut für Publizistik der Universität Mainz. Dazu wurden 2000 Personen zu Redetexten befragt, anschließend mehr...

  • Axel Wilke neuer Direktor Marketing der Ford-Werke GmbH Köln (ots) - - Querverweis: Bild wird über obs versandt und ist unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs abrufbar - Axel Wilke (46) hat mit Wirkung zum 1. Juni 2007 die Position des Direktor Marketing der Ford-Werke GmbH übernommen. Er folgt damit auf Matthias Kunst (45), der zweieinhalb Jahre die Position des Direktor Marketing inne hatte und nun eine neue Herausforderung im Unternehmen als Direktor Vertriebsentwicklung bei Ford Europa übernimmt. Axel Wilke war bis Ende Mai für die Ford Service Customer Division mehr...

  • Nachrichten aus Berlin (1701) - psychonomics eröffnet eigenes Feldinstitut für computergestützte Telefoninterviews Berlin (ots) - Das Kölner Markt-, Organisationsforschungs- und Beratungsinstitut psychonomics expandiert und gründet gemeinsam mit dem erfahrenen Feldpartner abs Marktforschung, Ulm, in Berlin ein eigenes Feldinstitut für computergestützte Telefoninterviews. In dem neu gegründeten CATI-Studio im Zentrum Berlins werden an 40 Arbeitsplätzen Telefon-Interviews in den Kernfeldern Kundenzufriedenheits-, Marken-, Produkt- und B2B-Marktforschung, sowie internationale Studien durchgeführt. Umgesetzt werden auch Multi-Mode-Methoden wie CATI-TO-WEB, mehr...

  • Nachrichten aus Berlin (1703) - Endspurt zum Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2007 Berlin (ots) - Ausschreibungsfrist endet am 30. Juni 2007 Noch zwei Wochen können sich innovative Unternehmen der Region um den Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2007 bewerben. Mit 10.000 Euro pro Gewinner prämieren die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen des Landes Berlin und das Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg herausragende Produkt-, Dienstleistungs- und Verfahrensinnovationen. Maximal fünf Kandidaten können mit dem renommierten Preis ausgezeichnet werden, der für die bisherigen Gewinner einen mehr...

  • Nachrichten aus Berlin (1704) - Paris Air Show in Le Bourget vom 18. bis 24. Juni. Berlin (ots) - HAUPTSTADTREGION BERLIN-BRANDENBURG WIRBT AUF MESSEGEMEINSCHAFTSSTAND Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg wird sich auf der "Paris Air Show" mit einem Gemeinschaftsstand präsentieren. Am 18. Juni öffnet die alle zwei Jahre stattfindende Luft- und Raumfahrtausstellung zum 47. Mal in Le Bourget bei Paris bis zum 24. Juni ihre Pforten. Die "Paris Air Show" findet im jährlichen Wechsel mit der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin-Brandenburg (ILA) statt. Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Wolfgang mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht