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Westdeutsche Zeitung: Ein Hauch von Mannesmann = von Horst Kuhnes

Geschrieben am 19-12-2006

Düsseldorf (ots) - Irgendwie erinnern die Ermittlungen gegen den
Medikamenten-Hersteller Ratiopharm an das Mannesmann-Verfahren. Zwar
geht es bei Ratiopharm nicht um Millionenbeträge für Einzelne, dafür
aber wohl um Hunderte von Einzelbeträgen, die sich zu Millionen
summieren. Und wie bei Mannesmann sollen sich die Beteiligten einer
Anstiftung oder Beihilfe zur Untreue oder zum Betrug strafbar gemacht
haben. Auch wurden die Ratiopharm-Ermittlungen wie bei Mannesmann von
der Staatsanwaltschaft zunächst eingestellt, aber auf Geheiß der
(politisch weisungsgebundenen) Generalstaatsanwaltschaften erneut
aufgenommen.

Es gibt aber auch Unterschiede: Während es bei Ackermann, Esser,
Funk und Co. zumindest umstritten war, ob durch deren finanzielle
Machenschaften tatsächlich jemand geschädigt wurde, dürfte dies im
Fall Ratiopharm leicht zu bejahen sein. Denn wenn ein Unternehmen den
Absatz seiner Waren dadurch fördert, dass es den Verkäufern Prämien
zahlt, liegt es nahe, dass die Prämien eingepreist sind und von den
Käufern bezahlt werden. Doch während man sich im normalen
Warenverkehr durch Preisvergleich vor überteuerten Produkten schützen
kann, hat man als Patient diese Möglichkeit nicht und muss auf seinen
Arzt vertrauen.

Zwar merken es die Patienten nicht unmittelbar am eigenen
Geldbeutel, wenn sie die teureren Medikamente erhalten. Aber bezahlen
müssen sie letztlich doch - über hohe Krankenkassenbeiträge. Die
kommen auch dadurch zu Stande, weil es einen echten Preiswettbewerb
für Medikamente bislang nicht gab. So bleibt zu hoffen, dass der Fall
Ratiopharm tatsächlich vor die Schranken eines Gerichts kommt und
eine juristische Bewertung in Form eines Urteils erhält und nicht
gegen Geldauflagen eingestellt wird.

Originaltext: Westdeutsche Zeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=62556
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Telefon: 0211/ 8382-2526
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