(Registrieren)

Boersen-Zeitung: Die Baustelle Allianz, Kommentar zum Stellenabbau im Allianz-Konzern von Markus Frühauf.

Geschrieben am 22-06-2006

Frankfurt (ots) - Der Markt hat Beifall geklatscht: Die
Bekanntgabe des Abbaus von 7500 Arbeitsplätzen wurde mit einem
Kursplus der Allianz-Aktie von 1,5% honoriert. Dass der Finanzkonzern
den Rotstift ansetzt, war seit Herbst 2005 absehbar. Die
Zusammenlegung der deutschen Versicherungsaktivitäten, die bis dahin
in der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung ein Eigenleben führten,
erzeugt Redundanzen.

Bei der Dresdner Bank, die seit 2001, dem Jahr der Übernahme durch
die Allianz, 17000 Stellen eingebüßt hat, ist ebenfalls
Handlungsbedarf geboten. Denn mit einer Aufwand-Ertrag-Relation von
89% in dem guten Bankenjahr 2005 waren die Frankfurter schlichtweg
nicht konkurrenzfähig. Die Deutsche Bank hatte eine Quote von 74% und
die Commerzbank von 67%.

Bis 2008 soll der Umbau im Allianz-Konzern Synergien von insgesamt
1,2 Mrd. Euro bringen, jeweils hälftig bei der Versicherung und bei
der Bank. Die Mitarbeiter werden angesichts eines im vergangenen
Geschäftsjahr erzielten Rekordgewinns von 4,4 Mrd. Euro wenig
Verständnis für die Kürzungen aufbringen. Darüber ist sich
Allianz-Chef Michael Diekmann im Klaren. Doch Europas größter
Versicherer hat in den vergangenen Jahren in seinem Heimatmarkt
Deutschland kontinuierlich Marktanteile verloren. Selbstzufriedenheit
hätte möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt noch mehr Druck
aufgebaut. Die Maßnahmen wären dann härter ausgefallen.

Allerdings stellt sich die Frage, warum bei der Allianz der Umbau
des deutschen Geschäfts erst jetzt erfolgt. Stellenabbau und
Rekordgewinn lassen sich in der breiten Öffentlichkeit nur schwer
gemeinsam verkaufen. Diese Erfahrung musste auch die Deutsche Bank
Anfang 2005 machen. Den Arbeitnehmervertretern wird eine Steilvorlage
geliefert. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Betriebsrat auf
eine erst im April getroffene Vereinbarung berufen kann, wonach bis
Ende 2007 bei der Versicherung auf betriebsbedingte Kündigungen
verzichtet werden soll.

Diekmann stellt sich auf großen Widerstand ein. Dass er diesen
nicht scheut, beweist die Notwendigkeit der unpopulären Maßnahmen.
Der unglückliche Zeitpunkt zeigt aber, wie sehr der Allianz-Vorstand
in den vergangenen Jahren mit der Dresdner Bank beschäftigt war. Noch
immer ist der integrierte Finanzdienstleister eine Baustelle.

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30377
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Rückfragen bitte an:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

18313

weitere Artikel:
  • MMC Energy, Inc. kündigt 60 MW Erweiterungsplan für Chula Vista Kraftwerk in San Diego an New York (ots/PRNewswire) - MMC Energy, Inc. (OTC Bulletin Board: MMCN) gab heute bekannt, dass das Unternehmen einen Antrag auf 60 MW Kapazitätserhöhung beim California Independent System Operator (CAISO) für das zu hundert Prozent im Besitz des Unternehmens befindliche Kraftwerk MMC Chula Vista mit einer Bruttonennleistung von 44 MW gestellt hat. MMC hat den formalen Erweiterungsprozess und die Analyse eingeleitet, einschliesslich des formalen Antrags auf Anbindung an CAISO in Abstimmung mit der San Diego Gas and Electric. MMC hat mehr...

  • WM-Achtelfinale: 16 700 Schweden leben in Deutschland Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lebten Ende 2005 nach Auswertung des Ausländerzentralregisters insgesamt rund 16 700 Schweden in Deutschland, darunter rund 9 200 Frauen (55%). Etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden schwedischen Mitbürgerinnen und Mitbürger war zwischen 20 und 44 Jahre alt. Der Anteil der Personen über 45 Jahre lag bei 23%, die übrigen 27% waren jünger als 20 Jahre. Die Schwedinnen und Schweden sind überwiegend ledig (7 800 Personen beziehungsweise 47%). Von den 6 700 verheirateten schwedischen mehr...

  • Feierliche Preisverleihung des Mittelstandsprogramms 2006: Mittelstand erhält Förderpreise im Wert von 2,27 Millionen Euro Karlsruhe (ots) - Mit einem Rekord endete die vierte Runde der Förderinitiative Mittelstandsprogramm: 2006 stellten 86 Sponsoren innovative IT-Lösungen und Dienstleistungen mit einem Gesamtwert von über 2,27 Millionen Euro zur Verfügung. Die 210 Hauptförderpreise (gesamt 1,77 Millionen Euro) sind durchschnittlich 8.500 Euro wert. Das Mittelstandsprogramm stößt bei Preisträgern und Sponsoren auf reges Interesse. Die ausgezeichneten Unternehmen erhalten die Förderpreise kostenfrei und stärken damit ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Sponsoren mehr...

  • Comics als sensationelle Wertanlage Hamburg (ots) - - Querverweis: Grafik wird über obs versandt und ist unter http://www.presseportal.de/grafiken abrufbar - Wer in den fünfziger Jahren 75 Pfennig in ein Heft mit Bildergeschichten investiert hat, wird sich in vielen Fällen über die Wertentwicklung wundern. Denn frühe Ausgaben einiger Comic-Abenteuer erzielen heute erstaunliche Renditen. Der amerikanische Geschäftsmann Steve Geppi hat beispielsweise für eine gut erhaltene Erstausgabe der "Action Comics" von 1938 eine Millionen Dollar ausgeschrieben. Grund für den mehr...

  • EDI Exploration Drilling International baut Position auf der Arabischen Halbinsel weiter aus Haltern (ots) - Die EDI Exploration Drilling International GmbH wird zukünftig mit der Manarah World Trading Est mit Sitz in Riffa, Bahrain, zusammenarbeiten und sich damit weitere Wachstumschancen auf der Arabischen Halbinsel sichern. In einem jetzt unterzeichneten "Memorandum of Understanding" haben sich das arabische Handelshaus und das in Haltern am See beheimatete deutsche Unternehmen darauf verständigt, die innovativen Bohr- und Brunnensysteme von EDI in den Königreichen Bahrain und Saudi-Arabien gemeinsam zu vermarkten. Im Rahmen mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht