(Registrieren)

Verbraucherpreise September 2008: + 2,9% zum Vorjahr Leichte Entspannung hält an, Gaspreise steigen

Geschrieben am 15-10-2008

Wiesbaden (ots) -

Sperrfrist: 15.10.2008 08:00
Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der
Sperrfrist zur Veröffentlichung frei gegeben ist.

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist
der Verbraucherpreisindex für Deutschland im September 2008 gegenüber
September 2007 um 2,9% gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat August
2008 verringerte sich der Index um 0,1%. Der Preisauftrieb hat sich
weiter abgeschwächt, von Mai bis August 2008 hatten die
Jahresteuerungsraten noch bei drei Prozent oder darüber gelegen. Die
Schätzung für September 2008 wurde damit bestätigt.

Auch im September 2008 wird die Inflationsrate von den
Preiserhöhungen für Energie (+ 12,2%) und Nahrungsmittel (+ 6,4%)
geprägt. Beide Güterbereiche zusammen erklären im September über die
Hälfte der gesamten Teuerung. Infolge der starken Anstiege der
Nahrungsmittel- und Energiepreise im vergangenen Jahr zeigt sich
jedoch eine leichte Abschwächung der jeweiligen Jahresteuerungsraten
(Basiseffekt).
Im Energiebereich erhöhten sich vor allem die Preise für
Mineralölerzeugnisse binnen Jahresfrist um 14,8% (darunter leichtes
Heizöl: + 32,1% und Kraftstoffe: + 10,1%). Überdurchschnittliche
Teuerungen ergaben sich auch bei anderen Haushaltsenergien,
insbesondere für Gas mit 14,1% gegenüber dem Vorjahresmonat. Ohne
Einrechnung der Preisentwicklung für Energie (Haushaltsenergie und
Kraftstoffe) hätte die Teuerungsrate bei + 1,8% gelegen.
Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich
im Vorjahresvergleich um 6,1%. Besonders hohe Teuerungsraten weisen
Molkereiprodukte und Eier auf (+ 11,7%; darunter Schnittkäse: +
19,9%; Joghurt: + 14,2% und Eier: + 11,4%) ebenso Brot und
Getreideerzeugnisse (+ 8,1%; darunter Mehl: + 34,3%; Nudeln: + 27,0%
und Toastbrot: + 8,4%). Auch die Preise für alkoholfreie Getränke
haben sich im Schnitt überdurchschnittlich erhöht (+ 3,6%), vor allem
für Säfte (darunter Fruchtsaft aus Kernobst: + 23,7%). Günstiger
waren dagegen Speisefette und -öle (- 0,6%; darunter Butter: -
19,0%).
Der leichte Rückgang des Gesamtindex gegenüber dem Vormonat August um
0,1% ergibt sich durch gegenläufige Preisbewegungen: Neben
saisonbedingten Preissenkungen für Pauschalreisen (- 7,0%) und
Beherbergungsdienstleistungen
(- 9,9%) waren auch Preisrückgänge für leichtes Heizöl (- 1,9%) zu
beobachten. Dagegen mussten die Verbraucher für Bekleidung in Folge
des Übergangs von der Sommer- auf die Herbst-Winterkollektion binnen
Monatsfrist durchschnittlich 3,5% mehr ausgeben. Auffällig war im
September 2008 auch der Preisanstieg für Gas (+ 3,2%), welcher der
Ölpreisentwicklung tendenziell zeitlich verzögert folgt.

Die Nahrungsmittelpreise sanken gegenüber dem Vormonat erneut und
zwar im Schnitt um 0,3%. Auch hier gab es vor allem saisonbedingte
Preisschwankungen, typische Preisrückgänge für Obst (- 4,5%; darunter
Orangen: - 9,5%; Weintrauben: - 8,6% und Äpfel: - 7,4%) sowie
erhebliche Preisanstiege bei einigen Gemüsesorten (darunter Gurken: +
49,8%; Paprika: + 19,9% und Tomaten: + 9,4%).

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte
Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im September 2008 um
3,0% höher als im September 2007. Im Vergleich zum Vormonat sank der
Index um 0,1%. Die Schätzung für den HVPI vom 26. September 2008
wurde damit bestätigt.


Weitere Informationen zur Verbraucherpreisstatistik bietet die
Fachserie 17, Reihe 7, die im Publikationsservice des Statistischen
Bundesamtes unter www.destatis.de/publikationen, Suchwort
"Verbraucherpreisindex" kostenlos erhältlich ist. Detaillierte
Informationen und lange Zeitreihen zur Verbraucherpreisstatistik
können auch kostenfrei in der Datenbank Genesis online
(www.destatis.de/genesis) abgerufen werden. Eine methodische
Kurzbeschreibung bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung
unter www.destatis.de.




Verbraucherpreisindex für Deutschland

Index Veränderung Veränderung
Gesamtindex/ Gewich- 2005 gegenüber gegenüber
Gütergruppen tung = Vorjahres- Vormonat
-------- 100 zeitraum
Gesamtindex/Teilindex in 0/00 in %


Gesamtindex
im September 2008 1 000,00 107,2 2,9 - 0,1

Nahrungsmittel und
alkoholfreie
Getränke 103,55 112,3 6,1 - 0,3
Nahrungsmittel 89,99 112,6 6,4 - 0,3
Molkereiprodukte
und Eier 14,44 120,9 11,7 0,0
Speisefette und
-öle 2,55 123,4 - 0,6 - 0,1
Alkoholische Ge-
tränke, Tabakwaren 38,99 108,9 2,3 0,1
Bekleidung und Schuhe 48,88 102,9 1,0 3,3
Wohnung, Wasser,
Strom, Gas u.s.w. 308,00 109,3 3,8 0,2
Nettokaltmiete 203,30 103,8 1,3 0,1
Haushaltsenergie 59,82 130,9 13,4 0,8
Strom 24,61 119,5 6,6 0,2
Gas 12,85 135,8 14,1 3,2
Leichtes Heizöl 9,21 152,8 32,1 - 1,9
Einrichtungsgegen-
stände, Haushalts-
geräte u.Ä. 55,87 102,8 1,4 0,2
Gesundheitspflege 40,27 103,4 2,0 0,0
Verkehr 131,90 112,3 4,4 0,2
Kraftstoffe 35,37 122,8 10,1 0,4
Normalbenzin 7,93 122,4 8,9 0,9
Superbenzin 19,29 120,5 8,2 0,9
Dieselkraftstoff 8,15 128,6 15,9 - 1,2
Nachrichtenüber-
mittlung 31,00 90,9 - 3,7 - 0,2
Freizeit, Unterhal-
tung u.Ä. 115,68 99,7 0,1 - 1,6
Bildungswesen 7,40 137,0 2,8 - 0,9
Beherbergungs- und
Gaststättendienst-
leistungen 43,99 106,1 2,0 - 2,7
Andere Waren und
Dienstleistungen 74,47 105,9 1,8 0,0


Gesamtindex
ohne Heizöl und
Kraftstoffe 955,42 106,2 2,2 - 0,1
ohne Haushalts-
energie 940,18 105,7 2,1 - 0,1
ohne Energie
(Haushalts-
energie und
Kraftstoffe) 904,81 105,1 1,8 - 0,1

Waren insgesamt 493,00 109,5 4,4 0,5
Verbrauchsgüter 305,11 115,2 6,7 0,2
Gebrauchsgüter
mit mittlerer
Lebensdauer 95,24 102,5 1,1 2,0
Langlebige
Gebrauchsgüter 92,65 97,7 - 0,6 0,0
Dienstleistungen 507,00 105,0 1,4 - 0,7



Verbraucherpreisindex für Deutschland

Gesamtindex Index Veränderung Veränderung
2005 gegenüber gegenüber
--------- = Vorjahres- Vormonat
100 zeitraum
Jahr/Monat in %

Gesamtindex im September 2008 107,2 2,9 - 0,1

2006 JD 101,6 1,6 -
2007 JD 103,9 2,3 -

2007 September 104,2 2,7 0,1
Oktober 104,5 2,8 0,3
November 105,0 3,2 0,5
Dezember 105,6 3,1 0,6

2008 Januar 105,3 2,8 - 0,3
Februar 105,8 2,8 0,5
März 106,3 3,1 0,5
April 106,1 2,4 - 0,2
Mai 106,7 3,0 0,6
Juni 107,0 3,3 0,3
Juli 107,6 3,3 0,6
August 107,3 3,1 - 0,3
September 107,2 2,9 - 0,1

JD = Jahresdurchschnitt



Weitere Auskünfte erhalten Sie über unsere Service-Nummer,
Telefon: (0611) 75-4777,
E-Mail: verbraucherpreisindex@destatis.de

Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_32102.rss2

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

164229

weitere Artikel:
  • stern-Umfrage: Deutsche reagieren mit Sorge, aber ohne Panik auf Finanzkrise Hamburg (ots) - Die große Mehrheit der Deutschen schaut trotz der Finanzkrise eher gelassen in die Zukunft. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern erklärten drei Viertel der Bürger (74 Prozent), sie machten sich keine Sorgen um ihr Geld, das sie auf einer Bank oder einer Sparkasse haben. Ein Viertel der Bürger (26 Prozent) äußerte vorige Woche allerdings Angst um das Ersparte bei Banken oder Sparkassen. Damit ist diese Furcht in den letzten vier Wochen etwas größer geworden: Mitte September waren es bei einer gleichlautenden mehr...

  • Finanzen der gesetzlichen Sozialversicherung im 1. Halbjahr 2008 Wiesbaden (ots) - Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hat die gesetzliche Sozialversicherung im ersten Halbjahr 2008 in der Abgrenzung der Finanzstatistik ein Finanzierungsdefizit von 2,0 Milliarden Euro verzeichnet. Im ersten Halbjahr 2007 betrug es 0,5 Milliarden Euro. Die gesetzliche Sozialversicherung umfasst die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung, die Alterssicherung für Landwirte sowie die Bundesagentur für Arbeit. Im ersten Halbjahr 2008 betrugen die Ausgaben der gesetzlichen mehr...

  • stern: Historiker Hans-Ulrich Wehler fordert Rücktritt von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Hamburg (ots) - Der Historiker Hans-Ulrich Wehler fordert die Ablösung von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann. In einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern sagte er: "Wenn die Deutsche Bank Staatsgelder in Anspruch nimmt, muss Ackermann und der gesamte Vorstand weg. Diese Hasadeure in den oberen Rängen müssen zurücktreten, auch wegen der politischen Wirkung." Schließlich seien auch die Manager im zweiten Glied in der Lage, sofort die Leitung der Bank zu übernehmen. Nach Wehler ist die mehr...

  • Joachim Stoll wird weiterer Geschäftsführer der Runtime Services GmbH Stuttgart (ots) - Joachim Stoll tritt mit Wirkung vom 15. Oktober 2008 als weiterer Geschäftsführer in die Runtime Services GmbH ein. In dieser Gesellschaft sind die Aktivitäten des in Bremen ansässigen Personaldienstleisters Runtime Deutschland GmbH in der Südhälfte Deutschlands zusammengefasst. Joachim Stoll (45) verfügt über langjährige Managementerfahrung in der Personaldienstleistung. Der Diplomkaufmann war seit 1999 Vorstandsmitglied der Allbecon AG (heute Olympia Flexigroup AG) in Düsseldorf und zeichnete dort für das operative Geschäft mehr...

  • .tel - Ein Entwicklerparadies MÜNCHEN, Deutschland, October 15 (ots/PRNewswire) - - Die neue Webless Web'-Plattform kommt heraus - Markteinführung im Dezember Telnic Limited gab heute Ressourcen und offenen Quellcode heraus, mit denen Entwickler neue Anwendungen und Dienstleistungen auf der innovativen .tel-Plattform erstellen können, die im Dezember dieses Jahres gestartet wird. Bei .tel handelt es sich um einen neuen Kommunikations-Hub für Privatpersonen und Unternehmen, mit dem bei der Veröffentlichung von Live-Informationen im Internet keine Websites mehr notwendig mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht