(Registrieren)

Fehlzeiten sinken kontinuierlich

Geschrieben am 24-04-2007

Bonn (ots) - Die Krankenstände in der deutschen Wirtschaft sinken
nach Untersuchungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO)
weiterhin. Bei den rund 9 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern
ging der Krankenstand von 4,4 % auf 4,2 % im Jahr 2006 zurück. Die
Fehlzeiten der Arbeitnehmer sinken somit kontinuierlich und haben den
niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren erreicht.

Die AOK-Mitglieder waren durchschnittlich 15,4 Kalendertage krank
geschrieben. Im Jahr zuvor lag die Dauer einer Krankmeldung noch bei
16,0 Tagen. In Ostdeutschland fiel der Krankenstand mit 4,0 % noch
niedriger aus als im Westen (4,3 %). Der Anteil der Beschäftigten,
die das ganze Jahr überhaupt nicht krank geschrieben waren, hat
weiter zugenommen. Er stieg von 48,5 % im Vorjahr auf 50,7 % im Jahr
2006. Die niedrigen Krankenstände sind nach Einschätzung des WIdO auf
Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur, eine verbesserte
Gesundheitsvorsorge in den Betrieben und medizinische Fortschritte
zurückzuführen. Umfragen zeigen jedoch auch, dass sich viele
Arbeitnehmer mit Krankmeldungen zurückhalten, um ihren Arbeitsplatz
nicht zu gefährden.

Zwischen den einzelnen Branchen differieren die
krankheitsbedingten Fehlzeiten deutlich: Die niedrigsten
Ausfallzeiten liegen mit 2,7 % im Kreditgewerbe und bei der
Datenverarbeitung mit 2,2 %. Dahingegen werden die höchsten
Ausfallzeiten mit 6,1 % in der Abfall- und Abwasserbeseitigung sowie
in der Metallerzeugung und -bearbeitung, Tabakverarbeitung und in der
Recyclingbranche (jeweils 5,2 %) erreicht. Dies bedeutet, dass
Beschäftigte in der Entsorgungsbranche von den 365 Tagen in 2006 im
Durchschnitt knapp 22 Tage vom Arzt krank geschrieben wurden, im
Gegensatz zu denen in der Datenverarbeitung mit rund 8 Tagen. Wie
auch bereits im vergangenen Jahr waren die meisten Ausfalltage auf
Muskel- und Skeletterkrankungen (24,4 %), Verletzungen (13,6 %),
Atemwegs- (11,7 %) und psychische Erkrankungen (7,9 %)
zurückzuführen.

Männer sind länger krank, Frauen dafür häufiger

Rund 41 % der bei der AOK versicherten Beschäftigten sind weiblich
und 59 % sind männliche Arbeitnehmer. Frauen und Männer zeigen ein
unterschiedliches Fehlzeitverhalten. Der Krankenstand der Frauen lag
mit 4,1 % im Jahr 2006 geringfügig unter dem der Männer von 4,3 %.
Bei den Frauen war die durchschnittliche Krankheitsdauer mit 15,0
Tagen kürzer als bei den Männern (15,7 Tage). Im Gegensatz dazu war
im Jahr 2006 der Anteil derer, die mindestes einmal im Kalenderjahr
krank geschrieben wurden bei den weiblichen AOK-Mitgliedern höher
(50,1 %) als bei den männlichen (48,8 %). Gründe dafür, dass Frauen
häufiger und Männer länger krank sind, könnten - so das WIdO - darin
liegen, dass sich Männer und Frauen hinsichtlich ihrer Arbeits- und
Lebensbedingungen, ihrer Krankheiten und gesundheitlichen Risiken,
ihres Umgangs mit gesundheitlichen Belastungen und der
Inanspruchnahme von Vorsorge- und Versorgungsleistungen
unterscheiden.

Im Geschlechtervergleich verzeichneten die Männer im Jahr 2006
bezüglich der Ausfalltage höhere Anteile in den Erkrankungen des
Muskel-Skelett-Apparates (25,6 %, Frauen 22,7 %), den Verletzungen
(16,7 %, Frauen 9,2 %) und den Herzkreislauferkrankungen (7,9 %,
Frauen 6,0 %). Die beschäftigten Frauen dagegen leiden häufiger unter
Atemwegs- (12,5 %, Männer 11,1 %) und psychischen Erkrankungen (10,4
%, Männer 6,2 %) als ihre männlichen Kollegen.

Weitere Analysen und Statistiken zur Krankenstandsentwicklung,
insbesondere auch zu den einzelnen Wirtschaftszweigen, bietet der
Fehlzeiten-Report 2007, der im November 2007 erscheinen wird.

Infos und Grafiken unter
http://www.aok-bv.de/presse/infos/index_11206.html

Originaltext: Wissenschaftliches Institut der AOK
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=32063
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_32063.rss2

Pressekontakt:
WIdO - Wissenschaftliches Institut der AOK
Helmut Schröder
Kortrijker Straße 1
53177 Bonn

Tel.: 0228 843-115
Fax.: 0228 843-144
helmut.schroeder@wido.bv.aok.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

66547

weitere Artikel:
  • Der Pennystock Report präsentiert: Explorer mit Riesenpotenzial auf dem Vormarsch Berlin (ots) - Die Analysten des Pennystock-Report's stellen heute die São Luis Mining, Inc. (WKN: A0KEAU / ISIN: US8030501030) vor, einen Explorations-, Abbau- und Marketingunternehmen, dessen Strategie darin besteht, Mineral-Vermögenswerte in Nord- und Südamerika ausfindig zu machen. Sie ist ein Joint Venture (JV) mit SL Mineradora Ltda. eingegangen und hält einen 51%igen Anteil an der gemeinsamen Unternehmung. Mineradora verpflichtete sich, alle materiellen und immateriellen Aktiva, die mit den Förderaktivitäten zu tun haben, in mehr...

  • getmobile europe plc: Schuldenfrei und mit gut gefüllter Kasse München (ots) - getmobile europe plc, die Holdinggesellschaft der Münchner getmobile AG, schloss das Geschäftsjahr 2006 erfolgreich mit den erwarteten Ergebnissen ab. Dazu zählen ein deutliches Umsatzwachstum, ein EBITDA, der die Erwartungen der Analysten erfüllt, Schuldenfreiheit und ein hoher Barbestand sowie ein beachtlicher Cash Flow. Die getmobile AG, in Deutschland Marktführer beim Online- und TV-Vertrieb vertragsgebundener Handys, meldete gleichzeitig einen sehr guten Start in das neue Jahr und kündigte einen Ausbau der Geschäftsaktivitäten mehr...

  • Deutschlands Online-Shopper sind keine Freunde von Lob und Tadel Hamburg (ots) - Die deutschen Onlineeinkäufer konsumieren lieber Informationen im Internet als selbst Informationen beizusteuern. Drei von vier Online-Einkäufern lesen zwar gelegentlich Produkteinschätzungen anderer Kunden. Selbst aktiv wird jedoch nur ein Fünftel und schreibt eigene Einkaufskritiken. Dies sind die Ergebnisse der Trendumfrage "Vernetzte Kunden - Wie Web 2.0 das Online-Shopping verändert" von der novomind AG in Zusammenarbeit mit wiwo.de und handelsblatt.com. Vor allem Frauen bevorzugen den eingleisigen Informationsaustausch. mehr...

  • Die Kreditbanken bleiben auf Wachstumskurs Frankfurt (ots) - - 44 Prozent Marktanteil bei Konsumfinanzierung - Investitionsfinanzierung wächst um acht Prozent - 2,4 Millionen Kfz kreditfinanziert Die 55 im Bankenfachverband zusammengeschlossenen Kreditbanken haben ihr Geschäft auch 2006 weiter ausgebaut. "Wir führen unseren fortgesetzten Erfolg vor allem darauf zurück, dass die Kreditbanken strategisch besser aufgestellt sind als die Wettbewerber", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Bankenfachverbandes Gerd Schumeckers in Frankfurt. "Unseren Know-how-Vorsprung mehr...

  • FEI präsentiert mit PHENOM am 3.5.07(14 Uhr, Airport Stuttgart Konferenzzone Terminal 1, Ebene 4) einen neuen Mikroskoptyp, der die Leistung eines Elektronenmikroskops zum Preis eines Lichtmikroskops Reutlingen (ots) - Weil praktisch jeder Benutzer das Instrument nach nur wenigen Minuten bedienen kann und innerhalb von Sekunden Vergrößerungsergebnisse bis auf die Nanoebene mit in dieser Kategorie nie da gewesener Qualität vorliegen, eröffnet PHENOM eine Vielzahl neuer und produktiver Einsatzmöglichkeiten in der Industrie und Wissenschaft. PHENOM wendet sich an Nutzer aus dem Umfeld der Industrie und Forschung und wird mit einem Preis von 62.000 Euro auch für kleinere Unternehmen und Einrichtungen einen praktikablen und erschwinglichen mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht