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Finanzmarkt: Mehr Regulierung oder mehr Eigenverantwortung? / Tagung der Hanns-Seidel-Stiftung zur gesellschaftlichen Verantwortung der Banken

Geschrieben am 09-02-2010

München (ots) - Die Diskussion um die Konsequenzen aus der
Wirtschafts- und Finanzkrise wird kontrovers geführt. Das zeigte auch
eine Tagung der Hanns-Seidel-Stiftung zur gesellschaftlichen
Verantwortung der Banken am Montagabend (8.2.2010) in München, zu der
Politiker, Wissenschaftler und Bankenvertreter geladen waren.

Der frühere Finanzminister Erwin Huber, heute Vorsitzender des
Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, fordert eine "wirksame
internationale Finanzmarktregulierung", gleichzeitig aber auch mehr
Eigenverantwortung der Banken durch "Orientierung an Stabilität und
dem Leitmotiv des ehrlichen Kaufmanns". Diese Forderung hält auch Dr.
Theodor Weimer, Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank, für
richtig: "Wir müssen uns der Verantwortung stellen und tiefgreifende
Konsequenzen ziehen. Ein bisschen Reputationskosmetik ohne echten
Wandel in unserem Verhalten wird nicht ausreichen." Mit einer Flucht
aus der Verantwortung kann die Bankenbranche das massiv verspielte
Vertrauen nicht zurückgewinnen, prognostiziert Weimer, der keine
Lösung darin sieht, "wenn jede derzeit diskutierte Regulierungsidee
durchkommt. Dann wird eine erstarrte, gelähmte Bankenlandschaft die
Folge sein. Und das wäre fatal für unsere Wirtschaft, die auf
funktionierende Banken angewiesen ist."

Ursachen- und Wirkungsforschung betreibt Prof. Bernd Rudolph von
der LMU München. Für ihn ist die internationale Finanzkrise "das
Ergebnis des komplexen Zusammenspiels von Politik-, Regulierungs-,
Markt- und Managementversagens. Reformen helfen nicht, wenn sie nicht
an allen Ursachen und Treibern der Krise ansetzen". In der Bewertung
der Finanzkrise unterscheidet Prof. Peter Schallenberg von der Uni
Paderborn in Institutionenethik und Individualethik. Er richtet eine
konkrete Forderung an die Politik: "Der Staat muss die Gesetze so
machen, dass die Banken und die Akteure in den Banken sich ethisch
einwandfrei verhalten."

Um diese oder ähnliche Regulierungsansätze wird man in der
Bankenbranche nicht herumkommen. Für HypoVereinsbank-Chef Theodor
Weimer führt jede härtere Regelung dazu, "dass das Bankgeschäft
zukünftig weniger ertragreich sein wird als bisher. Wir sollten diese
Konsequenz als Branche aber akzeptieren." Erwin Huber empfiehlt den
Banken, "durch eigene Anstrengung das verloren gegangene Vertrauen
wieder zurückzugewinnen und ein verlässlicher Partner für Staat,
Wirtschaft und Bürger zu sein".

Originaltext: Hanns-Seidel-Stiftung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/51081
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_51081.rss2

Pressekontakt:
Hubertus Klingsbögl, T. 089 1258 253, presse@hss.de


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