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Simbabwe: Verheerender Choleraausbruch nur ein Zeichen der humanitären Krise im Land

Geschrieben am 17-02-2009

Harare/Berlin (ots) - Simbabwe befindet sich in einer außer
Kontrolle geratenen medizinischen Notsituation. Der aktuelle
Choleraausbruchs ist nur ein Ausdruck des katastrophalen Zustands des
Gesundheitssystems des Landes und der kollabierenden Infrastruktur,
wie die Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN in dem heute veröffentlichten
Papier "Beyond Cholera: Zimbabwe's Worsening Crisis" beschreibt. Die
Teams der Organisation behandelten seit August 2008 fast 45.000
Cholera-Patienten. Das sind rund 75 Prozent aller bisher bekannten
Fälle - und die humanitäre Krise ist noch lange nicht vorbei. Viele
Gesundheitseinrichtungen sind geschlossen oder funktionieren nicht,
andere verlangen exorbitante Behandlungsgebühren in Fremdwährungen.
All dies macht den Zugang zu medizinischer Versorgung für die meisten
Simbabwer unmöglich.

ÄRZTE OHNE GRENZEN appelliert an die Regierung Simbabwes, eine
unabhängige Einschätzung der Bedürfnisse zu ermöglichen,
sicherzustellen, dass humanitäre Helfer dort arbeiten können, wo sie
gebraucht werden, und bürokratische Hürden abzubauen. Die
Organisation fordert auch die internationale Gemeinschaft auf, den
Unterschied zwischen politischen Zielen und der dringenden
humanitären Notwendigkeit zu respektieren, um die benötigte
Unterstützung für die Bevölkerung Simbabwes zu sichern.

"Es ist zu einem verheerenden Zusammenbruch des früher viel
gepriesenen Gesundheitssystems gekommen, der nicht nur
Cholerapatienten betrifft", sagte Manuel Lopez, Landeskoordinator von
ÄRZTE OHNE GRENZEN in Simbabwe. "Wir wissen, dass den öffentlichen
Krankenhäusern Medikamente und Geräte fehlen und sie Menschen
abweisen. Es herrscht ein akuter Mangel an medizinischem Personal,
Patienten können sich die Fahrtkosten nicht leisten, um ihre
HIV-Medikamente abzuholen oder behandelt zu werden, und viele unserer
Kliniken sind überfüllt. Nach dem, was wir jeden Tag sehen, könnte es
nicht deutlicher sein: Es handelt sich um eine massive, außer
Kontrolle geratene medizinische Notsituation."

Die politische Krise Simbabwes und der daraus resultierende
wirtschaftliche Zusammenbruch haben zu einem katastrophalen Zugang zu
öffentlicher Gesundheitsversorgung geführt, zu einem Kollaps der
Infrastruktur, einer dramatischen HIV-Epidemie, Lebensmittelengpässen
und Mangelernährung sowie Vertreibungen innerhalb des Landes und in
Nachbarstaaten. Geschätzte drei Millionen Simbabwer suchen im
benachbarten Südafrika Zuflucht - das ist die größte Fluchtbewegung
aus einem Land, in dem kein Krieg herrscht.

Trotz der enormen humanitären Krise ist ÄRZTE OHNE GRENZEN in
Simbabwe häufig mit Restriktionen konfrontiert. "Regierungen und
internationale Organisationen müssen die Schwere der Krise erkennen
und sicherstellen, dass humanitäre Hilfe unabhängig von politischen
Prozessen geleistet werden kann", sagte Christophe Fournier,
internationaler Präsident von ÄRZTE OHNE GRENZEN. "Kinder, Opfer von
Gewalt und Menschen mit HIV/Aids oder anderen Krankheiten müssen
ungehinderten Zugang zu lebensnotwendiger Hilfe erhalten."

Interviews mit dem Team vor Ort und Programmverantwortlichen sind
möglich.

Papier "Beyond Cholera: Zimbabwe's Worsening Crisis" unter
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de.

Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6684
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6684.rss2

Pressekontakt:
Pressestelle, Christiane Winje, Svenja Kühnel, Tel.: 030-22 33 77 00
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de


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