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Musikermedizin - spezielle Behandlungen für Sportler stehen heutzutage an der Tagesordnung, jetzt sollen auch Musiker von eigenen Methoden profitieren

Geschrieben am 01-04-2009

Potsdam (ots) - Lothar de Maizière wird Schirmherr der neu
gegründeten Forschungsgruppe Musikermedizin

Mit den Begriffen Sportmedizin und Sportarzt kann jeder etwas
anfangen. Sie haben sich etabliert - sowohl auf der Ebene der
Patienten als auch auf standespolitischer Ebene mit der
Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Dagegen gilt die Musikermedizin bis
dato als junge Disziplin, die noch wenig erforscht ist. Aber auch
Musiker sind in der Ausübung ihres Berufes gleichermaßen hohen
körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt, die vielfach mit
denen der Sportler verglichen werden.

Im Unterschied zum Leistungssportler geht es beim Musiker um die
Feinkoordination des Bewegungsapparates in einer ergonomisch durch
das Instrument eng vorgegebenen Bewegungskette. Ein weiterer
Unterschied ist die Länge der Karriere eines Musikers - im Idealfall
ein ganzes Berufsleben bis zum Rentenalter, damit arbeitet er im
Schnitt 30 Jahre länger als ein Berufssportler. Eine aktuelle Studie
der Forschungsgruppe Musikermedizin unter 2000 Ärzten ergab jetzt
folgende Ergebnisse:

- Bei den meisten Ärzten selbst herrscht Unsicherheit in Bezug auf
die Entwicklung von Behandlungskonzepten, denen sie selbst und
auch die Musiker vertrauen.
- 32 % der befragten Ärzte beurteilen die medizinische Versorgung
bei musikerspezifischen Erkrankungen als schlecht, 25 % als es
geht. Dabei behandeln 12% der Ärzte mehr als 10 Musiker und
weitere 12 % mehr als 20 Musiker jährlich - die übrigen Ärzte
behandeln Musiker selten.
- Immerhin haben die Ärzte Verständnis für die Belastung der
Musiker: 55% beurteilen die körperliche Belastung als hoch, 25 %
als sehr hoch.
- Noch höher schätzen die Ärzte die psychische Belastung: hier
urteilten 48% mit hoch, 35 % mit sehr hoch.
- Das Verständnis für die Belastung der Musiker wird aus der
eigenen Erfahrungen der Ärzte gezogen, denn 72% haben ein
Instrument erlernt.
- Ärzte unterstützen die Idee der Musikermedizin und sehen zu 71%
einen steigenden Bedarf an speziellen Kenntnissen, 64 % hingegen
fordern eigene Forschungsprojekte.

Diese Ergebnisse hat die neu gegründete Forschungsgruppe
Musikermedizin unter Leitung des Allgemeinmediziners Dr. Friedrich
Molsberger aus Potsdam zum Anlass genommen, Musikererkrankungen
weiter zu erforschen und die Versorgungssituation von Musikern durch
gezielte Ausbildung der Ärzte zu verbessern. Als Schirmherr der
Forschungsgruppe konnte Lothar de Maizière gewonnen werden, der
selbst seine musikalische Karriere wegen gesundheitlicher Probleme
gefährdet sah, im Fernstudium Jura studierte und der Öffentlichkeit
als letzter Ministerpräsident der DDR und Mitgestalter der Deutschen
Einheit bekannt geworden ist.

"Der Arzt muss mit den Problemen von Musikern vertraut sein und
auch komplementärmedizinische und ganzheitliche Aspekte in der
Behandlung von Musikern miteinbeziehen. Zudem müssen
Behandlungskonzepte den Patienten besser erläutert werden, um das
Vertrauen der Musiker zu gewinnen", argumentiert Dr. Molsberger. "Aus
einer Studie aus den 90er Jahren ist zudem bekannt, dass Musiker zu
62 % über Erkrankungen des Bewegungsapparates klagen und zu 90 %
ihren Arzt darüber auch informieren. Dennoch befolgen 69 % den Rat
des Arztes selten oder nie, ein deutliches Zeichen mangelnden
Vertrauens", fügt Molsberger abschließend hinzu.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
www.musikermedizin.info .

Originaltext: Forschungsgruppe Musikermedizin
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/75056
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_75056.rss2

Pressekontakt:
Forschungsgruppe Musikermedizin
Sekretariat Gisela Kraus
Griesstraße 25
85562 Grafing
Fon +49 08092 8579760
Fax +49 08092 84791


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