(Registrieren)

Stuttgarter Zeitung: Interview der "Stuttgarter Zeitung" mit Südwestmetall-Chef Jan Stefan Roell: "70 Prozent der Betriebe verschieben Tariferhöhung"

Geschrieben am 03-05-2009

Stuttgart (ots) - Nach Angaben des Südwestmetall-Vorsitzenden Jan
Stefan Roell wollen 70 Prozent der Unternehmen die im Mai anstehende
zweite Stufe der Tariferhöhung verschieben - die meisten von ihnen
bis zum Dezember. "Nach meinem Kenntnisstand hat gut die Hälfte der
70 Prozent die Regelung schon im Kasten", sagte Roell im Interview
der "Stuttgarter Zeitung" (Montagausgabe). Etwa ein Drittel aller
Betriebe werde die 2,1 Prozent somit pünktlich zum Mai auszahlen.
Damit widersprach der Chef der Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg
der IG-Metall-Führung, nach deren Darstellung lediglich einzelne
Betriebe beabsichtigen, die Lohnerhöhung um bis zu sieben Monate
auszusetzen. Der Dachverband Gesamtmetall hatte bisher eine
Verschiebungsquote von etwa 50 Prozent genannt. Roell erwartet zudem
einen weiteren Schub durch die Krisenvereinbarung bei Daimler.
Sparpakete wie bei dem krisengeschüttelten Automobilbauer hätten
durchaus Einfluss. "Viele Unternehmen schauen, was die ganz Großen
machen, sodass deren Regelungen salonfähig werden", sagte er.

Der Verbandschef nimmt an, dass die Kurzarbeit bis Ende des Jahres
Entlassungswellen verhindern hilft. "Wenn wir dann keine Trendumkehr
sehen mit steigenden Auftragseingängen und mehr Produktion für das
nächste Jahr, kommt die Beschäftigungsbrücke Kurzarbeit an ihr Ende",
sagte er. Dann werde Anfang nächsten Jahres der Arbeitsplatzabbau
einsetzen. Allerdings gingen momentan viele Unternehmen der Metall-
und Elektroindustrie im Südwesten davon aus, dass sich die Situation
im zweiten und dritten Quartal verbessert. Eine bundesweite
Trendumkehr kann Roell allerdings noch nicht erkennen.

Eine klare Absage erteilte der Metallarbeitgeberchef Forderungen
der Gewerkschaft sowie Plänen der Politik, angeschlagenen
Industrieunternehmen mit Staatsgeldern aus der Krise zu helfen. "Ich
bin vom Grundsatz dagegen, dass die Politik unsere betrieblichen
Probleme löst, weshalb ich dringend von dem Versuch abrate, mit
Rettungsschirmen in der Realwirtschaft vermeintlich Gutes zu tun",
sagte Jan Stefan Roell der "Stuttgarter Zeitung". "Wir müssen den
Strukturwandel selbst schaffen." Dies betreffe Unternehmen jeder
Größe, betonte er mit Blick auf Heidelberger Druck, das eine
Staatsbürgschaft in Höhe von 500 Millionen Euro anstrebt.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte
angekündigt, dem Druckmaschinenhersteller bei dessen Bemühungen um
staatliche Finanzhilfen zu unterstützen.

Originaltext: Stuttgarter Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/48503
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_48503.rss2

Pressekontakt:
Stuttgarter Zeitung
Redaktion
Telefon: 0711-7205-1220


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

200639

weitere Artikel:
  • WAZ: Wetteifern um Opel-Rettung - Kommentar von Ulf Meinke Essen (ots) - Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Opel-Retter im ganzen Land? Ist es Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der Wirtschaftsminister, der angeblich schon früh auf den italienischen Fiat-Konzern als potenziellen Investor gesetzt hat? Oder der Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, dem Sympathie für eine Ehe von Opel mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna nachgesagt wird? Ausgerechnet Guttenberg und Steinmeier sollen nun gemeinsam mit Fiat-Chef Sergio Marchionne über ein mehr...

  • Neue OZ: Kommentar zu Opel Osnabrück (ots) - Haltet Euch zurück Die gute Nachricht zuerst: Opel ist gerettet. Denn Wirtschaftsminister zu Guttenberg geht klug vor. Er hört sich die Pläne möglicher Investoren genau an, berät sich mit Experten und wird eine klaren Favoriten für die Rettung der Traditionsfirma ausrufen. Allerdings kann er nicht entscheiden. Noch gehört Opel dem Mutterkonzern General Motors, der im Moment genug mit sich selbst zu tun hat. Aber GM braucht Geld, und die deutsche Braut ist gut aufgestellt, baut qualitativ hochwertige Autos - deutsche mehr...

  • Phoenix Ancient Art startet erste E-Commerce-Plattform New York (ots/PRNewswire) - - Weltbekannter Antiquitätenhändler macht das Sammeln wertvoller Kunstgegenstände einfacher denn je; über den Auktionsbereich werden der Öffentlichkeit seltene Fundstücke präsentiert Für viele Menschen ist das Sammeln von Antiquitäten nur ein Hobby für die Superreichen, das für ein allgemeines Publikum unzugänglich ist. Mit der Eröffnung der innovativen E-Commerce-Plattform von Phoenix Ancient Art - www.e-tiquities.com - öffnet sich jetzt die Pforte zu einer Welt exklusivster Antiquitäten für ein breiteres mehr...

  • Einzelhandelsumsatz im März 2009 real um 1,5% gesunken Wiesbaden (ots) - Sperrfrist: 04.05.2009 08:00 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung frei gegeben ist. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland im März 2009 nominal 1,8% und real 1,5% niedriger als im März 2008. Der März 2009 hatte mit 26 Verkaufstagen zwei Verkaufstage mehr als der März 2008. Das Ergebnis für den März 2009 wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, in denen circa 76% des mehr...

  • EU-Erweiterung förderte Handel mit Polen und Tschechien Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Europatags am 9. Mai mitteilt, sind die Einfuhren aus den zum 1. Mai 2004 der Europäischen Union beigetretenen zehn neuen Mitgliedstaaten (Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern) nach Deutschland von 2003 bis 2008 um 52,4% von 57,6 Milliarden Euro auf 87,9 Milliarden Euro angestiegen. 82,3% dieser Einfuhren stammten aus drei der zehn neuen Mitgliedstaaten, nämlich der Tschechischen Republik, aus der 2008 Waren mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht