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Henri Nannen Preis 2007 geht an:

Geschrieben am 11-05-2007

Hamburg (ots) - Klaus Brinkbäumer, "Der Spiegel" und Henning
Sußebach, "Die Zeit" (Reportage), Alexander Smoltczyk, "Der Spiegel"
(Dokumentation), Klaus Ott, Markus Balser, Hans Leyendecker,
"Süddeutsche Zeitung" (Investigation), Hans Zippert, "Die Welt"
(Humor) und Alessandro Scotti, "GEO" (Fotografie)

Weitere Preisträger der vom Verlagshaus Gruner + Jahr und stern
vergebenen Auszeichnungen sind Robert Lebeck für sein Lebenswerk und
die Redaktion der russischen "Nowaja Gaseta" für ihren besonderen
Einsatz für die Pressefreiheit

Heute abend haben der Verlag Gruner + Jahr und der stern zum
dritten Mal den Henri Nannen Preis vergeben, mit dem Bestleistungen
im deutschsprachigen Printjournalismus ausgezeichnet werden. Die
insgesamt 10 Preisträger wurden im Rahmen einer festlichen
Veranstaltung im Deutschen Schauspielhaus Hamburg vor rund 1.200
Gästen aus Medien, Kultur, Politik und Wirtschaft geehrt.

G+J-Vorstandsvorsitzender Bernd Kundrun betonte, dass der Henri
Nannen Preis 2007 mit 863 Arbeiten von Journalisten aus 188 Zeitungen
und Zeitschriften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
wiederum in beeindruckender Weise die Qualität des deutschsprachigen
Printjournalismus dokumentiert: "Wir vergeben zum dritten Mal im
Deutschen Schauspielhaus den wichtigsten Preis für Journalismus.
Engagierte und mit dem Herzen erzählte Geschichten und aufgenomme
Bilder können uns auf eine Weise erreichen, bewegen, mitfühlen und
begreifen lassen wie sonst nichts. 'Schreiben muss man aus dem Bauch,
nicht aus dem Kopf', hat Henri Nannen gesagt. Deswegen lenken wir den
Blick heute auf Texte, die berühren. Auf Ereignisse, die erstaunen.
Auf Menschen, die den Mut haben, die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie
sich selbst damit in Gefahr bringen."

Mit dem Henri Nannen Preis stellen Gruner + Jahr und der stern die
Bedeutung von anspruchsvollem Printjournalismus heraus, leisten einen
Beitrag zu seiner Pflege und erinnern zugleich an das Werk des
stern-Gründers Henri Nannen (1913-1996). Der Preis ist mit insgesamt
30.000 Euro dotiert. Außerdem erhalten die Preisträger den "Henri",
eine von dem Berliner Bildhauer Rainer Fetting geschaffene
Bronzeskulptur Henri Nannens im Andenken an dessen Lebenswerk.

Der Henri Nannen Preis 2007 wird verliehen an Klaus Brinkbäumer,
"Der Spiegel" und Hanning Sußebach, "Die Zeit" (Reportage), Alexander
Smoltczyk, "Der Spiegel" (Dokumentation), Klaus Ott, Markus Balser,
Hans Leyendecker, "Süddeutsche Zeitung" (Investigation), Hans
Zippert, "Die Welt" (Humor) und den Fotografen Alessandro Scotti, GEO
(Fotografie). Ebenfalls ausgezeichnet wurden Robert Lebeck für sein
Lebenswerk und die Redaktion der russischen "Nowaja Gaseta" (Einsatz
für die Pressefreiheit).

In ihrer Sitzung am 10. Mai hat sich die Hauptjury - zum ersten
Mal in der 30-jährigen Geschichte des Egon-Erwin-Kisch-Preises - dazu
entschlossen, den Preis für die beste Reportage zweimal zu vergeben.
Ausgezeichnet werden Klaus Brinkbäumer für seine im "Spiegel"
erschienene Reportage "Die afrika-nische Odyssee" und Henning
Sußebach für den Text "Hoffmanns Blick auf die Welt", den "Die Zeit"
veröffentlichte. Dieser Entscheidung ging eine lange Diskussion
voraus. Brinkbäumer hat sieben Wochen lang den Weg eines Gha-nesen
auf seiner Flucht vor dem Elend Afrikas nach Europa rekonstruiert.
Sußebach beschrieb einen Obdachlosen und sein Überleben als Ich-AG
unterhalb der Hartz-IV-Grenze. "Sowohl Brinkbäumer als auch Sußebach
haben grandiose Geschichten geschrieben", stellte Peter-Matthias
Gaede in Begründung der Jury heraus. "Der eine in der Ferne, der
andere in unmittelbarer Nähe haben die große Geschichte in der ganz
kleinen gefunden. In einem Aufbruch ohne Wiederkehr und ohne Ankunft,
in einem Abstieg ohne Sicht auf eine Treppe. Brinkbäumer und Sußebach
beschreiben Menschen, die aus der Welt gefallen sind, aus ihren
Sicherheiten, aus ihrem Resonanznetz, aus ihren geplanten
Biografien."

Für seinen "Spiegel"-Beitrag "Der Fehlbare" wird Alexander
Smoltczyk von der Jury mit dem Henri Nannen Preis für "besonders
verständliche Berichterstattung über einen aktuellen oder
historischen Sachverhalt" (Dokumentation) ausgezeichnet. Smoltczyk
recherchierte die Vorgeschichte der Islam-kritischen Rede von Papst
Benedikt XVI. in Regensburg und den Verlauf der Erschütterungen, die
sie auslöste. "Eine "glänzend aufgeschriebene Dokumentation" nannte
Jury-Mitglied Christoph Keese den Text in seiner Laudatio. "Alexander
Smoltczyk führt uns so nah an die Details heran, wie es ihm als
Rechercheur möglich ist. Viele reden mit ihm, manche nicht. Die
Recherche stoppt bei Benedikt, der auch ihm - dem Rom-Korrespondenten
- kein Interview zum Fall gewährt. Wir wissen am Ende nicht, was in
Benedikt vorging, als er am Pult stand. Das aber schmälert die
Verdienste dieser Arbeit nicht, es steigert sie. Denn journalistische
Dokumentation ist besonders dann gefragt, wenn Prota-gonisten die
Aussage verweigern. Smoltczyk führt einen Indizienbeweis. Aber er
fällt kein Urteil. Er überlässt das Urteil uns anhand der gesammelten
Fakten."

Den Henri Nannen Preis für die "beste investigative Leistung" des
Jahres 2006 vergibt die Jury an die Journalisten der "Süddeutschen
Zeitung", Klaus Ott, Markus Balser und Hans Leyendecker für ihre
Berichterstattung über den Schmiergeldskandal bei Siemens. Ihr
Verdienst war es, sagte Jury-Mitglied Helmut Markwort, einen der
größten Wirtschaftsskandale der bundesrepublikani-schen Geschichte
entdeckt und dann Stück für Stück aufgedeckt zu haben. Es war, so
Markwort, "eine überaus erfolgreiche Recherche in einem extrem
schwierigen Gelände". Schwierig, "weil die Materie so kompliziert
ist, dass selbst Wirtschaftsprüfer sie schwer verstehen; schwierig,
weil das Objekt der Recherche, einer der mächtigsten
Wirtschaftsgiganten, sich jeder Aufklärung widersetzte".

In der Kategorie "Herausragende humorvolle und unterhaltende
Berichterstattung" wird Hans Zippert mit dem Henri Nannen Preis 2007
für seine Kolumne "Zippert zappt" ausgezeichnet. Der Autor hat etwas
geschafft, hob Juror Werner Kilz hervor, "was vor ihm noch keinem
gelungen ist im deutschen Journalismus: ein Tagebuch des Humors, eine
tägliche Glosse auf Seite 1 der 'Welt', witzig, überraschend, völlig
schräg im Ton. Zippert führt uns jeden Tag vor, was uns zum
politischen Zeitgeschehen nicht eingefallen ist. Er ist der
anarchistischste Kolumnist in der deutschen Zeitungslandschaft."

Der italienische Fotograf Alessandro Scotti ist der Henri Nannen
Preisträger 2007 in der Kategorie "fotografische Autorenleistung".
Damit wird seine in GEO erschienene Reportage "Weltmacht Drogen"
prämiert. Die Foto-Jury war beeindruckt von der Leistung des
Fotografen, "der mehr als fünf Jahre lang eindringlich die Geschichte
des Drogenhandels verfolgt hat, die ihn von Tadschikistan,
Afghanistan, den Iran, Thailand bis nach Kolumbien führte. Scotti ist
es in seinen Bildern gelungen, die Momente einzufangen, die seine
Reportage so intensiv erlebbar macht. Der Fotograf war dicht am
Geschehen, so dicht, dass der Betrachter die Strapazen dieser
Reportage für den Fotografen spüren kann."

Der 76-jährige Fotograf Robert Lebeck, der im Berlin der
Nachkriegszeit als Autodidakt begann und später 30 Jahre für den
stern arbeitet, wurde für sein umfassendes Lebenswerk ausgezeichnet.
In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Mit seinen Bildern
hat er wesentlich zur Prägung unseres Bildes von der Welt und den
Persönlichkeiten, die in ihr handeln, beigetragen. Wenige Fotografen
sind Zeitgenossen wie Lyndon B. Johnson, Max Frisch oder Romy
Schneider so nahe gekommen wie Lebeck, kaum einer ist mit seiner
souveränen Verbindung von Intimität und Seriosität so beispielhaft
geworden für junge Fotografen wie er."

Dmitrij Muratow, der Chefredakteur der russischen Zeitung "Nowaja
Gaseta", nahm für sein Redaktionsteam den Henri Nannen Preis für
dessen engagiertes Eintreten für die Freiheit der Presse entgegen.
Die in Moskau beheimatete "Nowaja Gaseta" berichtet beharrlich über
Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der
Pressefreiheit in Russland und widersteht jeder Einschüchterung. Erst
im Oktober 2006 wurde zum dritten Mal ein Redaktionsmitglied des
Blattes ermordet: Anna Politkowskaja. Während des
Tschetschenien-Krieges hatte sie Verbrechen der russischen Armee und
der mit ihr verbündeten paramilitärischen tschetschenischen Gruppen
aufgedeckt. Die "Nowaja Gaseta" ist Russlands bekanntestes
oppositionelles Blatt und der Gegenpol zu den staatlich
kontrollierten Massenmedien.

Für den Henri Nannen Preis 2007 wurden insgesamt 863 Arbeiten
eingereicht. Die Artikel kommen aus 188 deutschsprachigen Zeitungen
und Zeitschriften und wurden dort im vergangenen Jahr publiziert.
Allein 332 Arbeiten wurden für die Kategorie "Reportage" eingereicht,
gefolgt von 228 Einsendungen für die Kategorie "Dokumentation", 163
Arbeiten für die Kategorie "Humor", 60 Beiträge für die Kategorie
"Investigation" und 80 Fotoreportagen.

Ein aufwendiges Sichtungsverfahren sowie eine hochkarätige Jury,
der erfahrene Journalisten, Autoren, Chefredakteure und Herausgeber
nahezu aller großen Verlage Deutschlands angehören, gewährleisten die
Unabhängigkeit der Auszeichnung. Zur Jury des Henri Nannen Preises
gehören: Alice Schwarzer, Chefredakteurin und Herausgeberin von
"EMMA", Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur von "GEO", Christoph
Keese, Chefredakteur "Welt am Sonn-tag", Hans Werner Kilz,
Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", Giovanni di Lorenzo,
Chefredakteur der "Zeit", Helmut Markwort, Chefredakteur von "Focus",
Andreas Petzold, stern-Chefredakteur, Frank Schirrmacher, Herausgeber
der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und Cordt Schnibben,
Ressortleiter Gesellschaft des "Spiegel". Elisabeth Biondi, die
Bildchefin des "New Yorker" und die Fotografen Thomas Höpker und
Martin Schöller jurieren die Fotoreportagen.

www.henri-nannen-preis.de

Originaltext: Gruner+Jahr, stern
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6329
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6329.rss2

Pressekontakt:
Dr. Andreas Knaut
Leitung G+J-Unternehmenskommunikation
Tel.: 040/3703-3113
E-Mail: knaut.andreas@guj.de

Kurt Otto
Leiter stern-Marktkommunikation
Tel.040/3703-3810
E-Mail: otto.kurt@guj.de


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