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Demokratische Republik Kongo: ÄRZTE OHNE GRENZEN beklagt fehlenden Schutz der Bevölkerung von Haut-Uélé vor der Gewalt ugandischer Rebellen

Geschrieben am 04-02-2009

Dungu/Genf/Berlin (ots) - Angesichts der zügellosen Gewalt
ugandischer Rebellen gegen die Bevölkerung der kongolesischen Provinz
Haut-Uélé klagt ÄRZTE OHNE GRENZEN die Untätigkeit der Friedenstruppe
der Vereinten Nationen (Monuc) an. In der Provinz im Nordosten des
Kongo hat die ugandische Lord's Resistance Army (LRA) seit der
Weihnachtszeit mehr als 50 Städte und Dörfer angegriffen. Dutzende
Orte wurden niedergebrannt, Hunderte Zivilisten ermordet, Männer,
Frauen und Kinder entführt. "Die Resolution 1856 des Sicherheitsrates
vom 22. Dezember 2008 erklärt den Schutz der Zivilbevölkerung zur
Priorität der UN-Friedenstruppe", sagte Marc Poncin,
Programmverantwortlicher von ÄRZTE OHNE GRENZEN für die Demokratische
Republik Kongo in Genf. "Die Monuc muss ihrer Verantwortung
nachkommen und die systematisch attackierten Bewohner von Haut-Uélé
schützen. Weitere Massaker sind zu erwarten."

Bei den Angriffen wurden bislang etwa 900 Menschen getötet. Ein
Bewohner des Dorfes Batandé, nahe der sudanesischen Grenze, musste an
Weihnachten zusehen, wie seine Familie massakriert wurde: "Sie haben
sie auf eine Wiese gebracht und dann systematisch ermordet. Absolut
niemand wurde verschont: Kinder, Säuglinge, schwangere Frauen, alte
Menschen. Alle wurden sie umgebracht. Mehr als 60 Menschen." Die
Überlebenden flüchten vor den Massakern in die Wälder. Dort warten
sie vergeblich auf humanitäre Hilfe, die wegen der unsicheren Lage
nicht zu ihnen gelangt.

Die in der Provinz herrschende Instabilität macht jegliche Hilfe
außerhalb der Stadt Dungu praktisch unmöglich. Die Risken, in einen
überraschenden Angriff zu geraten, sind zu groß. Die Teams von ÄRZTE
OHNE GRENZEN sind trotzdem mehrmals in die Orte Faradje, Doruma und
Bangadi geflogen, um den Überlebenden zu helfen. Jedes Mal konnten
sie aber nur einige Stunden bleiben, um die wenigen noch lebenden
Verletzten zu behandeln. "Wir kamen zwei Tage nach dem Angriff nach
Faradje und fanden vier Schwerverletzte, die dort vermutlich zum
Sterben zurückgelassen worden waren", beschrieb der Arzt Mathieu
Bichet. In Faradje wurden bei jenem Angriff mehr als 140 Menschen
getötet.

Schockiert von den extremen Gewalttaten der LRA versteht ÄRZTE
OHNE GRENZEN die Untätigkeit der Monuc nicht. Schon beim Angriff auf
Dungu am 1. November 2008 haben die Blauhelme ihre Basis nicht
verlassen. Auch danach haben sie nie eingegriffen, um die Bevölkerung
betroffener Städte zu schützen, auch nicht als die Angriffe zunahmen.
Die Zahl der Blauhelme hat sich seit ihrer Stationierung im Juli 2008
kaum verändert, obwohl sich die Lage seither dramatisch
verschlechtert hat.

ÄRZTE OHNE GRENZEN leistet in Haut-Uélé mit sechs internationalen
und 25 kongolesischen Mitarbeitern Nothilfe für die Verletzten und
bietet mit mobilen Kliniken Behandlungen für Vertriebene in der
Umgebung von Dungu an. Außerdem unterstützen die Mitarbeiter die
Gesundheitsstrukturen in Doruma, Bangadi, Faradje, Ngilima und
Li-May.

Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6684
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6684.rss2

Pressekontakt:
Pressestelle, Christiane Winje, Svenja Kühnel, Tel.: 030-22 33 77 00
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de


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