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Spürbare Belebung am Pfandbriefmarkt

Geschrieben am 16-02-2009

Berlin (ots) -

- vdp beobachtet zu Jahresbeginn zunehmende Emissionsaktivität
- Deutlicher Anstieg des Emissionsvolumens 2008 - trotz
Finanzmarktkrise
- Studie belegt Überlegenheit des Pfandbriefs gegenüber Mortgage
Backed Securities (MBS)

Am Pfandbriefmarkt verdichten sich die Anzeichen für eine
durchgreifende Belebung. So wurden im Monat Januar des Jahres nach
Erhebungen des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken, vdp, Pfandbriefe
im Gesamtvolumen von mehr als 8 Mrd. Euro begeben; davon entfielen je
etwa 4 Mrd. Euro auf Hypothekenpfandbriefe und Öffentliche
Pfandbriefe. Im Monat Dezember waren noch weniger als 7 Mrd. Euro
abgesetzt worden. Die erste Kalenderwoche des Monats Februar hat mit
einem Absatzvolumen von 3,6 Mrd. Euro die positive Tendenz des
Jahresauftakts bestätigt.

"Die beiden Anfang Februar begebenen großvolumigen
Pfandbriefemissionen - die ersten seit dem Spätsommer vergangenen
Jahres - sind bei Investoren aus dem In- und Ausland sehr gut
aufgenommen worden. Das stimmt uns zuversichtlich für den weiteren
Jahresverlauf", sagte Henning Rasche, Präsident des Verbandes am
Montag bei einem Pressegespräch des vdp in Frankfurt. "Die Nachfrage
nach deutschen Pfandbriefen, dem Benchmark-Produkt im
internationalen Covered-Bond-Markt, entwickelt sich trotz der Welle
staatsgarantierter Emissionen von Banken derzeit zufriedenstellend.
Unsere Mitgliedsinstitute gehen davon aus, dass sich die positive
Tendenz der vergangenen Wochen im Jahresverlauf fortsetzen wird -
sofern die Stabilisierung der Kreditwirtschaft fortschreitet und sich
das Vertrauen der Investoren weiter festigt", so Henning Rasche
weiter.

Getragen wird die positive Entwicklung vom Hypothekenpfandbrief,
der seine Rolle als günstiges Refinanzierungsinstrument für
Immobilienfinanzierer in der Finanzmarktkrise ausbauen konnte und von
Investoren als sichere Anlage in unruhigen Zeiten hoch geschätzt
wird. "Der Pfandbrief hat somit gute Chancen, seine temporäre
Schwächephase nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers im
vergangenen September schneller als andere Finanzinstrumente zu
überwinden", resümierte Rasche.

Robuste Entwicklung im abgelaufenen Jahr

Auch im von der Finanzmarktkrise dominierten Jahr 2008 hat sich
der Pfandbrief über weite Strecken als sehr robust erwiesen und war
erst gegen Jahresende, nach der Lehman-Insolvenz, als eines der
letzten Kapitalmarktinstrumente von der Krise erfasst worden.
Insgesamt reichte die rege Emissionstätigkeit der ersten drei
Quartale jedoch für einen Anstieg des Emissionsvolumens um rund 13
Prozent auf 153 Milliarden Euro aus. Das Wachstum wurde von einem
kräftigen Anstieg der Emissionen von Hypothekenpfandbriefen getragen;
hier steht mehr als eine Verdoppelung zu Buche, ein Plus von 131
Prozent auf 63,4 Milliarden Euro (2007: 27,5 Mrd. Euro). Der starke
Zuwachs ist vor allem darauf zurückzuführen, dass andere Wege der
Refinanzierung von Immobilienkrediten, wie zum Beispiel
Verbriefungen, seit dem Ausbruch der Finanzkrise verschlossen waren
und bis heute nicht zugänglich sind. Demgegenüber setzte sich die
Konsolidierung bei Öffentlichen Pfandbriefen fort; insgesamt lag das
Emissionsvolumen hier noch bei 90 Milliarden Euro (2007: 108 Mrd.
Euro), ein Rückgang um 17 Prozent.

Die Robustheit des Pfandbriefs lässt sich auch an der
Spread-Entwicklung ablesen. Im Gegensatz zu Verbriefungen und
pfandbriefähnlichen Produkten anderer Länder weiteten sich die
Pfandbrief-Spreads nur moderat aus - ein Beleg für das auch in der
Krise ungebrochene Investorenvertrauen. "Der Pfandbrief hat 2008,
trotz leichter Blessuren, seine Krisenfestigkeit erneut unter Beweis
gestellt. Er ist und bleibt ein Garant für Qualität und Sicherheit",
erklärte vdp-Präsident Rasche.

Der Erfolg des Pfandbriefs fußt zum einen auf seiner makellosen
Historie - noch nie in der mehr als 200jährigen Geschichte ist ein
Pfandbrief ausgefallen - und zum anderen auf der hohen Qualität der
Deckungsmassen sowie den strengen gesetzlichen Regelungen, die seine
Qualität garantieren. Mit der Ende vergangener Woche im Bundestag in
dritter Lesung behandelten ersten Novelle des Pfandbriefgesetzes
werden die anerkannten Qualitätsstandards weiter verbessert. Die vom
vdp angeregte Ausweitung der ursprünglich im Gesetzgebungsverfahren
vorgesehenen Liquiditätsreserve von 90 auf 180 Tage hat dabei
Eingang in die Gesetzesempfehlung des Parlaments gefunden. Auch die
erhöhte Transparenz durch eine detailliertere Darstellung der
Laufzeitstrukturen der Deckungsmassen ist verabschiedet worden. "Wenn
die nun vom Bundestag beschlossenen Änderungen den Bundesrat
passieren, werden die hohen gesetzlichen Standards des
Pfandbriefgesetzes konsequent weiter verbessert. Damit hat der
Pfandbrief beste Aussichten, gestärkt aus der Krise hervorzugehen",
erklärte Dr. Louis Hagen, Hauptgeschäftsführer des vdp.

Wissenschaftliche Studie belegt Sicherheitsvorteile des
Pfandbriefs

Die Einschätzung des Verbandes und seiner Mitgliedsinstitute, dass
der Pfandbrief seine Überlegenheit in puncto Sicherheit gegenüber MBS
und anderen Refinanzierungsinstrumenten in Zukunft noch stärker
ausspielen wird, stützt auch eine wissenschaftliche Studie. Sie wurde
gemeinsam von Professor Markus Rudolf, Inhaber des Dresdner Bank
Stiftungslehrstuhls für Finanzwirtschaft an der WHU Otto Beisheim
School of Management in Koblenz, und Professor Anthony Saunders, John
M. Schiff Professor of Finance an der Stern School of Business der
New York University verfasst.

Das Gutachten der beiden Professoren weist nach, dass Ausfall- und
Kreditrisiken eines Pfandbriefs im Vergleich zu Triple-A gerateten
CDOs und MBSs eklatant geringer sind. Einer Modellrechnung zufolge
müsste der Zinsaufschlag von MBS um das 4,2-fache höher als bei
Pfandbriefen sein, um das höhere Risiko auszugleichen; bei CDOs
entspräche der Zinsaufschlag dem 3,8-fachen .

Die Verfasser der Studie sehen in der angelsächsischen, vom
Verbriefungsmodell dominierten Welt klare Tendenzen zur Annäherung an
das deutsche Pfandbriefsystem. "Das Pfandbrief-Modell wird
wahrscheinlich für Investoren noch attraktiver werden - in den USA
und anderswo auf der Welt", stellte Professor Saunders fest.

Die Professoren fordern die Behebung von Systemfehlern, die zum
Ausbruch der Krise geführt haben. So regen beide etwa an,
Finanzinstrumente, die nicht in Bilanzen auftauchen, mit Eigenkapital
zu unterlegen und somit weniger attraktiv zu machen. Was politische
Implikationen der Finanzkrise angeht, betonen die Professoren
übereinstimmend, dass die Eigenkapitalvorschriften von Basel II auf
ihre Eignung überprüft werden sollen. Professor Rudolf: "Die
derzeitige Fassung von Basel II führt zu Unterausstattungen der
Banken mit Eigenkapital. Zusammen mit den prozyklischen Wirkungen von
Basel II auf das Eigenkapital der Institute ist das alarmierend. Das
Regelwerk sollte zügig überarbeitet werden."

Originaltext: Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e. V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/29608
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_29608.rss2

Pressekontakt:
Dr. Helga Bender, Tel. 030 20915-330
E-Mail: bender@pfandbrief.de

Christian Walburg, Tel. 030 20915-340
E-Mail: walburg@pfandbrief.de


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