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Neue Westfälische: Konjunkturaussichten Bitter bis zum guten Ende STEFAN SCHELP

Geschrieben am 26-06-2009

Bielefeld (ots) - Stellen Sie sich vor, es ist Morgen, die Sonne
scheint durchs Fenster, die Welt ist in Ordnung - und die Krise
vorbei.
Liest man die jüngsten Prognosen mit dem richtigen Wohlwollen, dann
könnte dieser Morgen schon bald anbrechen. Nicht mehr in dieser
Woche, vielleicht auch nicht mehr in diesem Quartal, aber doch schon
bald. Sehr bald.
Leider ist diese Hoffnung trügerisch. Genauer gesagt, sie blendet
eine Menge aus.
Stellen Sie sich deshalb lieber vor, Sie werden wach, draußen ist es
noch zappenduster, und fieser Regen peitscht gegen das
Schlafzimmerfenster. Denn auch wenn die Krise sicherlich eines noch
etwas ferneren Tages zu Ende geht - die Zeit bis dahin könnte für so
manchen unter uns zum Albtraum werden.
Abertausende von Menschen schieben Kurzarbeit, viele von ihnen
bereits seit Monaten. Das hat die Firmen vielleicht vor dem
unmittelbaren Kollaps gerettet, gesund hat es sie allerdings nicht
gemacht. Im Herbst läuft in vielen Konzernen die erste
Kurzarbeitsphase ab. Es wäre ein Wunder, wenn dann all diese
Unternehmen unmittelbar zur Vollzeit zurückkehrten. Entlassungen wird
es stattdessen geben. Massenhaft.
Eine Flut von Insolvenzen könnte folgen. Eine halbe Million
Arbeitsplätze ist allein durch diese Pleitewelle in Gefahr. Und weil
auch die verbleibende Wirtschaft weiterschrumpfen wird, steigt die
Arbeitslosenzahl wieder über die Fünf-Millionen-Grenze.
Warum das kaum einer der Opel- und Quelle-Retter so deutlich sagt?
Weil die Menschen dann doch noch unruhig werden könnten. Weil sie -
noch schlimmer? - aufhören könnten zu konsumieren. Und sich damit die
Abwärtsspirale noch schneller drehen könnte. Bislang funktioniert ja
noch der bekannte Mechanismus, nach dem die Menschen zwar wahrnehmen,
dass die Gesamtwirtschaft in der Krise steckt, jeder einzelne aber
hofft, noch mal mit einem blauen Auge davonzukommen.
Und tatsächlich gibt es ja auch positive Signale Und die wollen wir
genauso wenig ausblenden wie die schlechten Nachrichten. Die
ungebrochene Bereitschaft der Verbraucher zu konsumieren gehört dazu.
Die Preise, die so niedrig sind wie noch nie. Die Nachrichten aus dem
Maschinenbau, dass der Abwärtstrend sich verlangsame. Und die
Erwartung der OECD, dass die Wirtschaft 2010 um 0,2 Prozent wachsen
werde, ebenso.
Das reicht allerdings nicht für einen neuen, stürmischen Aufschwung.
Der Dax wird nicht wieder auf 8.000 Punkte schießen.
Vollbeschäftigung - vor zwei Jahren greifbar nah - bleibt ein schöner
Traum. So schnell, wie es bergab gegangen ist, wird es nicht wieder
bergauf gehen. Statt eines U wird die Konjunktur sich eher wie ein L
entwickeln - mit einem sehr langen Grundstrich. Eine lange
Durststrecke steht uns allen bevor.
Besser, wir wappnen uns dafür. Weil Wirtschaft, Konjunktur und
Börsenkurse bekanntermaßen auch jede Menge Psychologie enthalten,
machen wir uns Mut, mitten in der Nacht. Drehen uns noch mal um. Und
hoffen. Auf einen wunderschönen Sonnenaufgang.

Originaltext: Neue Westfälische
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65487
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65487.rss2

Pressekontakt:
Neue Westfälische
Jörg Rinne
Telefon: 0521 555 276
joerg.rinne@neue-westfaelische.de


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