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Der Tagesspiegel: Bahn-Gewerkschaft Transnet droht mit Streik ab Ende Januar

Geschrieben am 28-12-2008

Berlin (ots) - Die Gewerkschaft Transnet hat der Deutschen Bahn
mit Streiks in der anstehenden Tarifrunde gedroht. "Wenn die Bahn auf
die vermeintliche Krise verweist, womöglich eine Nullrunde fordert
und sich in Verhandlungen nicht bewegt, ist ein Streik
unausweichlich", sagte Alexander Kirchner, der Vorsitzende der
Transnet, dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Er lehnte es ab,
angesichts der Wirtschaftskrise die Forderung nach zehn Prozent mehr
Lohn zu relativieren. "Wir werden uns nicht mit Marginalien abspeisen
lassen." Im Personenverkehr gebe es keinen Abschwung, der
Güterverkehr auf der Schiene boome ohnehin. Streiks wären ab Ende
Januar möglich, wenn die Friedenspflicht ausläuft. Kirchner sagte, er
sehe nicht, dass es schon vorher ein Ergebnis mit der Bahn geben
werde.

Kirchner lehnte es außerdem ab, aus Rücksicht auf womöglich
steigende Fahrpreise weniger Geld zu fordern. "Es ist nicht unsere
Aufgabe, Lohnzurückhaltung zu üben, damit die Fahrpreise nicht
steigen." Ohnehin nutze der Vorstand das Tarifergebnis nur als
Vorwand. Kirchner beharrte darauf, ein ähnliches Ergebnis wie die
Konkurrenzgewerkschaft GDL auszuhandeln. "Unser Ziel ist es, einen
vergleichbaren Abschluss zu erzielen." Man müsse damit rechnen, dass
die Lokführerorganisation wieder "einen Sonderweg" gehen wolle. Das
werde man aber nicht zulassen.

Der Transnet-Chef schloss es kategorisch aus, wie sein
Vorvorgänger Norbert Hansen in den Vorstand der Bahn zu wechseln.
"Das ist keine persönliche Entwicklung, die ich anstrebe", sagte er.
Hansens Wechsel im Mai hatte bei der Transnet heftigen internen
Streit ausgelöst.

Von der Bundesregierung forderte Kirchner mehr Geld für die
Schiene. Statt einer halben Milliarde Euro, wie angekündigt, müssten
es fünf sein. "Das Geld darf nicht nur in neue Autos oder Straßen
fließen, Investitionen in die Schiene nützen dem Standort Deutschland
auf Dauer viel mehr." Außerdem müsse die Bahn konkurrenzfähig
bleiben. "In Frankreich steckt der Staat Milliarden in die Schiene,
um die SNCF zu päppeln. Wenn die Bahn europaweit mithalten soll, muss
der Staat mehr tun."

Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an:
Der Tagesspiegel, Redaktion Wirtschaft, Tel. 030-26009260.

Originaltext: Der Tagesspiegel
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/2790
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_2790.rss2

Pressekontakt:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de
 


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