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Neue Entwicklungen erhöhen Sicherheit von Stammzellentransplantationen bei der Behandlung von Leukämie

Geschrieben am 15-06-2006

Amsterdam (ots/PRNewswire) - Zwei Pionierstudien auf dem Gebiet
der Stammzellentransplantation werden heute im Rahmen des 11.
Kongresses der European Hematology Association (EHA) in Amsterdam
(NL) präsentiert.

Die erste Studie, durchgeführt vom Medical Center der Universität
Leiden (LUMC), bewies erstmals, dass umgebungsspezifische Zellen die
Abstossreaktionen infolge einer Stammzellentransplantation positiv
beeinflussen können. Die zweite Studie, vom wissenschaftlichen
Institut San Raffaele in Mailand (I), zeigt, dass ein "Suizidgen" zum
Abbruch der Abstossreaktionen infolge einer
Stammzellentransplantation eingesetzt werden kann. Beide Entdeckungen
erhöhen die Sicherheit von Stammzellentransplantationen und bedeuten
einen Schritt vorwärts bei der Behandlung bösartiger Blutkrankheiten
wie etwa Leukämie.

Die Stammzellentransplantation wird zur Behandlung einer Reihe
bösartiger Blutkrankheiten wie Lymphom, Leukämie oder andere
Krebsarten eingesetzt. Die Gewinnung von Stammzellen erfolgt auf
zweierlei Weise:

einerseits durch mehrfaches Ansaugen des Knochenmarks(
Knochenmarkaspiration) - dieser Transplantationstyp wird als
Knochenmarktransplantation bezeichnet - oder durch Gewinnung von
Stammzellen aus dem Blut. In diesem Falle spricht man von
Stammzellentransplantation. Dabei werden dem Patient gesunde,
funktionstüchtige Stammzellen intravenös zugeführt, also direkt ins
Blut injiziert. Diese Stammzellen wandern in das Knochenmark der
Knochen und beginnen mit der Produktion von Blutzellen. Dieser
Vorgang ist für die Genesung des Patienten äusserst wichtig. Eine
häufige Komplikation, die nach einer Stammzellentransplantation
auftritt, manifestiert sich in einer Abstossreaktion im Körper des
Patienten, die tödliche Auswirkungen haben kann.

Die Bedeutung von Umgebungszellen

Stammzellen sind in einer Umgebung angesiedelt, die
ausschliesslich im Knochenmark zu finden ist. Derzeit werden
lediglich blutbildende Stammzellen, jedoch nicht deren
Umgebungszellen für Stammzellentransplantationen eingesetzt. Die
LUMC-Studie zeigte, dass gerade diesen umgebungsspezifischen Zellen
eine wichtige Rolle bei der Mediation möglicher Abstossreaktionen
nach einer Transplantation zukommt.

Ein Abstoss der Stammzellentransplantation durch den Körper des
Patienten ist eines der Probleme im Zusammenhang mit
Stammzellentransplantationen zur Behandlung von Leukämie und anderen
Erkrankungen. Diese umgebungsspezifischen Zellen, als mesenchymale
Stammzellen bezeichnet, sind imstande, Immunreaktionen im Körper zu
unterdrücken.

Prof. W.E.Fibbe vom LUMC dazu:" Grossartig an dieser Entdeckung
ist unter anderem die Tatsache, dass diese umgebungsspezifischen
Zellen nicht nur Immunreaktionen unterdrücken, sondern auch
hervorrufen können, je nach Spender oder Empfänger. Diese Eigenschaft
umgebungsspezifischer Zellen wurde bis dato noch nie so erkannt".

"Ursprüngliches Ziel dieser vom LUMC durchgeführten Studie war die
Unterdrückung unerwünschter Abstossreaktionen nach einer
Stammzellentransplantation. Diese Entdeckung ermöglicht uns jedoch
nun die Erforschung einer Vielzahl an neuen Möglichkeiten", fuhr er
fort.

In Zukunft könnte diese neue Erkenntnis bei Organtransplantationen
und der Behandlung anderer Erkrankungen, u.a. Autoimmunerkrankungen,
angewandt werden.

'Suizidgen' verhindert Abstossreaktion: ein Spender für jeden
Patienten

Die zweite, vom wissenschaftlichen Institut San Raffaele (Mailand)
durchgeführte Studie, erreichte drei Ziele:

- Verfügbarkeit eines Spenders für praktisch jeden
Leukämie-Patienten;

- Effizientere Mediation der Abstossreaktion mithilfe einer
"Suizidgen"-Therapie;

- Raschere Erholung des Immunsystems zur Bekämpfung
lebensbedrohlicher Infektionen;

Ein Spender für jeden Leukämie-Patienten

Im Allgemeinen werden Geschwister getestet, um eine exakte
Gewebeübereinstimmung ausfindig zu machen. Die Erfolgsrate hierbei
ist gering (25%). Bei dieser italienischen Studie wurden
Familienangehörige als Spender eingesetzt, die lediglich eine 50%-ige
Übereinstimmung mit dem Empfänger aufwiesen. Dies machte es möglich,
einen geeigneten Spender für jeden Patient zu finden.

Mediation der Abstossreaktion und raschere Erholung des
Immunsystems

Die bei einer Stammzellentransplantation vorhandenen Immunzellen
können im Körper des Empfängers eine schwere Abstossreaktion
hervorrufen; diese wird als "Transplantat-gegen-Wirt"-Reaktion (bzw.
Graft-versus-Host-Reaktion) bezeichnet. Begleitet wird sie von
lebensbedrohlichen Symptomen, von denen hauptsächlich Haut, Leber und
Darm betroffen sind.

Gleichzeitig greifen die Immunzellen des Spenders die
Leukämiezellen im Empfänger an: die
Transplantat-gegen-Leukämie-Reaktion.

Diese Immunreaktionen infolge einer Stammzellentransplantation
wurden von Dr. F. Ciceri und seinem Team mithilfe einer sogenannten
'Suizidgen'-Therapie wirksam bekämpft. Dabei wird ein Gen in die
Spenderimmunzellen eingebracht. Ein spezieller Wirkstoff löst hierauf
den 'Selbstmord' der Immunzellen aus, wodurch die schädliche
Immunreaktion gestoppt wird.

Dr. Ciceri hat Infusionen mit genetisch modifizierten
Spenderimmunzellen nach einer Transplantation erfolgreich eingesetzt,
was eine raschere Erholung des Immunsystems des Empfängers
ermöglichte und die Patientensterblichkeit aufgrund schwerer
Infektionen von 53% auf 12,5% senkte.

11. EHA-Kongress in Amsterdam

Der 11. Kongress der European Hematology Association (EHA), der
vom 15. - 18. Juni im RAI Kongresszentrum in Amsterdam stattfindet,
dient dem Wissens- und Informationsaustausch im Bereich Hämatologie
unter wissenschaftlichen Forschern und klinischen Hämatologen in
Europa.

Zahlreiche aktuelle Themen und Forschungen auf dem Gebiet der
Hämatologie werden im Rahmen dieses Kongresses präsentiert. Die EHA
hofft, auf diese Weise zu einer Verbesserung der Diagnose und
Behandlung von Patienten mit gutartigen und bösartigen
Blutkrankheiten beizutragen.

Hinweise an Redakteure:

Die European Hematology Association (EHA) wurde im Juni 1992
gegründet und ist eine wissenschaftliche Organisation, die sich der
Unterstützung von Forschung, Bildung und klinischer Praxis im Bereich
Hämatologie widmet.

Die EHA zählt derzeit mehr als 2000 aktive Mitglieder aus 95
Ländern.

Für eine Kontaktaufnahme mit Prof. Dr. W.E. Fibbe, Dr. F. Ciceri
oder einem der anderen Forscher wenden Sie sich bitte an Petra Stork.

Weitere Informationen zum EHA-Kongress finden Sie unter
www.ehaweb.org

Originaltext: European Hematology Association (EHA)
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=62626
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_62626.rss2

Pressekontakt:
Für weitere Informationen: Bei Fragen zum EHA-Kongress oder zu diesen
Studien wenden Sie sich bitte an Petra Stork, Publication and
Communication Coordinator, EHA. Tel.: +31-6-28401875 bzw.
+31-10-4361760. E-Mail: p.stork@ehaweb.org


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