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Müllermilch macht Bio-Sprit / Klimaschutz praktisch: Energie aus Molkereiabfall

Geschrieben am 26-03-2007

Leppersdorf (ots) - Unternehmensgruppe Theo Müller baut weltweit
erste Anlage zur Herstellung von Bio-Ethanol aus dem
Molke-Restprodukt Melasse. Ab 2008 werden jährlich 10 Millionen Liter
des umweltfreundlichen Kraftstoff-Zusatzes produziert.

Bio-Ethanol ist der Kraftstoff der Zukunft - darüber sind sich
Experten einig. Nachwachsende Rohstoffe gelten als umweltfreundliche
Alternative zu fossilen Brennstoffen. Derzeit sprechen allerdings
noch die hohen Produktionskosten gegen die Verarbeitung von Biomasse
wie Gerste oder Zuckerrüben. Kritiker verweisen zudem auf den großen
Bedarf an Ackerfläche.

"Wir haben ein weltweit einzigartiges Verfahren entwickelt, das
Bio-Ethanol aus teilentzuckertem Permeat gewinnt - der so genannten
Melasse", sagt Stefan Müller, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe
Theo Müller. "Melasse entsteht als Restprodukt bei der
Käseherstellung. Diese ist für uns praktisch ein kostenloser
Rohstoff, wir sind dadurch besonders wettbewerbsfähig und von der
Preisentwicklung beim Getreide unabhängig." Hinzu komme: Ein
zusätzlicher Anbau von Biomasse sei nicht notwendig.

Im kommenden Monat soll mit dem Bau des neuen Produktionsgebäudes
am Standort Leppersdorf (Sachsen) begonnen werden - 20 Millionen Euro
wird die Unternehmensgruppe Theo Müller in die Bio-Ethanol-Anlage
investieren. "Ende 2007 produzieren wir voraussichtlich den ersten
umweltfreundlichen Müller-Bio-Kraftstoff-Zusatz. Pro Jahr wollen wir
10 Millionen Liter Ethanol gewinnen. Damit sind wir zukunftsweisend
in ganz Deutschland", ergänzt Müller. Derzeit befindet sich das
Unternehmen in Gesprächen mit Ethanol-Herstellern, die durch den
Zukauf des Kraftstoff-Zusatzes von Müller ihre Kapazitäten aufstocken
wollen.

Das Produktions-Verfahren von Bio-Ethanol ist simpel und
effizient: Bei der Herstellung von Käse fällt Molke an, aus der
Eiweiß und Milchzucker abgetrennt werden. Bisher wurde die
verbleibende Melasse entsorgt. Jetzt wird das Beiprodukt durch Zugabe
von Hefe zu Alkohol vergoren und in einer Destillationsanlage von
Wasser und Mineralien getrennt. Letztlich entsteht zu 99,8 Prozent
reines Bio-Ethanol, das ohne Weiterbehandlung als Kraftstoff
eingesetzt werden kann. "Bei dem gesamten Verfahren gelten höchste
Sicherheitsbestimmungen und eine strikte Trennung von der
Lebensmittelherstellung", betont Müller.

Positive CO2-Bilanz

Noch ist die CO2-Bilanz bei der herkömmlichen Herstellung von
Ethanol aus Biomasse umstritten. Zwar entsteht bei der Gärung nur
soviel CO2 wie die Pflanze aufgenommen hat, doch sind die
Verarbeitungsprozesse zusätzlich energieaufwendig. Die Müller-Gruppe
kann mit ihrer Bio-Ethanol-Anlage eine eindeutig positive Bilanz
vorweisen: "Die komplizierte Umwandlung der Biomasse zu einem
kohlenhydratreichen Ausgangsprodukt entfällt bei uns. Außerdem setzen
wir das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid zum Großteil wieder
in unserem Werk ein. Damit sparen wir uns künftig den Zukauf von
Kohlendioxid, das zum Transport unter großem Energieaufwand
verflüssigt und bei minus 30 Grad Celsius gelagert werden muss",
erläutert Müller.

EU setzt auf Bio-Kraftstoff

Anfang März unterstrichen die europäischen Regierungschefs beim
EU-Klimagipfel die künftige Bedeutung des nachwachsenden Rohstoffs
als Bio-Sprit: Bis 2020 sollen in allen EU-Staaten Diesel und Benzin
zu zehn Prozent aus Bio-Kraftstoff bestehen. Damit ist auch
Deutschland angehalten, das erst im Oktober 2006 verabschiedete
Biokraftstoffquotengesetz nachzubessern. Demnach beträgt ab 2007 der
Biokraftstoff-Anteil im Diesel mindestens 4,4 Prozent, im Benzin 1,2
Prozent - mit einer jährlichen Anstiegsquote von 0,8 Prozent.

Originaltext: Müller Gruppe
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=65266
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_65266.rss2

Pressekontakt:
Dirk Popp,
Presseservice Unternehmensgruppe Theo Müller,
Telefon: 0351.84304-14,
Fax: 0351.84304-20,
E-Mail: dirk.popp@pleon.com


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