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Krise trifft Fondsmanager hart / McKinsey stellt aktuellen Asset Management Survey vor - Profitabilität der Vermögensverwalter weltweit gesunken - Transformationsdruck in der Branche steigt

Geschrieben am 13-10-2009

Frankfurt (ots) -

- Querverweis: Eine Grafik liegt in der digitalen
Pressemappe zum Download vor und ist unter
http://www.presseportal.de/dokumente abrufbar -

Die Asset-Management-Industrie ist im vergangenen Jahr weltweit um
19% geschrumpft. Auslöser waren ein drastischer Rückgang der
Vermögenswerte um 20% und sehr niedrige Mittelzuflüsse von nur 1%.
Die Investmentperformance der verwalteten Vermögen nahm nahezu
überall um mindestens 10% ab. In Westeuropa wurde mit 17% der
stärkste Volumenrückgang seit zehn Jahren verzeichnet. Erstmals kam
es in Europa auch zu einem Abfluss von Assets um 3%.
Vermögensverwalter in Spanien und Portugal meldeten Nettoabflüsse von
12% und der italienische Markt verlor mit Abflüssen von 18% sowie
einem negativen Performanceeffekt von 10% etwa ein Drittel seiner
Assets under Management (AuM). Großbritannien erwies sich als stabil
und verzeichnete im Gesamtjahr positive Zuflüsse im Retail-Geschäft.

Dies sind Ergebnisse des 11. Asset Management Survey der
Unternehmensberatung McKinsey & Company. Die Berater befragten dafür
neben 115 europäischen Fondsgesellschaften mit AuM von insgesamt rund
5 Billionen Euro weitere Vermögensverwalter aus den USA, Asien,
Australien und Nahost. Insgesamt untersuchte McKinsey mehr als 300
Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 13 Billionen Euro AuM. Dies
entspricht 50% der Gesamtbranche.

"Die Asset Manager haben die Herausforderungen erkannt, vor denen
die Branche steht. Dennoch ändern nur wenige ihr Geschäftsmodell
grundlegend", sagt Martin Huber, Director im Kölner Büro von McKinsey
und Co-Autor der Studie. "Asset Manager sollten ihr Geschäftsmodell
überdenken: weg von reinem Fondsmanagement, hin zur Entwicklung von
kundenorientierten Investmentlösungen. Dies kann auch bedeuten,
Versicherungs- bzw. I-Banking-Elemente miteinzubeziehen. Zusätzlich
müssen sich Asset Manager auf verstärkten regulatorischen Druck
einstellen, insbesondere im Vertrieb."

Profitabilität weltweit stark gesunken

Mit dem Ertragsrückgang brach in allen Regionen auch die
Profitabilität ein. Die durchschnittliche operative Gewinnmarge im
Third-Party-Geschäft in Westeuropa sank von 16,6 Basispunkten im Jahr
2007 auf 10,8 Basispunkte im Jahr 2008. Der Gesamtgewinn der Branche
ging um 40% auf 7,1 Milliarden Euro zurück.

Risikoarme Produkte begehrt

Einige Segmente florierten selbst in diesem schwierigen
Marktumfeld. Mit AAA bewertete Geldmarkt- und Rentenfonds erfreuten
sich großer Beliebtheit, ebenso wie Asset-Allocation-Produkte sowie
passiv gemanagte Fonds und börsengehandelte Fonds (ETFs).
Insbesondere ETF-Anbieter verzeichneten ein starkes Wachstum sowie
eine Profitabilität, die fast gleichauf mit der von Anbietern aktiv
gemanagter Fonds lag.

Institutionelle Anleger schneiden besser ab

Das institutionelle Geschäft entwickelte sich im Allgemeinen
besser als das Retail-Geschäft und verzeichnete einen geringeren
Volumenrückgang sowie widerstandsfähigere Erträge. Institutionelle
Asset Manager haben in der Regel einen konservativeren Asset-Mix,
weswegen sie im Vorjahr eine vergleichsweise bessere
Anlageperformance aufwiesen. Im ersten Halbjahr 2009 waren jedoch
zunehmender Preisdruck sowie abnehmende Nettomittelzuflüsse zu
beobachten.

Kosten sinken

Die absolute Kostenbasis der europäischen
Asset-Management-Industrie ging zum ersten Mal seit elf Jahren
zurück. Hauptgrund dafür ist vor allem die Reduzierung von variablen
Vergütungen und Bonuszahlungen. Diese moderate Kostensenkung alleine
konnte die Auswirkungen des drastischen Asset- und Ertragsrückgangs
jedoch nicht wettmachen. In Europa stieg die durchschnittliche
Kostenmarge geringfügig um 0,8 auf 21,8 Basispunkte. Um die Kosten im
Hinblick auf sinkende AuM und Erträge in Grenzen zu halten,
verstärken die meisten Asset Manager ihre Maßnahmen zur Kostensenkung
im laufenden Jahr drastisch und üben zusätzlichen Druck auf
Fondsgesellschaften aus, die sich noch nicht zur Kostensenkung
durchgerungen haben.

Druck im Vertrieb steigt

Zum ersten Mal seit vielen Jahren ging der Anteil des
Drittvertriebs an den Gesamt-AuM zurück (24 auf 22%). Parallel dazu
steigen insbesondere im Drittvertrieb die Kosten, da Vertriebspartner
im aktuellen Marktumfeld zunehmend höhere Retrozessionen fordern.
Zusätzlich wird sich der regulatorische Druck weiter erhöhen - als
Beispiel kann der indische Markt dienen, wo ab dem laufenden Jahr
Ausgabeaufschläge untersagt sind. Ähnliche Regelungen treten in
Großbritannien ab 2012 in Kraft. Asset Manager müssen schon heute
ihre Marketing-, Vertriebs- und Anreizstrukturen auf dieses
veränderte Umfeld ausrichten.

Schwieriger Ausblick erhöht Transformationsdruck

Im ersten Halbjahr 2009 verzeichneten die meisten europäischen
Länder zum ersten Mal seit Mitte 2007 Mittelzuflüsse. Auch die
Aktienzuflüsse zogen Ende des zweiten Quartals und vor allem im
dritten Quartal an. Trotz dieser Anzeichen einer Erholung bleibt 2009
ein schwieriges Jahr. Die Gewinnmargen werden weiter zurückgehen, da
Kostensenkungsmaßnahmen derzeit die Ertragsrückgänge nicht
ausgleichen. Huber: "Wir gehen davon aus, dass die Profitabilität der
Vermögensverwalter in Europa in diesem Jahr von 10,8 Basispunkten auf
unter 10 Basispunkte sinken wird, da 2009 auf einer deutlich
niedrigeren Ertragsbasis aufsetzt als 2008. Asset Manager müssen
daher trotz der aktuell erfreulichen Marktentwicklung weiter ihre
Kosten senken und ihr operatives Geschäft optimieren, zum Beispiel
hinsichtlich Pricing. Das ist die Pflicht. Die Kür besteht darin,
schon jetzt die Voraussetzungen für profitables Wachstum in der
Zukunft zu schaffen und in erfolgversprechende Produkte, Märkte und
Kundengruppen zu investieren."

Grafik 1: Auf Grund der schwachen Anlageperformance ist die
weltweite Asset-Management-Industrie 2008 um 19% geschrumpft

Originaltext: McKinsey&Company
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/14454
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_14454.rss2

Für weitere Informationen:

Holger Fischer
E-Mail: Holger_Fischer@mckinsey.com
Tel: +49 (0)69 7162 5832
www.mckinsey.de


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