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Boersen-Zeitung: Zeit für den Neustart, Kommentar zur Krise bei EADS von Gerhard Bläske

Geschrieben am 28-06-2006

Frankfurt (ots) - Die Tage von Noël Forgeard als französischer
Teil der deutsch-französischen Doppelspitze beim Luft- und
Raumfahrtkonzern EADS sind gezählt. Offen ist nur noch der Zeitpunkt
seines Abgangs. Zu oft hat Forgeard im Unternehmen Feuer gelegt,
gegen die Doppelspitze gestänkert und in einem beispiellosen
Führungskampf seinen Vorgänger Philippe Camus gestürzt. Lange
schützten ihn seine Meriten als Airbus-Chef und die Unterstützung
durch Staatspräsident Jacques Chirac. Doch nachdem er nun eigene
Fehler auf andere abzuwälzen versucht und durch Aktienverkäufe, deren
Umstände die Finanzmarktaufsicht untersucht, Kritik auf sich zieht,
hat der ehrgeizige Manager offenbar die Unterstützung der
französischen Aktionäre verloren.

Der deutsche Großaktionär DaimlerChrysler hat schon lange genug
von Forgeard und seinen Zündeleien. Wenn der für gewöhnlich
zurückhaltende Anteilseigner sein Schweigen bricht und rasche
Entscheidungen anmahnt, dann ist wirklich Feuer unterm Dach. Die
Ablösung Forgeards ist längst überfällig, aber die Probleme der EADS
liegen viel tiefer.

Dringlich ist jetzt die Neuordnung des Konzerns. Die Defizite in
der internen Kommunikation und Information - zurückzuführen auch auf
das weitgehende Eigenleben von Airbus - sind evident, auch die
industriellen Strukturen müssen überdacht werden. Mit dem Ausscheiden
des britischen Airbus-Aktionärs BAE Systems bietet sich die Chance
zur Integration von Airbus. Auch die Organisation der EADS muss
geändert werden. Nur mit klaren Strukturen und Verantwortlichkeiten,
mit einem Vorstandsvorsitzenden und einem Aufsichtsratschef aus
verschiedenen Ländern, können die Probleme beim A 380 rasch angepackt
werden.

Rasches, aber nicht überstürztes Handeln sind Voraussetzungen
dafür, dass die EADS wieder auf Kurs kommt und sich der Aktienkurs
erholt. Da sind auch die Aktionäre gefragt. Der französische Staat
kann nicht, wie im Fall der hochdefizitären EADS-Tochter Sogerma,
ungeniert intervenieren, und DaimlerChrysler sollte die
Unsicherheiten über die eigenen Absichten beenden und erklären,
welche Pläne man mit der EADS-Beteiligung hat. Bei der EADS steht
viel auf dem Spiel. Scheitert das deutsch-französische
Vorzeigemodell, dann nimmt die deutsch-französische Zusammenarbeit
insgesamt Schaden.

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30377
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Rückfragen bitte an:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


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