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Philologenverband fordert generelle Indizierung von "Pro-Ana"- und "Pro-Mia"-Seiten als jugendgefährdend!

Geschrieben am 05-06-2009

Berlin (ots) - 600 000 Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren von
Magersucht bedroht - Anzahl verherrlichender Internetseiten massiv
gestiegen!

Energische Schritte der Politik gegen die sich im Internet rasant
ausbreitende Flut von "Pro-Ana"- und "Pro-Mia"-Seiten hat der
DPhV-Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger angemahnt. Konkret
fordert er eine weitgehende Indizierung durch die Bundesprüfstelle
für jugendgefährdende Medien, nachdem vor Monaten bereits
festgestellt worden ist, dass 80 Prozent der Foren und Websites zum
Thema Magersucht als jugendgefährdend einzustufen sind.

Bei den so genannten "Pro-Ana"- bzw. "Pro-Mia"-Seiten im Internet
handelt es sich um Websites, die von selbst betroffenen, an
Magersucht (Anorexie = Ana) oder Ess-Brechsucht (Bulimie = Mia)
leidenden Jugendlichen, meist Mädchen, betrieben werden und in denen
mittels eines fingierten Briefs von "Ana" oder "Mia" intensiv und
suggestiv für Abmagerung geworben wird. Darin wird die Essstörung als
einzige wahre Freundin dargestellt. Die auf diesen Websites
eingestellten Fotos und Videos sollen als Inspiration zum Dünnsein
und für ein entsprechendes Schönheitsideal dienen, ferner werden
Tipps und Tricks zum Abnehmen und zur Verheimlichung der Magersucht
gegeben. Typisch für "Pro-Ana"- und "Pro-Mia"-Seiten sind eine
Glorifizierung der Essstörung als anzustrebender Lebensstil und die
Verharmlosung jeglicher gesundheitlicher Risiken.

Meidinger betonte, dass Magersucht und Bulimie zu einem sehr ernst
zu nehmenden Problem insbesondere von Mädchen an zahlreichen
weiterführenden Schulen geworden sei. Sein Verband schätze, dass
derzeit rund 600 000 Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren von
Magersucht bedroht sind. Rund 22 Prozent in dieser Altersgruppe
leiden bereits an Symptomen dieser psychisch bedingten Erkrankungen.
Nach Auskunft des Bundesfamilienministeriums sterben bis zu 20
Prozent der schwerer Erkrankten an den Folgen ihrer Essstörung im
Erwachsenenalter. Der Verbandschef verwies darauf, dass Essstörungen
durch das Internet eine neue Dimension erhielten. "Immer häufiger
werden in Internetforen, Chats, auf Websites und auch im "Web 2.0"
Anorexie und Bulimie bewusst verharmlost und verherrlicht. Diese so
genannten "Pro-Ana"-Seiten werden meist von Jugendlichen betrieben,
die selbst erkrankt sind, aber keine Heilung anstreben, sondern
andere missionieren wollen. Nach unseren Schätzungen gibt es
inzwischen fast 1 000 "Pro-Ana"-Seiten im deutschsprachigen Raum, die
regelmäßig von mehreren Hunderttausend Jugendlichen besucht werden.
Diese Seiten sind deshalb so gefährlich, weil sie nicht nur
Magersüchtige weiter in die Krankheit hineinziehen, sondern weil
dadurch auch Gesunde zur Magersucht verführt werden können. Dem
dürfen wir nicht tatenlos zusehen!", sagte Meidinger.

Dabei setze der DPHV nicht nur auf Verbote, sondern auch darauf,
dass Provider freiwillig dazu beitragen, dass Jugendliche keinen
Zugang zu diesen Seiten erhielten, die zwanghaft zum Abnehmen
auffordern, etwa durch die Aufnahme von entsprechenden AGB-Klauseln
in ihre Providerverträge.

Originaltext: Deutscher Philologenverband
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/57564
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_57564.rss2

Pressekontakt:

DPhV - Deutscher Philologenverband
Eva Hertzfeldt
Pressesprecherin
Telefon: 030 - 40 81 67 89
Mobil: 0172 - 305 08 67
EMail: presse@dphv.de


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