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KfW/ZEW-Gründungspanel

Geschrieben am 19-10-2009

Frankfurt (ots) -

- Aktivitäten von jungen Unternehmen in 2008 auf Sparflamme, aber
positiver Ausblick auf 2009
- Weniger Arbeitsplätze geschaffen, weniger Innovationsaktivitäten
entfaltet
- Finanzierungsschwierigkeiten vor allem bei den jüngsten und den
innovativen Unternehmen

Die Finanz- und Wirtschaftskrise verschont auch Gründungen und
jungen Unternehmen nicht: Fast die Hälfte (48 %) der jungen
Unternehmen in Deutschland geben an, im Frühsommer 2009 von negativen
Folgen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise betroffen zu sein. Vor
allem spüren sie die Auswirkungen bei der Auftragslage (41 %
berichten von Einbußen) sowie der Umsatz- und Gewinnsituation (43 %
bzw. 40 % geben Verschlechterungen an). Diese Ergebnisse beruhen auf
dem KfW/ZEW-Gründungspanel, das Unternehmensgründungen ab ihrem
Gründungszeitpunkt verfolgt und ihre Entwicklung im Zeitverlauf
erfasst. Die Ergebnisse der zweiten Befragungswelle, die Gründungen
der Jahre 2005 bis 2008 umfasst, wurden heute in der KfW Bankengruppe
in Frankfurt durch Vertreter von KfW, ZEW und Creditreform
vorgestellt.

Die Entwicklung der jungen Unternehmen zwischen dem Jahr 2007 und
dem Jahr 2008 bildet einen Schwerpunkt der Analysen. "Die jungen
Unternehmen in Deutschland haben ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im
Jahr 2008 spürbar reduziert: Es gab weniger Beschäftigung durch die
Unternehmensgründungen, und die Innovationsaktivität ließ im
Vergleich zu 2007 nach", sagt Dr. Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der
KfW Bankengruppe. Für das Gesamtjahr 2009 indes - die Befragung der
Unternehmen fand von Mai bis August dieses Jahres statt - rechnen vor
allem die in 2008 gestarteten Gründungen damit, dass sich ihr Umsatz
verbessert (73 %). "Die jungen und insbesondere die in 2008 neu
gestarteten Unternehmen beurteilen ihre wirtschaftliche Situation für
das Jahr 2009 besser. Ich hoffe, dass sich dieser Optimismus in
entsprechenden Entwicklungen bestätigt. Die KfW Bankengruppe als
Förderbank wird den Gründern und jungen Unternehmern weiter ein
verlässlicher Finanzierungs- und Beratungspartner sein", sagt Dr.
Nawrath.

Die Untersuchungsschwerpunkte im Einzelnen:

Beschäftigung in jungen Unternehmen

Im Jahr 2008 wurden durch die Neugründungen rund 410.000
vollzeitäquivalente Arbeitsplätze geschaffen. Dies bedeutet im
Vergleich zu 2007 einen Rückgang des direkten
Bruttobeschäftigungseffekts von 110.000 Arbeitsplätzen. Dieser
Rückgang hat zum einen seine Ursache in der sich 2008 fortsetzenden
rückläufigen Gründungstätigkeit, ist aber auch auf die geringere
Größe der neuen Unternehmen von durchschnittlich 2
vollzeitäquivalenten Arbeitsplätzen (inkl. Gründungsperson)
zurückzuführen. Im Jahr 2007 lag diese noch bei 2,5 Arbeitsplätzen.
"Junge Unternehmen, die ihre ersten Lebensjahre erfolgreich
gemeistert haben, sind im Durchschnitt auch im Jahr 2008 gewachsen
und konnten so einen positiven Beitrag zur Beschäftigung leisten.
Allerdings wachsen 44 % der neuen Unternehmen nicht und haben auch
vier Jahre nach ihrer Gründung neben den Gründerpersonen keine
weiteren Beschäftigten", sagt Dr. Georg Licht, Leiter des
Forschungsbereichs Industrieökonomik und Internationale
Unternehmensführung am ZEW.

Innovationsverhalten junger Unternehmen

Insgesamt 16 % der 2008 gegründeten Unternehmen haben bis zum
Zeitpunkt der Befragung 2009 ein Produkt oder eine Dienstleistung als
erster Anbieter auf ihrem Markt eingeführt. Im Vergleich zur
Gründungskohorte 2007 bedeutet dies einen Rückgang um 3
Prozentpunkte. Die rückläufigen Innovationsaktivitäten junger
Unternehmen spiegeln sich auch im Anteil der Unternehmen mit
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wider. Lag im Jahr 2007
dieser Anteil der bis zu zwei Jahre alten Unternehmen mit
FuE-Aktivitäten noch bei 16 %, sank er 2008 auf 12 %. "Unternehmen,
die erst im vergangenen Jahr an den Start gingen, sind weniger
innovativ als der Altersjahrgang zuvor. Ursächlich für den Rückgang
sind neben schlechteren Geschäftsaussichten vor allem die
verschärften Finanzierungsbedingungen", sagte Prof. Dr. Helmut Rödl,
Mitglied Gesamtvorstand des Verbands der Vereine Creditreform e. V.,
und Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Creditreform AG.

Investitions- und Finanzierungsverhalten junger Unternehmen

Der größte Teil der jungen Unternehmen investierte im Jahr 2008
weniger als 10.000 EUR; es unternahmen jedoch auch 22 % Investitionen
von mehr als 50.000 EUR. Rund 70 % der Unternehmen investieren in den
ersten Jahren ihres Bestehens wiederholt in den Aufbau oder die
Erneuerung ihrer Kapazitäten. Die Finanzierung der Investitionen bei
den 2008 gegründeten Unternehmen erfolgt zu 76 % über externe Mittel
von Seiten der Gründer oder externer Kapitalgeber. Erst mit
zunehmendem Alter können junge Unternehmen verstärkt auf
unternehmensinterne Mittel aus Umsätzen oder Gewinnrücklagen
zurückgreifen. Knapp ein Drittel aller befragten Unternehmen geben
an, dass sie ihre geplanten Investitionen für 2008 nicht im
gewünschten Ausmaß realisieren konnten. "Hauptursachen für die
geänderten Investitionspläne sind eine unzureichende Finanzierung und
eine Verschlechterung der Geschäftsaussichten. Vor allem die
innovativen und jüngst gegründeten Unternehmen berichten über
Finanzierungsschwierigkeiten", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt
der KfW Bankengruppe.

Das KfW/ZEW-Gründungspanel

Mit dem KfW/ZEW-Gründungspanel schaffen die KfW Bankengruppe, das
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und der
Verband der Vereine Creditreform seit dem vergangenen Jahr eine
einzigartige Datenbasis, die die Entwicklung neu gegründeter
Unternehmen über mehrere Jahre verfolgt und ein breites Spektrum
unternehmens- und personenspezifischer Informationen bereitstellt.
Grundlage der jährlich rund 6.000 Unternehmen umfassenden Stichprobe
sind so genannte wirtschaftsaktive Gründungen (= neue, von
Creditreform erfasste Unternehmen, die entweder in das
Handelsregister eingetragen sind, die für die Gründung auf
Fremdkapital, Handelskredite oder Ähnliches zurückgegriffen haben
oder die auf sonstige Weise aktiv in den Wirtschaftsprozess
eingebunden sind). Die Schichtung der Stichprobe ermöglicht
branchenspezifische Analysen auch für die kleine, aber
volkswirtschaftlich außerordentlich bedeutsame Gruppe der
technologieintensiven Gründungen.

Im Jahr 2009 liegt nun die erstmalige Wiederholungsbefragung der
jungen Unternehmen vor. Nähere Informationen zum
KfW/ZEW-Gründungspanel unter www.gruendungspanel.de

Originaltext: KfW
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/41193
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_41193.rss2

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM)
Tel. 069 7431-4400, Fax: 069 7431-3266,
E-Mail: presse@kfw.de, Internet: www.kfw.de


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