(Registrieren)

Börsen-Zeitung: Zinspause statt Zinswende, Kommentar zum US-Leitzins von Jürgen Schaaf

Geschrieben am 07-08-2006

Frankfurt (ots) - Alles schaut heute Abend gebannt auf die
amerikanische Notenbank. Die Märkte erwarten mit einer
Wahrscheinlichkeit von 80%, dass Fed-Chef Ben Bernanke verkünden
wird, der US-Leitzins werde unverändert bei 5,25% belassen. Das wäre
die erste geldpolitische Sitzung ohne Zinserhöhung nach 17
aufeinanderfolgenden Treffen.

Die Entscheider stehen dabei vor einem Dilemma. Zwar kühlt die
US-Wirtschaft ganz offensichtlich ab. Das nimmt den Druck von den
Währungshütern, die überhitzte Konjunktur zu drosseln, so dass die
Zinspause gerechtfertigt wäre. Zugleich verharrt die Inflation aber
auf einem nicht tolerierbar hohen Niveau. Ein gewichtiger Grund für
einen weiteren Zinsschritt.

In dieser Zwickmühle wäre die Zinspause genau die richtige
Entscheidung. Abwarten und beobachten, sollte die Devise lauten.
Schließlich wirkt die straffere Geldpolitik der vergangenen beiden
Jahre erst mit Verzögerung. Inwieweit dies bereits zur Abschwächung
der Inflationsgefahren geführt hat, wird sich erst noch zeigen. Und
deshalb muss die Fed klar herausstellen, dass diese Zinspause nicht
gleichzusetzen ist mit dem definitiven Ende des Straffungszyklus.
Diese Fehlinterpretation geistert nämlich durchaus in Marktkreisen
umher. Bereits im Frühjahr, als Bernanke schon einmal eine Pause
erwogen hatte, wurde er gründlich missverstanden, was ihm vorschnell
den Ruf einer zinspolitischen "Taube" bescherte. Sollte der
Inflationsdruck nicht nachlassen, müsste die Zinspause jedoch
unverzüglich beendet werden.

Und was vielleicht noch wichtiger ist: Bernanke sollte klarmachen,
dass das Zinsniveau zukünftig strukturell höher liegen werde als in
der Schlussphase seines Vorgängers, Alan Greenspan. Das heißt, auch
wenn der amerikanische Konjunkturmotor stottert, sollte die
amerikanische Notenbank nicht zurückfallen in die Politik des
billigen Geldes. Zwar sprang die Wirtschaft nach den
Liquiditätsspritzen Greenspans immer wieder an. Auswüchse an den
Aktien- oder Immobilienmärkten aber waren die Begleiterscheinungen,
deren zwangsläufige Korrekturen schmerzhafte Folgen für die Anleger
und die Gesamtwirtschaft hatten.

Der Zeitpunkt ist daher ideal für eine Zinspause, die keine
Zinswende sein darf. Sie sollte vielmehr die Rückkehr zu einer
solideren Geldpolitik einläuten.

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30377
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Rückfragen bitte an:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

24575

weitere Artikel:
  • Flowserve eröffnet Produktionsbetrieb in Suzhou, China Suzhou, China (ots/PRNewswire) - - Weltweit führendes Unternehmen für Produkte bzw. Dienstleistungen für die Bewegung bzw. Steuerung von Flüssigkeiten beginnt die Produktion im ersten Quartal 2007 Flowserve Corp. (NYSE: FLS), weltweit führendes Unternehmen bei Produkten bzw. Dienstleistungen für die Bewegung und Steuerung von Flüssigkeiten, veranstaltet heute eine Einweihungsfeier in seinem neuen Pumpen-, Ventil und Dichtungswerk in Suzhou, China. Das hochmoderne Werk stützt die bestehenden chinesischen Betriebe in Beijing, Schanghai, mehr...

  • Monster Employment Index Deutschland auf neuem Höchststand: Deutliches Plus in Logistik, Produktion und Gesundheitswesen Bad Homburg (ots) - Zahl der Online-Stellenangebote im gewerblichen Bereich wächst - Index steigt um vier Punkte Der Monster Employment Index stieg im Juli um vier Punkte auf 119 Punkte und erreichte damit einen neuen Höchststand. Mit Ausnahme von Tourismus und Landwirtschaft sowie Aus- und Weiterbildung verzeichneten alle im Index erfassten Branchen ein Nachfrageplus oder blieben auf dem Stand des Vormonats. Den größten Zuwachs gab es wie auch im Juni im Transport- und Logistikgewerbe, dort konnte der Index im vergangenen Monat mehr...

  • ACHTUNG SENDESPERRFRIST: Weitergabe und Freigabe erst ab , 08.08.2006, 08:00 Uhr / Deutsche Ausfuhren im Juni 2006: + 7,0% zum Juni 2005 ACHTUNG SENDESPERRFRIST: Weitergabe und Freigabe erst ab , 08.08.2006, 08:00 Uhr Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im Juni 2006 von Deutschland Waren im Wert von 73,5 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 60,2 Milliarden Euro eingeführt. Die deutschen Ausfuhren waren damit im Juni 2006 um 7,0% und die Einfuhren um 15,8% höher als im Juni 2005. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Ausfuhren gegenüber Mai 2006 um 1,5% und die Einfuhren um 3,5% zu. Die Außenhandelsbilanz mehr...

  • 2. Quartal 2006: Premiere steigert Umsatz um 4,1 Prozent Abonnentenzahl nahezu stabil München (ots) - - Querverweis: Ein Dokument liegt in der digitalen Pressemappe zum Download vor und ist unter http://www.presseportal.de/dokumente abrufbar - Gesamtumsatz steigt um 10,5 Mio EUR auf 269,3 Mio EUR / Umsatz im Kerngeschäft wächst um 4,6 Prozent auf 254,9 Mio EUR / Abonnentenzahl bei 3.442,5 Millionen: Zuwachs von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; Rückgang um 2,3 Prozent (79.256) im Vergleich zu Q1 2006 / Sondereffekte belasten EBITDA und Netto-Ergebnis / Gut positioniert für das 2. Halbjahr: reduzierte mehr...

  • Rohstahlproduktion im Juli 2006 bei 3,99 Millionen Tonnen Wiesbaden (ots) - Die deutschen Hüttenwerke haben im Juli 2006 2,69 Millionen Tonnen Roheisen und 3,99 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, produzierten sie damit 21,2% mehr Roheisen und 14,5% mehr Rohstahl als im Juli 2005. Gegenüber Juni 2006 nahm die Produktion bei Roheisen um 6,2% und bei Rohstahl um 0,2% zu, kalender- und saisonbereinigt (Berliner Verfahren 4.1 – BV 4.1) ergab sich bei der Rohstahlproduktion im Vergleich zum Juni 2006 eine Zunahme um 1,0%. In den ersten sieben Monaten mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht